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Kleine orangene Becherchen auf Erde *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4223 Tagen)

Hallo miteinander!

Gestern hatte ich endlich mal wieder "Ausgang", wollte mir ein paar frische Pilzchen für eine gute Soße holen: FiZa-Rüblinge, Rauchblättrige Schwefelköpfe und die ersten Frühlingsweichritterlinge.

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Dabei leuchteten mir diese kleinen Becherchen vom Fichtenwaldboden entgegen, in dicht gedrängten Gruppen auf einem 1/4 qm einige Hundertschaften. Kann mir jemand einen Tipp geben?
Kalkiger Untergrund, aber leicht oberflächensauer; nicht auf Holz, sondern direkt aus der Erde kommend, ca. 480 m NN. Apo-Ø bis 4 mm, außen + Rand granuliert ––> große, runde "Zellen".

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Unterm Mikro ergaben sich folgende Daten:
(unreifer) Ascus mit Haken 232 x 9
Spazierstock-Paraphysen mit orangener Füllung 216 x 3...5
spitz-elliptische, dickwandige Sporen mit 2 großen (+ teilw. 2 kleineren) Tröpfchen: im Mittel 19,1 x 7,4 (waren aber noch nicht ganz reif –> die größten 13 Stück im Ascus gemessen)
in Baral verfärben sich die Paraphysen grün, später schwärzlich werdend; die Ascus-Spitzen werden orange-rot, kein Apikalapparat zu sehen

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Hymenium 400x:
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Hymenium 800x:
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Trama 800x (in Wasser, wie alles andere vorher auch):
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dito gebadet in Baralscher:
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Hymenium 800x in Baral:
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Freu´ mich auf Eure Vorschläge!
Viele Grüße – Rika

Re: Kleine orangene Becherchen auf Erde

Abt, (vor 4223 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
lass sie mal reifen -Byssonectria terrestris könnte rauskommen.
Viele Grüße,
Marcel

Re: Kleine orangene Becherchen auf Erde

Joschi Siembida ⌂, (vor 4223 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

und ich denke eher an Byssonectria fusispora. :-)

Wühl Dich doch mal durch diesen Thread von 2013.

Gruß Joschi

Re: Orangene Becher - Byssonectria, bloß welche? *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4223 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Marcel & Joschi,

herzlichen Dank für Eure Arbeitsnamen!
Nun habe ich Joschis Link zur diesbezügl. Diskussion 2013 sowie den Aufsatz von Oraliaga/Hansen in KARSTENIA Nr. 1 2011 (Danke Joschi!!) und noch so einiges gelesen... es geht mir wie Petra: es vermischen sich die Merkmale von B. terrestris und B. fusispora.

Für B. fusispora würden sprechen:
leuchtend orangene Apos
nicht durchgehend gefärbte Paraphysen
leicht keulige Paraphysen

Für B. terrestris würde sprechen:
dicht gedrängter Wuchs
reife Apos sind oben flach (Fruchtschicht), siehe Foto
Spazierstock-Paraphysen
weniger starke Verdickung an den Sporenpolen

(Noch) nicht zuordenbar:
Standort: verpieseltes (? gut möglich!) Moos
Sporengröße: noch nicht reif
Über die Jod-Färbung ist man sich nicht wirklich einig...

Also rein statistisch gesehen, spricht mehr für B. terrestris... was meint Ihr dazu?

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(sehr kleiner Ausschnitt aus größerem Bild, deswegen mangelhafte Auflösung)

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass die FiZaRü besonders gerne neben Rehköteln wachsen? Ich vermute, dass sie den Reh-Urin mögen. Diese Becherlinge sind mir bei der FiZaRü-Suche/Ernte begegnet - das würde doch gut passen.

Viele Grüße – Rika

Re: Orangene Becher - Byssonectria, bloß welche? *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4222 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Für B. fusispora würden sprechen: leuchtend orangene Apos
nicht durchgehend gefärbte Paraphysen
leicht keulige Paraphysen

Hier würde ich noch folgendes ergänzen / anmerken:
Die Paraphysen haben leichte Knicke und/oder Wellen
Die Paraphysen sind zwar schon sehr weit gebogen, aber so richtig Spazierstockartig / 180° rumgebogen sind sie auch nicht
Die Apos stehen zwar teilweise schon dicht zusammen, aber das geht noch dichter und vorallem großflächiger dichter

Und hier würde ich folgendes streichen oder in Frage stellen.

Für B. terrestris würde sprechen: dicht gedrängter Wuchs
reife Apos sind oben flach (Fruchtschicht), siehe Foto
- Das ist jetzt aber nur ein Fruchtkörper.
Spazierstock-Paraphysen
??? eher nein
weniger starke Verdickung an den Sporenpolen

(Noch) nicht zuordenbar: Standort: verpieseltes (? gut möglich!) Moos

B. terrestris hatte ich im Wald auf einem freigescherrten Schlafplatz von Reh oder Hirsch und auf einem Wildwechsel. Beides mal ohne Losung in der nähe so weit ich mich noch erinnern kann. In der Mehlinger Heide fand sich B. terrestris an gleichen Standorten wie B. fussispora. Sprich in Verbindung mit Stierkäfer Höhlen, die darin den Schaffdung recyceln.

B. fussispora gabs in der Heide an vielen Stellen. Urin oder Dungeintrag ist dort nie auszuschließen wegen der Beweidung mit Schafen.

Also rein statistisch gesehen, spricht mehr für B. terrestris... was meint
Ihr dazu?

Das was ich bisher gesehen habe läßt mich eher an B. fusispora denken. Aber ich hab die beiden Arten erst einmal gefunden und untersucht. Die Fachleute für Dungpilze sind hier andere.

Marcel ist die nächsten Tage unterwegs und wird Dir warscheinlich nicht Antworten können.

Ich häng Dir mal noch ein Standortfoto von B. terrestris und eine Bilderbuch-Spazierstock-Paraphyse dran.

Gruß Joschi

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Re: Orangene Becher - Byssonectria, bloß welche?

UmUlmHerum, (vor 4222 Tagen) @ Joschi Siembida

Hi Joschi,

merci für Deine ausführlichen Kommentare + Bilder!

Tja, es wird nicht einfacher... Der Standort ist mitten im Fichtenforst - ohne Sand und ohne Schafe ;-) Rehe gibt´s dort. Aber Du hast ja berichtet, dass Du beide Arten schon quasi nebeneinander gefunden hast. Also vergessen wir den Standort als Indiz. Was das "dicht gedrängt" betrifft, so sehe ich, dass die Apos stellenweise so eng beieinander stehen, dass sie sich gegenseitig deformieren, siehe die ersten 3 Bilder in meinem Eingangsbeitrag. Lass die erst mal alle heranwachsen und richtig reif werden, dann wird das Gedränge schon größer.

Paraphysenform: "meine" haben durchgängig eine 90-Grad-Krümmung. Bei fast allen (sicheren?) Mikro-Fotos von B. fusispora, die ich finden konnte, waren die P. nur leicht geknickt oder wellig, wie Joschi ja auch schreibt. Und die Apos von B. terrestris waren alle mehr gelb als orange.

Aber dann habe ich noch eine B.f. - B.t. - Diskussion gefunden, Joschi war auch beteiligt: Beitrag 231575 Schaut Euch mal die Mikros dort von Harzi an, insbesondere die Form und Pigmentierung der Paraphysen sowie die Verdickung an den Sporenpolen! Seine terrestris-Fruchtkörper sehen meine reifen seehr ähnlich, Form wie auch Farbe. Also wenn Ihr damals richtig bestimmt habt, müsste mein Fund B. terrestris sein.

Noch eine andere "blöde" Frage:
Wieso heißt B. fusispora auf deutsch eigentlich "Spindelsporiger" Becherling? Die anderen Byssonectria-Arten (alle? oder nur noch B. terrestris?) haben doch auch solche "spitzen" Sporen!

Gute Nacht – Rika

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Hallo Rika,
Hier würde ich noch folgendes ergänzen / anmerken: Die Paraphysen haben
leichte Knicke und/oder Wellen
Die Paraphysen sind zwar schon sehr weit gebogen, aber so richtig
Spazierstockartig / 180° rumgebogen sind sie auch nicht
Die Apos stehen zwar teilweise schon dicht zusammen, aber das geht noch
dichter und vorallem großflächiger dichter
B. terrestris hatte ich im Wald auf einem freigescherrten Schlafplatz von Reh
oder Hirsch und auf einem Wildwechsel. Beides mal ohne Losung in der nähe
so weit ich mich noch erinnern kann. In der Mehlinger Heide fand sich B.
terrestris an gleichen Standorten wie B. fussispora. Sprich in Verbindung
mit Stierkäfer Höhlen, die darin den Schaffdung recyceln.
B. fussispora gabs in der Heide an vielen Stellen. Urin oder Dungeintrag ist
dort nie auszuschließen wegen der Beweidung mit Schafen.
Das was ich bisher gesehen habe läßt mich eher an B. fusispora denken. Aber
ich hab die beiden Arten erst einmal gefunden und untersucht. Die
Fachleute für Dungpilze sind hier andere.
Marcel ist die nächsten Tage unterwegs und wird Dir warscheinlich nicht
Antworten können.
Ich häng Dir mal noch ein Standortfoto von B. terrestris und eine
Bilderbuch-Spazierstock-Paraphyse dran.
Gruß Joschi

Re: Orangene Becher - Byssonectria, bloß welche?

Abt, (vor 4222 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
ich mag wirklich keinen Reggae -aber hier plädiere ich weiterhin dafür erstmal einen zu kiffen & die Sporen reifen zu lassen.
M.

Re: Orangene Becher - Byssonectria, bloß welche?

UmUlmHerum, (vor 4222 Tagen) @ Abt

Hallo Rika,
ich mag wirklich keinen Reggae - aber hier plädiere ich weiterhin dafür
erstmal einen zu kiffen & die Sporen reifen zu lassen.
M.

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Hi Marcel,

das erinnert mich an einen Witz:
Ein Alkoholiker, ein Kokser und ein Kiffer hocken zusammen im Knast und beratschlagen, wie man hier wohl am Besten raus käme. Der Alki: "Wenn der Wärter kommt, dann hau´n wir ihm eine in die Fresse, nehmen ihm den Schlüssel weg und türmen..." Darauf der Kokser: "Ne ne ne, wenn der Wärter aufschließt, dann rennen wir ganz schnell an ihm vorbei - wir sind soo schnell, da kriegt uns keiner..." Zuletzt meldet sich der Kiffer zu Wort: "Ach Leute, macht doch keinen solchen Stress! Jetzt rauch´ ma erst mal einen, und dann sieht man weiter..."

Ein Grüppchen Apos sitzt auf ihrem Erdhäufchen schon in einem Schälchen in meiner Küche und wird täglich ein wenig gegossen ... schau mr mal ;-)

Gute Nacht – Rika

Re: Orangene Becherchen: Byssonectria fusispora *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4216 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!

Das Rätsel ist gelöst (wenn es auch nicht als solches gestellt war), the winner ist Joschi – Gratulation!!! Aber Marcels Tipp war auch Gold wert: erst mal einen kiffen ;-))

Gestern abend habe ich einen Frk. von meiner Indoor-Zucht (1 Woche) zerlegt – jetzt ist er tatsächlich reif! Ich hatte schon Sorge, ob das noch was wird, nachdem sich auf allen kleineren Apos schon Schimmel breitmachte. Im Auflicht sah ich dann auch erhebliche Lücken im Hymenium – da hatte irgendjemand kräftig genascht. Am Samstag war ich noch mal am Standort gewesen (falls das mit der Küchen-Zucht nix wird), konnte aber trotz Markierung keine Frk. entdecken. Aber der Boden war schon wieder sehr trocken (die Lamellenpilze von Ostern waren auch nicht weiter gewachsen + angetrocknet), deswegen vermute ich, dass die Apos so geschrumpft sind, dass ich sie nicht leuchten sehen = finden konnte.

Es hat sich in dieser Woche Erstaunliches getan: die Paraphysen haben sich gestreckt (sind nicht mehr soo krumm), sind kopfiger geworden, und die Sporen sehen jetzt auch m.E. klar nach B. fusispora aus – länger, schlanker, die Verdickung an den Polen noch deutlicher. Und viele offene Deckelchen an den Asci... und jede Menge freie Sporen... Vor allem dass sich die Paraphysen bei zunehmender Reife noch verändern würden, hatte ich nicht erwartet.

Anbei Mikro-Bilder von dem reifen Apothecium, von Bild-Nr. 3 (320x) hatte ich 16 Sporen vermessen: (20,4) 22,0 (23,5) x (6,6) 7,14 (7,7) → Q = 3,0
Damit sollte doch nun Byssonectria fusispora überführt sein...

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Noch mal herzlichen Dank für Eure Unterstützung!

Viele Grüße – Rika

Re: Byssonectria fusispora - doch terrestris?!

UmUlmHerum, (vor 4215 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!

Meine Bestimmung ist heftig ins Wanken geraten – via PN hat mir ein Fachmann dieser Gattung mitgeteilt, er halte diesen Fund für Byssonectria terrestris! Ihm sind die Sporen zu kurz. Ich hoffe noch auf mehr Licht in meinem Dunkel – auf weitere Infos zur sicheren Unterscheidung.

Anscheinend waren Joschis Link (siehe Beitrag 240121), Karl Wehrs Q-Tipp (hat jetzt nix mit den Ohren zu tun ;-)) sowie der Aufsatz von Olariaga/Hansen nicht ausreichend für meine "Bestimmung".

Also muss ich (und Ihr) weiterhin erstmal bei Byssonectria spec. bleiben!

Viele Grüße – Rika

Re: Byssonectria - doch terrestris!

UmUlmHerum, (vor 4209 Tagen) @ UmUlmHerum

Der aktuelle Stand: Byssonectria terrestis

Die Sporen der Küchen-Nachreifung sind atypisch-spindelig (vor allem zu schmal, nur ein bisschen zu kurz), die Parapyhsen sehr gut passend, die orangenen Apos dürfen auch diese Farbe haben, die Wuchsform (kleine, dicht gedrängte Grüppchen) sind auch okay für B. t.

Interessenten können sich schon mal das Herbstheft von ZMykol vormerken - und dann dort darüber nachlesen, wie die Unterscheidung zwischen Kotlabaea deformis, B. terrestris und B. fusispoa funktioniert.

Viele Grüße – Rika

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Hallo miteinander!
Meine Bestimmung ist heftig ins Wanken geraten – via PN hat mir ein Fachmann
dieser Gattung mitgeteilt, er halte diesen Fund für Byssonectria
terrestris ! Ihm sind die Sporen zu kurz. Ich hoffe noch auf mehr Licht in
meinem Dunkel – auf weitere Infos zur sicheren Unterscheidung.
Anscheinend waren Joschis Link (siehe
Beitrag 240121 ),
Karl Wehrs Q-Tipp (hat jetzt nix mit den Ohren zu tun ;-)) sowie der
Aufsatz von Olariaga/Hansen nicht ausreichend für meine
"Bestimmung".
Also muss ich (und Ihr) weiterhin erstmal bei Byssonectria spec. bleiben!
Viele Grüße – Rika