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Re: Vergesellschaftung von Clitopilus sp. und Bole

Gernot, (vor 4487 Tagen) 1.750 Beiträge @ Jesko

Hallo Jesko,

von einem vermuteten Parasitismus von C. piperatus an A. muscaria hab ich in der Literatur auch schon gelesen. Ob es dazu aber aussagekräftige Studien gibt, weiß ich leider nicht...

Schöne Grüße
Gernot

Hallo,
was diejenigen, die den Myzelien nachgespürt haben, herausgefunden haben,
weiß ich leider nicht. Mein (rein subjektiver!) Eindruck aus meiner
Sammelerfahrung ist allerdings, dass Clitopilus prunulus nur an Standorten
mit Boletus-Arten vorkommt. Da es sich dabei um verschiedene Boletus-Arten
mit nicht gerade deckungsgleichen Standortansprüchen (z.B. klassisches
edulis-Habitat im Fichtenwald und stark anthropogen beeinflusste
luridus-Standorte bei Tilia ...) handelt, wäre Parasitismus eine durchaus
naheliegende Erklärung. Auch andere Clitopilus-Arten (passeckeri, daamsii)
scheinen ja Mykoparasiten zu sein. Vor ca. zwei Wochen fand ich übrigens
alte Trametes gibbosa mit Clitopilus (scyphoides fo.) reductus darauf,
obwohl ich diese Räslinge sonst immer an Holz gefunden habe.
Bei Amanita muscaria und Chalciporus piperatus als „Steinpilzzeiger“ würde
ich eher ähnliche Standortansprüche vermuten, besonders wenn es um
Nadelwald geht. Zudem lassen sich etwa an typischen Fliegenpilzstandorten
bei Birken bei mir kaum je Steinpilze finden, während wiederum der
Fliegenpilz in manch andere edulis-Habitate nicht vordringt. Der
Pfefferröhrling scheint mir allerdings ein recht treuer
Fliegenpilzbegleiter (seltener auch bei anderen Wulstlingen) zu sein. In
dieser Hinsicht bezeichnend sind Chalciporus-piperatus-Vorkommen an
untypischen Amanita-muscaria-Standorten. Aus meiner näheren Umgebung
könnte ich da eine Lindenallee oder einen feuchten Eichen-Hainbuchen-Wald
(hier nur Quercus robur, Carpinus und Tilia cordata als potentielle
EcM-Hosts) zitieren. Ist das vielleicht auch Parasitismus? Für Chalciporus
rubinus wurde bereits vermutet, dass er Boletus-Arten parasitiert. An
allen mir bekannten Standorten des Kurzsporigen Röhrlings kommen
tatsächlich auch verschiedene Dickröhrlinge vor, aber hier sind meine
Beobachtungen natürlich quantitativ kaum signifikant. Und vielleicht labt
sich ja auch Chalciporus amarellus am Körnchenröhrling??? Na ja, alles
reine Spekulation!
Viele Grüße,
Jesko


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