Re: Welcher Pilz? Rasende Nebelinge
Hallo Andreas,
vorherige Nacht hat es begonnen zu schneien... als ich heute nachmittag am Standort war, lagen dort gut 20cm Neuschnee. Im Nachhinein bedaure ich, die Kamera nicht mitgenommen zu haben, um die Grabung zu dokumentieren 
Ich habe zwei große Nester ausgehoben, eines davon unter dem Reisig komplett entnommen: die Stiele sind an der Basis wirklich alle miteinander verwachsen. Und sahen eigentlich noch recht brauchbar aus. Einige Frk. verschiedenen Alters liegen nun schon seit ein paar Std. im Backofen – Umluft – ca. 30°C – mit Lüftungsspalt.
![[image]](http://up.picr.de/20514933nj.jpg)
Ein Stückchen davon hatte ich vorhin unterm Mikro: senkrechter Schnitt durch Hut und Lamellen. Hier zwei Bilder mit 800x – gewaltige Schnallen, richtige Brücken. In der HDS haben die Hyphen Auswüchse...
Hyphen aus einer Lamelle:
![[image]](http://up.picr.de/20514932kh.jpg)
Hyphen der HDS:
![[image]](http://up.picr.de/20514934yr.jpg)
Gibt es wirklich kein "einfaches" mikroskopisches Merkmal zur Unterscheidung zwischen Nebelkappe und Raslingen? Denkst Du, die Frk. eignen sich noch zu weiteren Untersuchungen?
Viele Grüße – Rika
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Hallo Andreas,
vielleicht wird die Sache doch noch spannend... wenn ich das SPP-Häuflein mit
der Russula-Sporenpulverfarbtabelle bei wikipedia vergleiche, so liegt es
bei 1b - 2a.
Am Samstag hätte ich Zeit, nach Frischmaterial zu schauen (dann ist mein
Besuch wieder abgereist). Die Frk. entwickeln sich unter einer
Reisigschicht. Wie man auf den Standortbildern sieht, musste ich die
jungen Büschel regelrecht ausgraben, sogar die ausgewachsnen Frk. schauten
kaum oben raus. Insofern denke ich, die leichten Nachtfröste haben noch
keinen Schaden angerichtet.
So langsam frage ich mich, ob die elliptisch-sporigen Lyophyllen nur deshalb
in D noch nicht nachgewiesen worden sind, weil man sie allesamt für
Lepista nebularis gehalten hat!? Wie war das denn mit Tanjas Fund der
büscheligen Nebelkappen?
Viele Grüße – Rika
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Hallo Rika,
ja, der Pilz würde mich tatsächlich sehr interessieren.
Sporenpulver cremeweiß ist mir zu hell für Clitocybe nebularisa, das
eigentlich satt creme mit leichtem Rosastich sein sollte. Also nach der
Täublingsskala vielleicht 2d oder so.
Und diese gummiartige Hutkonsistenz die du da beschreibst kann man aj auch am
Bild erkennen. Das spricht für mich sowas von dagegen.
Andererseits wären diese elliptisch-sporigen Lyophyllen bisher ja gar nicht
in Deutschland nachgewiesen ....
Ich glaube da kann man anhand von Pigmenten oder Basidiengröße oder so schon
noch was rauskitzeln. Die siderophile Granulation könnte ich auch mal
probieren, nach dem original Rezept von Clemencon. Die macht nämlich
eigentlich nie jemand richtig (mich eingeschlossen), weil man das
Pilzstück eine Stunde oder so in 90° heißer Karminessigsäure köcheln
lassen soll.
beste grüße,
Andreas