Re: Geblbberingte Perlpilz essbar?
Hallo Marcus,
wird der geblbberingte Perlpilz nicht als giftverdächtig beschrieben? Ich
frage, weil Du schreibst, daß Du einige Exemplare mitgenommen hast.
Habe letztes Jahr im Spätherbst auch etliche Exemplare im Eichenwald
gefunden, war aber unsicher bei der Bestimmung.
Gruß, Carsten
Hallo Carsten,
in älteren Pilzbüchern geistert eine Phantom-Art rum, ein giftiger Doppelgänger des Perlpilzes. Wurde meines Wissens sogar gültig beschrieben als A. pseudorubescens.
Man hat die art nie wieder gefunden und geht schon seit längerer Zeit davon aus, dass es sich, falls die Vergiftung wirklich durch Perlpilze kam, um verdorbene Exemplare handeln mußte (z.B. eingetrocknet und nach Gewitterregen wieder "auflebend").
Da diese "Art" in Wirklichkeit nicht existiert, aber die Pilzsammler und natürlcih auch die -berater sich eine Vorstellung davon zu machen suchten, wurden alle möglichen etwas vom Typus abweichenden Perlpilz-Formen für verdächtig angesehen zumindest solange dieses Mysterium nicht geklärt war. U.a. auch die Trockenformen mit gelblichem Velum (Hüllreste, Ring) die bisweilen var. oder f. annulosulphurea genannt werden.
Meiner Ansicht nach steht außer Zweifel fest, dass es sich hierbei um rein witterungsbedingte (Trockenheit, Hitze) Abweichungen zum "normalen" Perlpilz handelt, die weder eine eigene taxonomische Benennung erfordern, noch küchentechnisch in irgendeiner Weise anders behandelt werden müßten.
Gruß,
Andreas