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Hexenringbildner

René, (vor 8976 Tagen)

Hallo Ihr Mykologen,

der Frühling ist gekommen - der Geist will wieder in Schwung gebracht werden. Neue Fragen warten auf ihre Beantwortung. Wer zieht mit?

Frage:
1) Wieviele Pilzarten sind aus Europa bekannt, die Hexenringe bilden können?
2) Welche Literatur ist für weitere Recherchen geeignet?

Bis heute sind mir 200 Arten bekannt. Davon 87 Mykorrhiza-Bildner und 113 Saprophyten. Eine Datei ist vorhanden.

Herzliche Grüße, René (Buschhexe).

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Re: Hexenringbildner

Wolfgang, (vor 8975 Tagen) @ René

Hallo Ihr Mykologen,
der Frühling ist gekommen - der Geist will wieder in Schwung gebracht werden.
Neue Fragen warten auf ihre Beantwortung. Wer zieht mit?
Frage: 1) Wieviele Pilzarten sind aus Europa bekannt, die Hexenringe bilden
können?
2) Welche Literatur ist für weitere Recherchen geeignet?
Bis heute sind mir 200 Arten bekannt. Davon 87 Mykorrhiza-Bildner und 113
Saprophyten. Eine Datei ist vorhanden.
Herzliche Grüße, René (Buschhexe).

Na, wenn ich als Saprophyten mal frech 60 Agaricus-Arten und 80 Lepiota als potentielle Hexenringbildner annehme, müßten Deine Zahlen rasch zu toppen sein. Die Frage ist nur, wozu??? Und wo nimmst Du 87 Mycorrhiza-Pilze her, denen Hexenringe unterstellt werden???

Wolfgang

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Re: Hexenringbildner

Anonymus, (vor 8975 Tagen) @ Wolfgang

Hier geht es nicht um Spekulationen!!! Sondern um wahre Beobachtungen, die in der Literatur oder anderweitigen Berichten, so auch durch mykophile Personen in diesem Forum, bekannt gemacht werden.

Die Natur hat ihre eigenen Gesetze, um festzulegen, warum gerade diese Art einen Hexenring bildet. Ob Saprophyt oder Mykorrhiza-Bildner ist ihr da egal.

Aus den Gattungen Agaricus und Lepiota sind mir schon einige Arten bekannt, welche sind es also genau??? Bitte um Sachbeiträge, danke!

MfG Anonymus

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Re: Hexenringbildner

griseus, (vor 8975 Tagen) @ Anonymus

Hallo Anonymus,

du schreibst:

Ob Saprophyt oder Mykorrhiza-Bildner ist ihr da egal.

Schreibe besser Saprobiont, denn -phyt steht für Pflanze - und Pilze gehören weder zum Pflanzen-, noch zum Tier-Reich, sondern bilden ein eigenes Reich (Fungi).
Gruss von griseus

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Re: Hexenringbildner

Andreas Gminder, (vor 8975 Tagen) @ Anonymus

Hier geht es nicht um Spekulationen!!! Sondern um wahre Beobachtungen, die in
der Literatur oder anderweitigen Berichten, so auch durch mykophile
Personen in diesem Forum, bekannt gemacht werden.
Die Natur hat ihre eigenen Gesetze, um festzulegen, warum gerade diese Art
einen Hexenring bildet. Ob Saprophyt oder Mykorrhiza-Bildner ist ihr da
egal.
Aus den Gattungen Agaricus und Lepiota sind mir schon einige Arten bekannt,
welche sind es also genau??? Bitte um Sachbeiträge, danke!
MfG Anonymus

Hallo,

das sehe ich anders.

Die Bildung von Hexenringen ist meines Erachtens kein Artmerkmal sondern eine Frage des Standorts bzw. der Wuchsbedingungen. Hat das Myzel die Energie und auch den Platz um sich gleichzeitig in alle Richtungen auszudehnen und ist es auch nachher noch so vital, dass es auf der gesamten Fläche Basidiocarpien bildet?
Ich war letzten Herbst in einem schönen Waldstück bei Flözlingen (manche Hornberg-Gäste erinnern sich sicher!) welches rappelvoll mit Pilzen stand. Und fast alle Arten dort bildeten Reihen und Ringe, teils annähernd komplett, teils Teilstücke. Egal ob Ritterlinge, Cortinarien, Schnecklinge, Stoppelpilz oder Korallen. U.a. auch ein perfekt runder, gleichmäßig geschlossener kreis vom Rettich-Helmling. Erzähl' mir nicht, das Mycena pura zu den Hexenring-Bildner gehört! Es war eben eine standörtliche, zufällige Gegebenheit. Ich kenne dasselbe Waldstück übrigens auch aus Jahren in denen weniger los ist. Es gibt dann auch diesselben Arten, nur wesentlich weniger Basidiocarpien. Und kaum mal eine Spur eines erkennbaren Ringes. Es hängt also zumindest in diesen Fällen viel von der Produktivität ab.
Für mich erhebt sich die Frage, was bringt Deine Fragestellung eigentlich, auf was willst Du hinaus mit der Auflistung? Und ist ein Halbkreis ein Teilstück eines Hexenrings? Und ein Viertelkreis? Und wenn's nur 4 Basidiocarpien sind, ist's aber möglicherweise doch auch der vitalste Teil eines geschlossenen Ringes, nur das der Rest eben keine Pilze ausbildet ....

herzliche Grüße,
Andreas

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Hexenringbildner 1

Anonymus, (vor 8975 Tagen) @ René

Hallo Ihr Mykologen,

einige von Euch sind ja schon hell wach!

Natürlich ist mir das gesamte Thema aus der Literatur bekannt. Das neue Erkenntnisse dazu kommen, wirft mich deshalb nicht um. Auch das nicht von Andreas Gminder. Obwohl es schon interessant ist. Die Myzelien sind aber bestimmt schon vor den beiden Vorortbegehungen vorhanden gewesen, einschließlich der Ringe bzw. Teile davon.

Sorry - mein eigentlicher Grund war der, dass KREISEL (1985) von rund 100 bekannten Arten aus der ehemaligen DDR berichtete! Diese Zahl schien mir doch arg überarbeitungsbedürftig. Nur fand ich bisher keine neuere Zahl. Also hieß es Hausaufgaben machen. Ergebnis: heute habe ich schon 459 Arten zusammen (292 Mykobionten und 167 Saprobionten). Mycena pura ist schon bekannt gewesen!!!
Vielleicht ist es ja zweckmäßig, eine neue Liste herauszubringen, wenn denn genügend Daten zusammenkommen!?

Herzliche Grüße, René (Buschhexe).

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Re: Hexenringbildner 1

Andreas Gminder, (vor 8974 Tagen) @ Anonymus

Hallo Ihr Mykologen,
einige von Euch sind ja schon hell wach!
Natürlich ist mir das gesamte Thema aus der Literatur bekannt. Das neue
Erkenntnisse dazu kommen, wirft mich deshalb nicht um. Auch das nicht von
Andreas Gminder. Obwohl es schon interessant ist. Die Myzelien sind aber
bestimmt schon vor den beiden Vorortbegehungen vorhanden gewesen,
einschließlich der Ringe bzw. Teile davon.
Sorry - mein eigentlicher Grund war der, dass KREISEL (1985) von rund 100
bekannten Arten aus der ehemaligen DDR berichtete! Diese Zahl schien mir
doch arg überarbeitungsbedürftig. Nur fand ich bisher keine neuere Zahl.
Also hieß es Hausaufgaben machen. Ergebnis: heute habe ich schon 459 Arten
zusammen (292 Mykobionten und 167 Saprobionten). Mycena pura ist schon
bekannt gewesen!!!
Vielleicht ist es ja zweckmäßig, eine neue Liste herauszubringen, wenn denn
genügend Daten zusammenkommen!?
Herzliche Grüße, René (Buschhexe).

Hallo René,

ist alles schön und gut, aber Du hast immer noch nicht verraten, was der Sinn der Aufgabe ist.
Welche Aussage steckt dahinter, ob eine Pilzart xy unter bestimmten Voraussetzungen dazu fähig ist, ihr Myzel als Kreis auszubilden?

herzliche Grüße,
Andreas

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Ist Anonymus = Rene ????

Birgit, (vor 8974 Tagen) @ Anonymus

Hi,

wer bist du denn nun??? Ich gebs zu, daß mich solche Namensverwirrungen etwas stören. Abgesehen von der Frage was es wohl für einen Sinn haben könnte in einem Pilzforum anonym zu bleiben, außer man interessiert sich in "nichtwissenschaftlicher Weise" für halluzinogene Pilze.

Gruß

Birgit

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Re: Ist Anonymus = Rene ????

Boletopsis12, (vor 8974 Tagen) @ Birgit

Sehr geehrte Birgit,

ich kann Ihnen hier nicht folgen. Lassen Sie doch den Teilnehmern ihre Namen, denn die sind Schall und Rauch. Und hier sollen doch die Inhalte zählen, oder? Welche Interessen könnten denn genau Sie haben, wenn Sie hier zwei Personen miteinander verbinden wollen, die offensichtlich nichts miteinander zu tun haben? Also was soll das?

MfG
Boletus

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Re: Ist Anonymus = Rene ????

b.klopfer, (vor 8974 Tagen) @ Boletopsis12

Sehr geehrte Birgit,
ich kann Ihnen hier nicht folgen. Lassen Sie doch den Teilnehmern ihre Namen,
denn die sind Schall und Rauch. Und hier sollen doch die Inhalte zählen,
oder? Welche Interessen könnten denn genau Sie haben, wenn Sie hier zwei
Personen miteinander verbinden wollen, die offensichtlich nichts
miteinander zu tun haben? Also was soll das?
MfG
Boletus

Hochverehrtester Herr Boletomopsis,

bei diesem schönen Wetter muß man sich doch nicht so furchtbar aufregen. Und schon gar nicht um 07:33 Uhr! Man könnte ja meinen, Sie seien der Herr Anonymus, so erbittert ist der frühmorgendliche Klang Ihrer Widerrede. Bitte beruhigen Sie sich wieder, das ist ja zum Hexenringe kriegen!

Gruß
Herr Klopfer

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Re: Ist Anonymus = Rene ????

Boletus ⌂, (vor 8974 Tagen) @ Boletopsis12

Hallo Birgit,
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mit Boletopsis12 nichts zu tun habe, wenngleich er mit meinem, seit längerer Zeit verwendeten und im Benutzerprofil eingetragenen Synonym Boletus sein Posting unterzeichnet.
Im weiteren gratuliere ich Dir zu Deinem schönen Spitzmorchelfund!
Liebe Grüsse
Boletus (Sepp)

Sehr geehrte Birgit,
ich kann Ihnen hier nicht folgen. Lassen Sie doch den Teilnehmern ihre Namen,
denn die sind Schall und Rauch. Und hier sollen doch die Inhalte zählen,
oder? Welche Interessen könnten denn genau Sie haben, wenn Sie hier zwei
Personen miteinander verbinden wollen, die offensichtlich nichts
miteinander zu tun haben? Also was soll das?
MfG
Boletus

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Re: Ist Anonymus = Rene ????

Birgit, (vor 8974 Tagen) @ Boletopsis12

Hallo Boletopsis12,

ich kann Ihnen hier nicht folgen. Lassen Sie doch den Teilnehmern ihre Namen,
denn die sind Schall und Rauch. Und hier sollen doch die Inhalte zählen,
oder? Welche Interessen könnten denn genau Sie haben, wenn Sie hier zwei
Personen miteinander verbinden wollen, die offensichtlich nichts
miteinander zu tun haben? Also was soll das?

ich kam erst auf diese Idee, weil ich das Posting, auf das ich geantwortet habe sorgfältig gelesen habe. Das war nämlich unter dem Nick Anonymus verfaßt und mit Rene unterzeichnet. Zugegebenermaßen etwas seltsam oder? Vielleicht bin ich ja etwas altmodisch ;-), aber beim Schreiben und auch beim Lesen möchte ich schon gerne wissen, ob es sich um mehrere "echte" Personen handelt oder ob ich mich mit den verschiedenen virtuellen Ausprägungen ein und derselben "realen" Person unterhalte. Dies entspringt nicht nur einer persönlichen Abneigung, sondern hat auch ganz praktische Gründe für die Führung der Diskussion, schließlich spricht man ja Diskussionspartner auch mal direkt an.

Gruß

Birgit

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Re: Ist Anonymus = Rene ????

Birgit, (vor 8974 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mit Boletopsis12 nichts zu tun habe,
wenngleich er mit meinem, seit längerer Zeit verwendeten und im
Benutzerprofil eingetragenen Synonym Boletus sein Posting unterzeichnet.

Ist angekommen.

Im weiteren gratuliere ich Dir zu Deinem schönen Spitzmorchelfund!

Dankeschön, vielleicht schau ich heute nochmal los.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Hexenringbildner 2

René, (vor 8974 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Andreas,

die grundlegende Frage ist doch, ob tatsächlich jede Pilzart (hier die terricolen Saprobionten und Mykobionten) einen Hexenring bilden kann!? Bisher fand ich dazu keine explizite Erklärung.
Interessant ist, daß beispielsweise Monilinia fructigena, die nicht zu den o.g. Pilzgruppen gehört, auch bzw. immer eine kreisförmige Ausbreitung aufweist.
Genauso wäre zu fragen, warum bisher, im Vergleich zur Gesamtartenzahl, nur so wenige Arten mit Hexenringmerkmalen aufgefunden werden konnten.
Ist in jeden Fall eine artspezifische Ausbreitungsstrategie vorhanden oder wird alles nur durch abiotische und biotische Standortverhältnisse bedingt? Bei LYSEK, KREISEL et al. fand ich dazu auch noch keine Erklärung. Oder doch?

Da gibt es sicher noch Klärungsbedarf und weitere Neugier auf jeden Fall.

Herzliche Grüße René (Buschhexe).

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Re: Hexenringbildner 2

Andreas Gminder, (vor 8973 Tagen) @ René

Hallo Andreas,
die grundlegende Frage ist doch, ob tatsächlich jede Pilzart (hier die
terricolen Saprobionten und Mykobionten) einen Hexenring bilden kann!?
Bisher fand ich dazu keine explizite Erklärung.
Interessant ist, daß beispielsweise Monilinia fructigena, die nicht zu den
o.g. Pilzgruppen gehört, auch bzw. immer eine kreisförmige Ausbreitung
aufweist.
Genauso wäre zu fragen, warum bisher, im Vergleich zur Gesamtartenzahl, nur
so wenige Arten mit Hexenringmerkmalen aufgefunden werden konnten.
Ist in jeden Fall eine artspezifische Ausbreitungsstrategie vorhanden oder
wird alles nur durch abiotische und biotische Standortverhältnisse
bedingt? Bei LYSEK, KREISEL et al. fand ich dazu auch noch keine
Erklärung. Oder doch?
Da gibt es sicher noch Klärungsbedarf und weitere Neugier auf jeden Fall.
Herzliche Grüße René (Buschhexe).

Hallo René,

meine Meinung ist ja! Jede Sporen jeder Pilzart wird bei entsprechenden Bedingungen ihr Myzel versuchen kreisförmig anzulegen. Jede Kultur wird vom Inokultaionspunkt aus gleichmäßig in alle Richtungen weiterwachsen. In "freier Wildbahn" wird aber wohl das weitere Wachstum selten so ungestört verlaufen können wie in einer Petrischale auf Agarboden.
Und außerdem: Du kannst ja auch nicht die Bildung eines "echten" Hexenringes von z.B. dem Nelkenschwindling mit der eines "falschen" von Mykorrhizapilzen vergleichen, oder?!

herzliche Grüße,
Andreas

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Re: Hexenringbildner 2

Wolfgang, (vor 8973 Tagen) @ René

Interessant ist, daß beispielsweise Monilinia fructigena, die nicht zu den
o.g. Pilzgruppen gehört, auch bzw. immer eine kreisförmige Ausbreitung
aufweist.

Hi Rene,

Monilinia fructigena wächst auf mumifizierten Früchten, z.B. der Sauerkirsche. Von einer kreisförmigen Ausbreitung ist mir nichts bekannt: meinst Du, daß die Fruchtkörper kreisförmig aus der mumifizierten Frucht herauswachsen (also seitlich, weil dort Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse am besten sind ???), oder dass die mumifizierten Früchte kreisförmig um den Stamm herum fallen, nach dem Motto "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm"?

Wolfgang

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Re: Hexenringbildner - Bem. zur Ökologie

Christoph ⌂, (vor 8973 Tagen) @ Andreas Gminder

Servus Andreas,

ich verstehe ebenso wie du nicht ganz, worauf Rene denn nun wirklich hinaus will. Vielleicht will er ja auch einige hier im Forum etwas "hochnehmen"?

Nun, wie dem auch sei... ich möchte dir hier aber ein wenig widersprechen.
Im Prinzip hast du ja recht, die Spore keimt aus, und das Mycel fängt an, sich in alle Richtungen auszubreiten. Die Frage ist nun aber, ob die Pilzart auch die Fruchtkörper nur an der Zuwachsfront bildet, dann also im Ring. Es gibt einigemykorrhizapilze die dies tun, so bei Cortinarius, Ramaria, Gomphus etc.

Andere bilden dichte Hyphenmatten und die Fruchtkörper bilden sich überall aus der unterirdischen Matte (ich denke bei Cort. auroturbinatus ist das oft der Fall, auf alle Fälle bei Geastrum mirabilis (tropisch), aber auch bei manchen corticioiden, Hysterangium macht das auch, und viele andere...).
Zudem ist das mit dem regelmäßigen Wachstum so eine Sache. Röhrlinge bilden (wie du weißt, logo) hoch spezialisierte Rhizomorphen mit Zentralleitsystemen. Sie bilden oft kein "richtiges" dichtes Mycel, sondern teils sehr lange Rhizomorphen, aus denen dann kleine Bereiche fädigen Mycels auffächert. Drum wird man nie nen Hexenring von Leccinum scabrum finden (sach ich mal einfach so).
Auch Hebeloma radicosum, der aus Urinalen von Kleinsäugern wächst, bildet keine Hexenringe, es sei denn die Urinale liegen im Kreis, sowie manche der necrophilen Hebelomen (Nordamerika, auf vergrabenen Leichen) - und das, obwohl sie Mykorriza bilden, finde ich spannend.
Xer. parasiticus wird auch keine bilden, da hier die FK-Bildung nur an Scleroderma-FK und -Rhizomorphen stattfindet (es sei denn Scler. wächst im Kreis) - und doch auch ein Mykorrhizapilz...
Und und und...

Ökologisch kann es aber doch interessant sein, über Hexenringe nachzudenken (und muss da Rene recht geben). Saprobe Arten, die sehr oft Hexenringe bilden, sind doch a priori sehr Konkurrenzstark, da sie trotz der Konkurrenten im Boden meist geschlossene Mycelien entwickeln. -> Andere müssen ausweichen, bilden nur einzelne Patches. Gibt es Zusammenhänge, welche Art welche verdrängt? Nur Zufall? Sicher nicht!

Beispiel: Russula ochroleuca und R. fellea, beide häufig, wachsen nie durcheinander. Die Mycelien und Mykorrhizen bilden Patches, die einander ausschließen. Sie wachsen nur nebeneinander. Andere Arten sind tolerant und lassen "Konkurrenz" auch zwischen sich wachsen, die Mykorrhizen bilden dann keine solche Patches...

Nur mal so als Denkanregung. Hexenringbildung ist ein Zeichen von Konkurrenzstärke gepaart mit der Eigenschat, FK nur am Rand des Mycels zu bilden...

Ach ja, letztes Beispiel: Ramaria, Gomphus... die Mycelien trocknen den Boden sehr stark aus. Die Erde ist unter Ramarien oft richtig bröckelig trocken, rundum aber noch frisch. Hat dann ne andere Farbe (machen manche Thelephorales auch). Wird so nebenbei unliebsame Konkurrenz verdrängt, da Ramaria alles Wasser aufnimmt und Konkurrenten wegnimmt? Drum die Möglichkeit in langen Reihen und auch in Ringen zu wachsen?
Find ich jedenfalls interessant...
und noch eins: Nelkenschwindling: Tötet alles, was er umbringen kann an der Wuchsfront -> daher Konkurrenzstark, wenn er sich mal angesiedelt hat...
Leucopax. giganteus -> dito

Aber einfach nur ne lange Liste zu machen, welche Art schonmal im Kreis gesehen wurde... (@Rene) - ich weiß nicht. Wenn, dann sollte man die Fähigkeit, Ringe zu bilden (oder jedenfalls geschlossene Reihen, Wuchsfronten mit FK-Bildung) quantifizieren. Wie häufig findet man das, oder fast immer (Nelkenschwindling...)

Soderle, genug geschwafelt.

Mach's gut... vielleicht sehen wir uns ja mal wieder...

ciao, Dein Christoph

meine Meinung ist ja! Jede Sporen jeder Pilzart wird bei entsprechenden
Bedingungen ihr Myzel versuchen kreisförmig anzulegen. Jede Kultur wird
vom Inokultaionspunkt aus gleichmäßig in alle Richtungen weiterwachsen. In
"freier Wildbahn" wird aber wohl das weitere Wachstum selten so
ungestört verlaufen können wie in einer Petrischale auf Agarboden.
Und außerdem: Du kannst ja auch nicht die Bildung eines "echten"
Hexenringes von z.B. dem Nelkenschwindling mit der eines
"falschen" von Mykorrhizapilzen vergleichen, oder?!
herzliche Grüße,
Andreas

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Re: Hexenringbildner - Bem. zur Ökologie

René, (vor 8973 Tagen) @ Christoph

Werte Interessenten,

die Diskussion befindet sich schon auf dem richtigen Weg.
- Die Aufstellung einer Liste der Hexenringbildner ist der erste Schritt, weil es gibt eine solche offenbar nicht?!
- Diese Liste kann bzw. sollte Grundlage weiterer Fragestellungen sein, so, wie sie hier in einigen Beiträgen angeklungen sind.
- Es wäre wohl meinerseits besser gewesen, unter Stabstrichen das Wissen über die Hexenringe kurz zusammenzufassen. Egal, nun zieht sich das Fähnchen weiter.
- In einigen Fachbüchern steht geschrieben, daß nur (!) Saprobionten Hexenringe bilden können. Bis jetzt sind es aber die Mykorrhizabildner, z.B. Russula mit >80 Arten, die den Großteil der Hexenringbeobachtungen ausmachen und nicht die Saprobionten. Was aber die Häufigkeit der Ausbildung sowie die Myzel/Fruchtkörpermasse betrifft, so sind es die Saprobionten, die hier bestimmend sind.
- Leccinum scabrum wurde schon mehrfach im Hexenring beobachtet, sorry, nie ist leider falsch!
- Ein weiterer Denkanstoß: Das Hauptthema lautet BODEN! Das, was wir darüber bisher wissen, ist ein Bruchteil dessen, was in Wirklichkeit abläuft. Biosphere I und II in den USA oder die neueste Erkenntnis aus der Ekto-Myxkorrhizaforschung, daß es vermutlich (These) keine (!) Dauerverbindung zwischen Baum und Pilzmyzel gibt, sind nur zwei von vielen Beispielen.

Dem Thema sei es geschuldet, die Diskussion weiter zu führen. Quali- und quantifizierte Beobachtungen sind also erwünscht und können mir per Email übermittelt werden. Vielleicht nimmt sich ja auch ein Student oder Doktorant der Thematik an...

Herzliche Grüße
René (Buschhexe).