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Re: Wer kennt diese Arten?, von Kazuya

Andreas Gminder ⌂, (vor 8944 Tagen) 275 Beiträge @ Notizbrettbildservice

Immer wieder begegnet man Arten, die sich nicht ohne weiteres bestimmen
lassen. Hier sind einige dieser Arten, die meiner Bestimmung entgehen,
vielleicht hat jemand eine Idee oder einen Vorschlag, wie diese Arten zu
benennen sind.
1. Ein kleines Becherchen, wo ich rein äußerlich auf die Gattung Dasyscyphus
gestoßen bin. Ich finde, dass diese Fruchtkörper weder nach D. sulfureus noch
nach D. mollissimus aussehen. Etwa 0,5 - 2 mm breit, wuchsen sie auf großen
Kräuterstengeln (Doldenblütler). Sie hatten keinen Stiel und waren zahlreich
vorhanden (04.04.02)
2. Ein Blätterpilz, zu dem ich gar nichts sagen kann, auffallend sind aber
die grauen, gesägten Lamellen. Er scheint speziell im Frühling vorzukommen
und sein Hut wird etwa bis 5 cm breit, seine Oberfläche feucht recht
schmierig bis fast schleimig (Hebeloma ?). Er wuchs bei Pappeln, Buchen und
Hasel.
(14.02 und 23.03.02)
3. Ein Kernpilz, wahrscheinlich um Hysterium, kaffeebohnenförmig und etwa 1 -
2/ 0,5 mm, schwarz, Standort auf abgestorbenem Eichenstamm( 23.03.02)
4. Ein kleines Becherchen, geht in Richtung Mollisia oder Tapesia
(Dermateaceae), Frk. 0,5 - 2,5 mm breit, stiellos, Standort auf einem
abgestorbenen Kiefernzapfen (16.03.02)
Vielleicht fällt dem einen oder anderen ja was ein, welche Arten hier
vorliegen könnten oder welche in Frage kommen können, ich würde mich sehr
darüber freuen,
Ciao, Kazuya.

Hallo,

wie bereits mehrfach erwähnt kann man so gut wie keine Ascos ohne Mikroskop ansprechen. Und irgendwelche Vorschläge, was es denn sein KÖNNTE bringen doch nur dann was, wenn Du das dann auch versuchst nachzuprüfen (= mikroskopieren!). Falls das der Fall ist, gebe ich gerne Tipps ab (wie beim Lotto: ohne Gewähr), ansonsten bringt's wie gesagt eigentlich nix.

1.) Glaube auch nicht so recht an die mollissimum-Gruppe weil die Haare recht kurz sind. Allerdings kann man die Größe nur erraten. Vermutlich sind sie recht klein, deutlich kleiner als typische B. mollissimum? Falls das der Fall ist, würde ich mal in der Gegend von Cistella grevillei suchen

2.) Das ist Pholiota oedipus (Phaeogalera oe.) - Fettigglänzender Scheinschüppling.

3.) Ich seh nix und Pyrenos kann ich eh nicht.

4.) Ganz sicher eine Mollisia, aber welche? Vermutlich ist es M. lividofusca, die mit Abstand häufigste Art auf Kiefernzapfen (wenn nicht gar die einzige).. Dazu müßtest Du die Hyphen des Subhymeniums checken. Wenn sie bräunlich sind statt hyalin wie bei (fast) allen anderen Arten, dann stimmts. Sind sie hyalin, dann könnte das die für mich mysteriös gebliebene Mollisia strobilicola sein. Aber alle Funde unter diesem Namen die ich bisher untersuchen konnte waren M. lividofusca. Ob's also eine zapfenbewohnende Mollisia mit HYALINEM Subhymenium gibt wage ich fast schon zu bezweifeln.
Diese lividofusca ist frisch und durchfeuchtet oftmals von einem eigentümlichen violettblau, fast fliederfarben. Beim langsamen Abtrocknen (einfach im Zimmer liegen lassen) nimmt sie aber ihren typischen, schwer zu beschreibenden Kaffee-mit-viel-Milch-Braunton an
Exsikkat würde mich interessieren falls vorhanden.

herzliche Grüße,
Andreas

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