Re: Bitte um Tips zu Kleinstbecherlingen
Hallo zusammen,
gestern sah ich beim Betrachten von Bjerkandera adusta unterm Stereomikroskop
ca 5 Becherlinge auf dem selben Rindenstück, wovon der größte ca. 1/5 mm
Durchmesser hatte, also mit bloßem Auge kaum noch zu sehen. Heute war die
Rinde angetrocknet, die Becherchen anscheinend zu nichts
zusammengeschrumpelt, also nicht mehr zu finden. Es würde mich
interessieren, wie man mit diesen Winzlingen umgeht, im frischen Zustand
(man kann sie ja wohl nicht mal irgendwie festhalten, um Schnitte zu
machen) und wie man solche Kleinteile archiviert/konserviert. Weiß da
jemand Rat? Interessieren würde mich auch, ob es dafür Spezialliteratur
gibt.
Hallo Dieter,
ich bin kein Ascomyceten-Spezialist, aber ein paar einfache Tipps habe ich für Dich.
- Nach Möglichkeit unbedingt frisch mikroskopieren (die meisten neueren Beschreibungen wie z. B. von BARAL basieren auf Frischmerkmalen).
- Kleinst-FK einfach als Ganzes leicht quetschen und die Merkmale aufzeichnen (Medien:H2O, Baumwollblau, Kongorot, Lugol, KOH 3 %)
- Es gibt meines Wissens keine Allumfassende Literatur, ich benutze neben Spezialartikeln (je nach Gattung):
Dennis, British Ascomycetes
Ellis& Ellis; Microfungi on land plants, .... miscellanous substrates
Nordic (Macro)mycetes Vol. 1, Ascomycetes
- Über die Gattung Orbilia soll dieses Jahr eine Monografie von BARAL erscheinen
- Konserviert wird auch bei Ascos durch trocknen, auch wenn einige Merkmale verloren gehen können. Bei wichtigen Präparaten kannst Du das Material auf dem Objektträger in Baumwollblau einbetten und das Deckglas mit Nagellack verschliessen. So hält das Präparat sehr lang.
Hoffentlich liest Andreas Deinen Beitrag, dann gibt's bestimmt mehr Info's.
Gruß, Peter