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Baumpilz-Frage *PIC*

DieterB, (vor 8929 Tagen)

Hallo zusammen,

seit jetzt fast 2 Monaten knobele ich an dem Pilz unten rum. ich komme nicht drauf, welche Art es ist. Vielleicht könnt Ihr mir helfen. Gefunden ist er am 28.3. in einem Auwald. Der umgestürzte Laubbaum war übersät mit diesen bis kinderfaustgroßen Fruchtkörpern, die an Hymenophor und Oberfläche etwa elfenbeinfarbig sind, letztere samtig. Sporen hab ich keine gefunden, jedoch Pleurocystiden, die streng in der distalen Hälfte sehr symmetrisch rautenförmig waren. Das auffälligste war aber der Geruch: frisch am Baum auf leicht fruchtiger Grundlage eine Spur Anis und Gummi, zu Hause nach wenigen Stunden diese beiden Beinoten weg und ein intensiver, reiner Geruch nach exotischen Früchten, so als würde man in eine Multivitaminsaftflasche reinschnuppern.
Könnt Ihr damit was anfangen?
Für Eure Hilfe jedenfalls vielen Dank und noch schöne Feiertage!

Dieter

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Re: Baumpilz-Frage

bleem, (vor 8929 Tagen) @ DieterB

Hi Dieter!

Schwer, schwer, aber die Pilze sehen stark nach jungen Fruchtkörpern der Spitzwarzigen Tramete (Antrodiella hoehnelii)aus. Ich glaube auch leichte Gelbtöne zu erkennen und das wäre dann auch ein Hinweis für diese Art. Abert wie gesagt, schwer zu sagen!!!!!!!!!!

Ciao bleem

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Re: Baumpilz-Frage

Werner2, (vor 8928 Tagen) @ DieterB

Hallo Dieter, ein sehr interessanter, schön fotografierter Fund, der mein Interesse geweckt hat. Sicher nichts Alltägliches, daher auch nicht so einfach.
Ein paar notwendige Fragen dazu:
Die Poren sehen ziemlich groß, fast labyrintisch-unregelmäßig aus, wie groß ist der FK auf dem Bild und wieviele Poren waren das so ca. pro mm (1, 2 oder 3 ?).
Wie weit standen denn die Hütchen vom Substrat ab ?
Waren die FK zäh ? Gab es Verfärbungen auf Druck oder nach längerer Zeit ?
Waren die FK auch in der Trama hell und weißlich.
Wie muss man sich symetrisch-rautenförmige Pleurozystiden vorstellen ? Hört sich mehr nach Kristallen an. Hast Du auch die Tramahyphen dir angesehen (Dimitisch, Trimitisch, Schnallen an den Septen oder nicht??).
Und war es hundertprozentig Laubholz, wenn ja, welches ??
Und die letzt Frage: Gibt es ein Exikkat von diesen Pilzen und vom Holz?
Gruss Werner2

Hallo zusammen,

seit jetzt fast 2 Monaten knobele ich an dem Pilz unten rum. ich komme nicht
drauf, welche Art es ist. Vielleicht könnt Ihr mir helfen. Gefunden ist er
am 28.3. in einem Auwald. Der umgestürzte Laubbaum war übersät mit diesen
bis kinderfaustgroßen Fruchtkörpern, die an Hymenophor und Oberfläche etwa
elfenbeinfarbig sind, letztere samtig. Sporen hab ich keine gefunden,
jedoch Pleurocystiden, die streng in der distalen Hälfte sehr symmetrisch
rautenförmig waren. Das auffälligste war aber der Geruch: frisch am Baum
auf leicht fruchtiger Grundlage eine Spur Anis und Gummi, zu Hause nach
wenigen Stunden diese beiden Beinoten weg und ein intensiver, reiner
Geruch nach exotischen Früchten, so als würde man in eine
Multivitaminsaftflasche reinschnuppern.
Könnt Ihr damit was anfangen?
Für Eure Hilfe jedenfalls vielen Dank und noch schöne Feiertage!
Dieter

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Re: Baumpilz-Frage

DieterB, (vor 8927 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

Deine Fragen kann ich zumindestens teilweise beantworten:
Die Poren waren mindestens 1mm groß im frischen Zustand und bildeten tatsächlich so eine unregelmäßige Oberfläche. Der Fruchtkörper auf dem Foto dürfte etwa einen Durchmesser von 8-10 cm haben. Die Hütchen standen max. 3cm vom Substrat ab. Die FK waren weich und färbten sich auf Druck sehr schnell etwas beige. Es war ein reiner Auwald, also keine Nadelbäume. Ich maile Dir das ganze Foto, da sieht man, daß es ein Laubbaum ist. Vom Holz hab ich keine Probe, könnte aber notfalls versuchen, den Baum wieder zu finden (was nicht sicher gelingt). Es waren Zystiden (sehr wenige) und ich hab auch geglaubt, Schnallen zu sehen, war mir aber nicht sicher. Ich hab ein Exsikkat einer ganzen "Kolonie", das ich Dir gerne sende, falls Du mir Deine Adresse mailst (bitte an meine andere eMail-Adresse, die ich Dir mit dem Foto schicke)

Grüße
Dieter

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Re: Baumpilz-Frage

Christoph ⌂, (vor 8927 Tagen) @ DieterB

Hallo Werner,
Deine Fragen kann ich zumindestens teilweise beantworten: Die Poren waren
mindestens 1mm groß im frischen Zustand und bildeten tatsächlich so eine
unregelmäßige Oberfläche. Der Fruchtkörper auf dem Foto dürfte etwa einen
Durchmesser von 8-10 cm haben. Die Hütchen standen max. 3cm vom Substrat
ab. Die FK waren weich und färbten sich auf Druck sehr schnell etwas
beige. Es war ein reiner Auwald, also keine Nadelbäume. Ich maile Dir das
ganze Foto, da sieht man, daß es ein Laubbaum ist. Vom Holz hab ich keine
Probe, könnte aber notfalls versuchen, den Baum wieder zu finden (was
nicht sicher gelingt). Es waren Zystiden (sehr wenige) und ich hab auch
geglaubt, Schnallen zu sehen, war mir aber nicht sicher. Ich hab ein
Exsikkat einer ganzen "Kolonie", das ich Dir gerne sende, falls
Du mir Deine Adresse mailst (bitte an meine andere eMail-Adresse, die ich
Dir mit dem Foto schicke)
Grüße
Dieter

Hmm, grobe Poren, leichter Anisgeruch und weichfleischig... da fällt mir nur Trametes suaveolens ein... Die hat auch Schnallen. Nur sind die Poren nicht ganz so groß (1-3 pro mm), also max. so bis 1 mm Durchmesser...

Der Fruchtkörüer sieht dafür auch etwas seltsam aud, aber vielleicht ist es eine Wuchsdeformation... das Habitat Auwald passt. Tr. suaveolens wächst hauptsächlich auf Weide...

Cystiden hätte die Tramete aber nicht...

Grüße, Christoph