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Re: Giftpilzberatung?

Thilo, (vor 8889 Tagen) @ Georg

Hallo, Georg,

in der Schweiz gab es vor einigen Jahren wirklich einen Mordfall mit Grünen Knollenblätterpilzen. Die Mörder waren Pilzlaien, die sich die nötigen Infos bei öffentlichen Pilzberatungsstellen besorgt hatten. Das ging damals sogar durch die Presse, zumindest in der Schweiz.

Unbekannten, die mich z. B. anrufen, würde ich nie die Standorte von Giftpilzen verraten, und wenn jemand behauptet, damit "wissenschaftlich" arbeiten zu wollen, würde ich mich genau nach dem Institut oder der Firma erkundigen und gegebenenfalls mich dort rückversichern. Wenn aber auf Pilzwanderungen jemand dabei ist, der seine Erbtante vergiften will, und wir finden dann tatsächlich Knollis und er merkt sich den Standort, dann kann ich's auch nicht verhindern. Aber der Fahrlehrer ist ja auch nicht schuld, wenn sein Schüler bei nächster Gelegenheit einen Mitmenschen über den Haufen fährt...

Es grüßt
Thilo

Hallo Pilzler,

ich bekomme häufig Anfragen wie: * Sind das auf den Bildern Psilos?
* Sie kennen sich doch aus, sagen Sie mir mal ein paar Stellen wo Psilos
wachsen!
* Ich brauche Grüne Knollis für wissenschaftliche Zwecke. Wo gibts welche?
Ich versuche dann immer möglichst genau Auskunft zu geben (aber meine
Stellen verrate ich natürlich nicht ;-)
'Darf' man das denn eigentlich? Könnte ja als Beihilfe zu einer Straftat
ausgelegt werden. Ich persönlich bin der Meinung dass man das darf.
Möglichst viele Informationen weitergeben. Was die Leute dann damit anfangen
ist ihr Problem.
Krasses Gegenbeispiel ist wohl Frankreich. Ich habe gehört, dass dort
auf Pilzausstellungen 'Psilos' (also z.B. Psilocybe semilanceata) entweder
gar nicht oder unter 'falschem Namen' (z.B. irgend ein altes obskures
Synonym)
ausgestellt werden damit Interessierte keine Informationsmöglichkeit haben.
Krank, finde ich.
Georg

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