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Frage an die Lateiner

pilzmel ⌂, (vor 4165 Tagen)

Hallo zusammen,
könnte mir jemand bei der Übersetzung folgender Passage helfen:
Locis similibus, sed in pineto-montanis tantum legimus.
Natürlich habe ich mit Langenscheidt & Google herumprobiert, aber es scheint mehrere Möglichkeiten zu geben.
Beste Grüße!
Andreas

Re: Frage an die Lateiner

Wolfgang P., (vor 4165 Tagen) @ pilzmel

Hallo zusammen,
könnte mir jemand bei der Übersetzung folgender Passage helfen: Locis
similibus, sed in pineto-montanis tantum legimus.
Natürlich habe ich mit Langenscheidt & Google herumprobiert, aber es
scheint mehrere Möglichkeiten zu geben.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,

es wäre leichter, wenn auch die 1,2 Sätze davor da wären. Dann könnte man vielleicht eher nachvollziehen, was mit "ähnlichen Orten" gemeint ist, auch wenn die Autoren die Art wohl nur in montanen Fichtenwäldern sammeln (so mein Verständnis).

Grüße,

Wolfgang

Re: Frage an die Lateiner

Andreas ⌂, (vor 4165 Tagen) @ pilzmel

Hallo zusammen,
könnte mir jemand bei der Übersetzung folgender Passage helfen: Locis
similibus, sed in pineto-montanis tantum legimus.
Natürlich habe ich mit Langenscheidt & Google herumprobiert, aber es
scheint mehrere Möglichkeiten zu geben.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,

"An ähnlichen (vergleichbaren, gleichartigen ...) Plätzen, aber von uns nur in montanen Kiefernwäldern gefunden"

So würde ich das übersetzen.
Der Text scheint eher neueren Ursprungs zu sein? Der Begriff "pineto-montanis" ist mir nicht geläufig und scheint mir kein "alter" Begriff zu sein. Ein "Pinetum" ist jedenfalls ein Kiefernwald, kein Fichtenwald. Letzteres wäre ein Piceetum.

beste Grüße,
Andreas

Re: Frage an die Lateiner

pilzmel ⌂, (vor 4165 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,
danke für die schnelle Antwort. Vorher steht
Pers. syn. p. 402. (non alter). Cfr. S. M. p. 296. Secr. n. 384. Das ist mir schon klar, auch Locis similibus. Beim zwoten Teil war unklar, ob das eine allgemeine, anonyme Aussage ist oder sinngemäß heißt "von mir bzw. uns gesammelt (verzeichnet?)" und ob es ein Berg-Nadelwald ist oder speziell ein Fichtenwald.
Beste Grüße!
Andreas

Re: Frage an die Lateiner

pilzmel ⌂, (vor 4165 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
danke für die flinke Antwort!
Das ist ein originaler Fries. Der zwote Textteil "von UNS..." würde perfekt passen. Super. Oben habe ich in der Antwort für Wolfgang grade Quatsch geschrieben, natürlich ist Pinus eine Kiefer. Hm, gibt es eigentlich montane Kiefernwälder, mal abgesehen von den löcherigen ganz oben mit der Latsche.
Beste Grüße!
Andreas

Re: Frage an die Lateiner

Stephan Weißer, (vor 4164 Tagen) @ pilzmel

Hm, gibt es
eigentlich montane Kiefernwälder, mal abgesehen von den löcherigen ganz
oben mit der Latsche.

Hallo Andreas,
etwas, das man als montanen Kiefernwald bezeichnen könnte, findet man breitflächig in den Alpen: als Lärchen-Kiefern-Wald über Kalk (z. B. im Lech- oder Inntal) oder als hochalpinen Lärchen-Zirben-Wald (Steiermark, Kärnten).
Im Schwarzwald gibt es die bekannten Moor-Kiefernwälder, z. B. auf der Geutsche bei Triberg auf 900 m NN oder auf dem Rensberg auf 1100 m NN.
Inwieweit in den Fundgebieten von Fries montane Kiefernwälder vorkommen (vorkamen), ist für mich schwer zu beurteilen. Im Ritterlingsbuch von Christensen/Heilmann-Clausen sind einige Fotoaufnahmen von Kiefernwäldern aus Skandinavien zu sehen, die für mich montanen Charakter haben.
FG
Stephan

Re: Frage an die Lateiner

pilzmel ⌂, (vor 4164 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,
danke für deine ausführliche Antwort! Ich habe wohl zu lokal gedacht, denn nördlich von hier ist Flachland voller Kiefern, und südlich (Erzgebirge) und westlich (Harz) stehen die Fichten auf den Bergen.
Beste Grüße!
Andreas

Pinetum

EricS ⌂, (vor 4164 Tagen) @ pilzmel

Hallo zusammen,

ich glaube, dass man "pinetum" in diesem Fall nicht zu eng mit "Kiefernwald" übersetzen darf. Mit pinetum ist in lateinischen Texten i. d. R. eine Ansammlung von Nadelbäumen gemeint, z. B. ein Kiefernwald, ein Fichtenwald (Basionym von Picea abies ist Pinus abies), oder auch eine Zusammenstellung von Nadelbäumen in Buchform (z. B. Pinetum Britannicum). Auch das Städtchen Thann im frz. Sundgau wird in entsprechend alten Texten Pinetum (Ortsname) genannt.

Viele Grüße,
Eric

Re: Pinetum

pilzmel ⌂, (vor 4164 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,
herzlichen Dank! Also DOCH ein allgemeiner Nadelwald. Die Nach-Fries'schen Autoren hatten das auch so übersetzt; ich vermutete da schlichte Großzügigkeit. Und weil ich dich grade in der Leitung habe; guck mal bitte:
...häufig und verbreitet im Bergland (Femsjö) gefunden. Sequentibus major, terrestrisch, gesellig, nicht büschelig, sehr zerbrechlich.
Was wäre denn elegant für Sequentibus major?
Beste Grüße!
Andreas

Re: Pinetum

EricS ⌂, (vor 4163 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

auch hier wäre der lateinische Kontext hilfreich (einfach Werk und Art angeben). FRIES z. B. benutzt sequentibus, um Vergleiche mit nachfolgend beschriebenen Arten zu ziehen. Sequentibus ist die Dativ- oder Ablativform von sequentes (= die Folgenden), major heißt größer. Vermutlich heißt es schlichtweg "größer als die nächstgenannten Arten" (Ablativus comparationis, eine elegante Verkürzung des lat. Vergleichs, der sich normalerweise mit quam + Vergleichsgegenstand im Nominativ anschließt, also Major quam sequentes.). Ob das stimmt, muss natürlich dem Kontext entnommen werden, sprich folgen dieser Beschreibung wirklich kleinere Arten?

Viele Grüße,
Eric

Hallo Eric,
herzlichen Dank! Also DOCH ein allgemeiner Nadelwald. Die Nach-Fries'schen
Autoren hatten das auch so übersetzt; ich vermutete da schlichte
Großzügigkeit. Und weil ich dich grade in der Leitung habe; guck mal
bitte: ...häufig und verbreitet im Bergland (Femsjö) gefunden. Sequentibus
major, terrestrisch, gesellig, nicht büschelig, sehr zerbrechlich.
Was wäre denn elegant für Sequentibus major?
Beste Grüße!
Andreas

Re: Pinetum

pilzmel ⌂, (vor 4163 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,
hinterher kommt candolleana, Stiel 3 unc. lang, 2-4 lin. dick, Hut 2-4 unc. breit. Ist nicht wirklich kleiner gegenüber Stiel 3-4 unc., 2-3 lin. dick, Hut 1,5-3 unc. breit.
Ist auch wieder FRIES, 1857, Monographia Hymenomycetum.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,
auch hier wäre der lateinische Kontext hilfreich (einfach Werk und Art
angeben). FRIES z. B. benutzt sequentibus , um Vergleiche mit nachfolgend
beschriebenen Arten zu ziehen. Sequentibus ist die Dativ- oder
Ablativform von sequentes (= die Folgenden), major heißt größer.
Vermutlich heißt es schlichtweg "größer als die nächstgenannten
Arten" (Ablativus comparationis, eine elegante Verkürzung des lat.
Vergleichs, der sich normalerweise mit quam + Vergleichsgegenstand im
Nominativ anschließt, also Major quam sequentes .). Ob das stimmt, muss
natürlich dem Kontext entnommen werden, sprich folgen dieser Beschreibung
wirklich kleinere Arten?
Viele Grüße,
Eric

Re: Pinetum

EricS ⌂, (vor 4162 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

ich habe mir die Monographia angeschaut. Hast recht, so richtig überzeugend ist es, zumindest im Bezug auf A. candolleanus nicht. Allerdings ist sequentibus Plural, er meinte also auch die Arten jenseits von candolleana. Meine Interpretation bleibt demnach, dass FRIES die Art als tendenziell größte (kräftigste?) der Appendiculati herausstellen wollte. Über die genaue Bedeutung von major lässt sich womöglich auch diskutieren. Ob FRIES hier die reinen Hutbreite/Stieldicke-Quartettkartenmaße oder ein allgemein robusteres Erscheinungsbild im Sinne hatte?

Viele Grüße,
Eric

Hallo Eric,
hinterher kommt candolleana, Stiel 3 unc. lang, 2-4 lin. dick, Hut 2-4 unc.
breit. Ist nicht wirklich kleiner gegenüber Stiel 3-4 unc., 2-3 lin. dick,
Hut 1,5-3 unc. breit.
Ist auch wieder FRIES, 1857, Monographia Hymenomycetum.
Beste Grüße!
Andreas

Re: Pinetum

pilzmel ⌂, (vor 4162 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,
nochmals herzlichen Dank!
Vermutlich ist deine Interpretation zutreffend. Immerhin ist der Ursprung bei Persoon's macropus. Und der wird sicher nicht ohne Grund so heißen.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,
ich habe mir die Monographia angeschaut. Hast recht, so richtig überzeugend
ist es, zumindest im Bezug auf A. candolleanus nicht. Allerdings ist
sequentibus Plural, er meinte also auch die Arten jenseits von
candolleana. Meine Interpretation bleibt demnach, dass FRIES die Art als
tendenziell größte (kräftigste?) der Appendiculati herausstellen wollte.
Über die genaue Bedeutung von major lässt sich womöglich auch
diskutieren. Ob FRIES hier die reinen
Hutbreite/Stieldicke-Quartettkartenmaße oder ein allgemein robusteres
Erscheinungsbild im Sinne hatte?
Viele Grüße,
Eric