Re: Tag der Artenvielfalt
Ahoi Christoph,
du schreibst:"Es handelt sich um eine phantastische Huteweide, die seit
vielen Jahrhunderten besteht und bis heute nicht aufgedüngt wurde."
Meine Frage dazu: Was verstehst Du unter dem Begriff "aufgedüngt"?
Ich verstehe das so das niemals künstlicher (Industrie) oder natürlicher
(Kuhsch**** *g*) Dünger auf dieser Wiese aufgetragen worden ist.
Ist diese Interpretation von mir richtig?
Und dann eine allgemeine Frage: Was wäre wenn die Wiese
"aufgedüngt" gewessen wäre?
Würde es dann keine Pilze geben, oder andere?
Für Dich erscheinen meine Fragen eventuel dumm, aber ich bin kein Experte.
Gruss Christophe
P.S: Entschuldige das ich das Copyright eventuel verletzt habe, indem ich
Dein
Satz hier kopiert habe.
Hallo Christophe,
unter "aufgedüngt" versteht man gezielt durch menschliche Handlungen eingebrachte Dünger oder Bodenverbesserungsmittel (Kalkung). Rinderdung ist vorhanden, aber da die Rinder drauf weiden, ist es ja +/- ein Kreislauf.
Schon einmalige Düngergaben können das komplizierte Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Pilzen empfindlich stören. Die Fruktifikationen von Typischen Magerrasenarten wie Saftlingen, Wiesenkeulchen usw. lassen deutlich nach oder hören ganz auf. Über dieses Thema gibt es etliche Arbeiten. Schon Neuhoff hat dies 1950 in der Zeitschrift für Pilzkunde 5:8-12 erwähnt.
Die Aufdüngung von Magerrasen und anderen Biotopen seit den 50ern hatte das größte Artensterben der Neuzeit zur Folge.
Gruß, Peter