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Re: Inocybe soluta

Violet, (vor 4234 Tagen) @ Helmut

Mit so schwach verdickten Wänden und so kleinen Sporen kommt außerhalb des
alpinen Bereiches derzeit kaum was anderes in Frage als I. soluta.

Hallo Helmut,
ich möchte diese Aussage ein wenig modifizieren, denn deine Formulierung klingt für mich so, als müsse diese Inocybe nun soluta sein, weil es "derzeit" außerhalb des alpinen Raumes kaum was anderes entsprechendes gibt. Es gibt derzeit außerhalb des alpinen Bereiches aber durchaus andere in Frage kommende Arten, nur sind die nicht in den Schlüsseln zu finden. Es ist ja noch nicht einmal geklärt, ob I. brevispora und I. soluta wirklich identisch sind.
Außerdem gibt es eben nachweislich im clade um soluta weitere Arten - wie wir von unseren Analysen her wissen.
Ich würde also von dem bisher üblichen Verfahren, einer Inocybe aus Not, auch wenn die Bestimmung eigentlich nicht passt, einen Namen zu verpassen, abraten!
Inzwischen tut sich derart viel in diesen Dingen, dass ich eine solche Inocybe nun vermutlich als clade subcarpta oder allenfalls als "stirps soluta" bezeichnen würde.
Für soluta sind die Sporen sehr höckerig, und ich bin von der Bestimmung - zumindest nach den Fotos zu schließen - nicht recht überzeugt.
Du kannst sie mir gern schicken, lieber Hartmut, wenn du möchtest. Bei Kukki wachsen ja, wie wir inzwischen wissen, viele spannende Arten.
Herzliche Wochenendgrüße in die Runde,
Ditte

Allerdings wirken die Sporen auf mich fast ein wenig zu höckerig. Sie
sollten schwach höckerig und z. T. viereckig sein. Das dürfte aber noch im
Bereich der Variabilität liegen.
I. subcarpta ist ein schwierigerer Fall. Die Synonymie mit I. boltonii wird
heute meist nicht mehr nachvollzogen. Luhmann & Vesper haben dazu vor
vielen Jahren schon mal eine Arbeit im Boletus veröffentlicht.
Meine eigenen Kollektionen von subcarpta waren schon immer recht
uneinheitlich, so dass ein klares Artkonzept daraus nicht abgeleitet
werden konnte. In den letzten Jahren wurden zudem einige neue ähnliche
Arten beschrieben.
Und wahrscheinlich kommen auch dazu irgendwann noch neue Erkenntnisse aus den
DNA-Analysen, vor allem von Ditte Bandini und Bernd Örtel.
Gruß
Helmut


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