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Hygrophaner Nabel-Trichterling *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4460 Tagen)

Hallo miteinander!

Und noch mal einer... mit Verdacht auf Clitocybe umbilicata (Syn. subspadicea).

Gefunden am Fuße einer Fichtenstubbe in einem Buchenwald = ehemaliger Fichtenforst, der seit einigen Jahrzehnten auf Rotbuche umgebaut wird, nur noch ganz vereinzelte Fichten, einige Schwarzkiefern; Untergrund Kalk, aber ohne Lösslehm; Höhe rund 620 m NN.

Die Pilzchen wachsen gesellig bis (klein-) büschelig, insgesamt vielleicht 20 Exemplare.

An Beschreibung nur, was man nicht auf den Fotos sehen kann:
– Hut Ø 15 - max. 30 mm, hygrophan, auf den Fotos = nass, trocken tonbeige
– Lamellenanssatz = weißlicher Ring
– Stiel hohl
– Trama insgesamt knorpelig-elastisch
– Geruch fruchtig mit minimaler Mehlnote
– SPP konnte wg. zu wenig Abwurf nicht genau bestimmt werden, aber auf alle Fälle hell
– Sporen im Mittel 6,3 µm x 3,9 µm, Form siehe Foto (800x), Oberfläche punktiert

Könnte mein Verdacht stimmen? Oder habt Ihr andere Vorschläge?

Viele Grüße – Rika

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Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

Peter S., (vor 4460 Tagen) @ UmUlmHerum

das passt alles sehr gut und ist sicher auch C. subspadicea

beste Grüße - Peter

Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

UmUlmHerum, (vor 4460 Tagen) @ Peter S.

das passt alles sehr gut und ist sicher auch C. subspadicea
beste Grüße - Peter

Hallo Peter,

herzlichen Dank für die Bestätigung! Das freut mich ja, das ich den tatsächlich richtig rausbekommen habe. Wie häufig ist dieser Nabel-Trichterling eigentlich? Vermutlich wird er oft übersehen, und Clitocybe-Bestimmung ist nicht jedermanns Hobby ;-)

Viele Grüße – Rika

Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

Peter S., (vor 4459 Tagen) @ UmUlmHerum

Da muss ich, da ich selbst ihn hier ganz selten mal finde, mit Ludwig antworten: " In Deutschland recht ungleichmäßig verbreitet, aber nur in der norddeutschen Tiefebene selten."

Auf Deinem Bild erkennt man sehr gut die typische weiße Zone am Lemellenansatz, die kennzeichnend für C. subspadicea ist.

Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

Peter S., (vor 4459 Tagen) @ Peter S.

zu den "punktierten" Sporen wollt ich noch wqas schreiben:
Das ist natürlich kein Ornament (dann wärs ja ohnehin keine Clitocybe).
Das sind Reste einer Schleimhülle, die auch im Trockenmaterial nur als Auflagerung nachweisbar sind.
Mglw., gehören diese Pilzchen also wirklich nicht zu den Clitocyben sondern müssen eine andere (eigene) Gattung bekommen, denn schleimig umhüllte Sporen sollte es eigentlich in Clitocybe nicht geben.

Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

UmUlmHerum, (vor 4459 Tagen) @ Peter S.

zu den "punktierten" Sporen wollt ich noch wqas schreiben: Das ist
natürlich kein Ornament (dann wärs ja ohnehin keine Clitocybe).
Das sind Reste einer Schleimhülle, die auch im Trockenmaterial nur als
Auflagerung nachweisbar sind.
Mglw., gehören diese Pilzchen also wirklich nicht zu den Clitocyben sondern
müssen eine andere (eigene) Gattung bekommen, denn schleimig umhüllte
Sporen sollte es eigentlich in Clitocybe nicht geben.

Hallo Peter,

das ist ja interessant! Ich frage mich, wie man eigentlich solche Reste einer Schleimhülle nachweist? Und das bei so winzigen Sporen... Gibt es schon einen Verdacht, wo man diese Pilzchen hinstecken könnte? Sequenzierung?

Im Wald dachte ich zuerst an einen Rötling, was sich ja anhand der Sporenform schnell erledigte. Übrig blieben Omphalina oder Clitocybe oder was ganz anderes... Die charakteristische weiße Zone am Lamellenansatz ist in GroPiBaWü leider nicht beschrieben, das hatte ich irgendwo in Internet-Foren gefunden, und war dann in halbwegs guter Hoffnung, den richtigen Namen gefunden zu haben.

Dank Dir für Deine Infos!

Viele Grüße – Rika

Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

Peter S., (vor 4459 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

der Nachweis gelang wohl über das "Verschwindenlassen" mittels Ammoniak. Und über das Anfärben. Versuch mal die Sporen in Kongorot zu betrachten. Die Placken färben sich nicht mit. dadurch ist man drauf gekommen, dass das nicht etwa Höcker in der Sporen sind, sondern andersartige Auflagerungen.

Zur Einordnung: In den letzten Jahren wurden einzelne Arten oder Artengruppen ja langsam durch einige Mykologen aus Clitocybe, die aber nach wie vor sehr heterogen ist, herausgetrennt. Laccaria, Pseudoclitocybe schon länger, dann Ossicaulis, Ampulloclitocybe, Infundibulicybe, Trichocybe, Paralepistopsis und eine neue "Clitocybe" hat man gleich als Musumecia beschrieben.
Ich denke, es werden über kurz oder lang weitere Gruppen herausgetrennt werden und in 10 oder 15 Jahren sieht die Clitocybe - Welt ganz anders aus.
Das mag man bedauern, dass man sich an neue Namen gewöhnen muss, aber es würde, gesicherte Untersuchungen und wiederholte Ergebnisse vorausgesetzt, einem natürlichem System natürlich viel näher kommen, als unsere oft relativ willkürliche Einordnung in Schubladen.

Dass solche Ergebnisse für wenige Arten und wenige Untersuchungen, dann manchmal auf gar nicht untersuchte Arten extrapoliert werden, wie das z. B. bei Paralepista geschah, wo nach Untersuchung von 2 Arten gleich mal 14 andere mit umkombiniert wurden, ist nicht im Sinn der Sache. Deshalb hielt ich Schnellschüsse eben nicht für angebracht.

Wenn Du von Deiner Aufsammlung noch was hast, würde ich die übrigens gern mit ins Programm nehmen.

Beste Grüße - Peter

Re: Hygrophaner Nabel-Trichterling

UmUlmHerum, (vor 4459 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,

merci für die ausführlichen (und tw. verwirrenden) Infos! Das mit dem Kongorot werde ich mal ausprobieren.

Ich hatte am Dienstag 4 Frk. mitgenommen, die jetzt noch auf feuchtem Moos im Kühlschrank liegen, größtenteils in sehr gutem Zustand – aber für ein korrektes Exsikkat wohl zu alt. Also werde ich die Tage hoffentlich den Standort wiederfinden (bin da recht zuversichtlich) und Frischmaterial holen zur direkten Trocknung. Deine Adresse habe ich ja...

Viele Grüße – Rika

Hallo Rika,
der Nachweis gelang wohl über das "Verschwindenlassen" mittels
Ammoniak. Und über das Anfärben. Versuch mal die Sporen in Kongorot zu
betrachten. Die Placken färben sich nicht mit. dadurch ist man drauf
gekommen, dass das nicht etwa Höcker in der Sporen sind, sondern
andersartige Auflagerungen.
Zur Einordnung: In den letzten Jahren wurden einzelne Arten oder Artengruppen
ja langsam durch einige Mykologen aus Clitocybe, die aber nach wie vor
sehr heterogen ist, herausgetrennt. Laccaria, Pseudoclitocybe schon
länger, dann Ossicaulis, Ampulloclitocybe, Infundibulicybe, Trichocybe,
Paralepistopsis und eine neue "Clitocybe" hat man gleich als
Musumecia beschrieben.
Ich denke, es werden über kurz oder lang weitere Gruppen herausgetrennt
werden und in 10 oder 15 Jahren sieht die Clitocybe - Welt ganz anders
aus.
Das mag man bedauern, dass man sich an neue Namen gewöhnen muss, aber es
würde, gesicherte Untersuchungen und wiederholte Ergebnisse vorausgesetzt,
einem natürlichem System natürlich viel näher kommen, als unsere oft
relativ willkürliche Einordnung in Schubladen.
Dass solche Ergebnisse für wenige Arten und wenige Untersuchungen, dann
manchmal auf gar nicht untersuchte Arten extrapoliert werden, wie das z.
B. bei Paralepista geschah, wo nach Untersuchung von 2 Arten gleich mal 14
andere mit umkombiniert wurden, ist nicht im Sinn der Sache. Deshalb hielt
ich Schnellschüsse eben nicht für angebracht.
Wenn Du von Deiner Aufsammlung noch was hast, würde ich die übrigens gern mit
ins Programm nehmen.
Beste Grüße - Peter