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Polyporus tuberaster ? (2 Bildchen) *PIC*

Gelbfieber, (vor 8877 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

heute habe ich diesen Pilz gefunden und halte ihn für Polyporus tuberaster den Kleinen Schuppenporling wenn da nicht die ungewöhnliche Größe von ca. 20cm wäre. Auch Georg schreibt von einen Polyporus tuberaster von diesem Ausmaß in seinem Bericht „....Funde vom Wochenende“ am 8. Juni 2002.

Einige Angaben zum Pilz:
Hutgröße: ca. 20cm (das ganze Gebilde ca. 30cm)
Stiel: teils weiß teils ähnlich Hutfarbe
Fleisch: weiß, festfleischig
Geruch: unauffällig, pilzig (nicht nach Gurken oder Mehl)
Fundort: Buchenwald, an einem liegenden Buchenstamm
Röhren: weiß, die schwarzen Punkte sind Fliegen!

Die Größe und der unauffällige Geruch passen leider nicht zusammen. Ich tippe dennoch auf Polyporus tuberaster den Kleinen Schuppenporling. Oder gar ein nichtriechender P. squamosus. Oder bin ich da auf einer ganz falschen Fährte?
Ich hänge ein paar Bildchen an das Ihr den ...........??? mal sehen und mir eventuell weiterhelfen könnt.

Liebe Grüße und seit nicht traurig das zur Zeit pilzmäßig nicht viel geht.
Gelbfieber

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Re: Polyporus tuberaster ? (2 Bildchen)

Werner2, (vor 8877 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,
Georg scheint sich ja wohl doch nicht vermessen zu haben, da Du jetzt auch so große Dinger gefunden hast. Normalerweise sind die kaum größer als 10 cm, meist sogar noch kleiner. Ich gestehe ja, dass es mit solchen Funden dann aus dem Rahmen fällt und schwierig wird.
Die von Dir abgebildeten Pilze sind jedenfalls nicht Polyporus squamosus, sondern es handelt sicherlich auch um T. tuberaster. Ich kenne sonst auch keine ähnliche Art.
Am Hutrand kann man übrigens ganz deutlich die feine Bewimperung erkennen, die für diese Art typisch ist. Auch der Stiel scheint ziemlich zentral zu stehen, ohne eine auffallende schwarze Basis. Die Mikromerkmale geben übrigens nicht sehr viel her. Beide Arten haben leider auch ähnlich große Sporen.
Trotzdem denke ich es ist ein ungewöhnlich großer Fund des Klumpenporlings.
Gruß Werner2

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Ich halte es auch für tuberaster - trotz der Größe *oT*

Andreas ⌂, (vor 8877 Tagen) @ Gelbfieber

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Infos? P. tuber. - Pilz-Stein / Wolfiporia cocos

Ralf, (vor 8876 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber, hallo Pilzfreunde,

zunächst einmal Gratulation zu den prächtigen Fotos!

Selbst habe ich Polyporus tuberaster noch nicht gefunden oder als solchen bestimmt.

Trotzdem interessiert er mich sehr, weil er für mich im gewissen Sinne eine Verbindung zu meinem zweiten Hobby, dem Mineraliensammeln darstellt.

Bekanntlich bildet Polyporus tuberaster unterirdisch ein steinhartes Sklerotium als Dauerform. Mit diesem Pilz-Stein = Pietra fungaia aus Italien hat sich schon Goethe – übrigens auch Mineraliensammler – beschäftigt.

Hintergrund für seine Experimente war wohl neben dem kulinarischen Aspekt die sogenannte Metamorphosen-Theorie. Eine veraltete Vorstellung – jetzt weis ich es nicht genau - wonach neben dem Tier- und dem Pflanzenreich ein Mineralreich existiert und sich „Organismen“ zwischen diesen umwandeln: Aus dem mineralischen Pilz-Stein bildet sich der pflanzliche Fruchtkörper.

In diesen englischsprachigen Link wird darauf eingegangen:

http://www.comafungi.org/nfuspr00.htm

Dort wird auch die amerikanische Porlings-(?)-Art Wolfiporia cocos erwähnt, die, wenn ich es richtig verstehe, ebenfalls eine unterirdische Dauerform, genannt “tuckahoe”, bildet. Diese ist allerdings weich(er) und wurde von den Indianern („Indianisches Brot“) und in Notzeiten von den schwarzen Sklaven gegessen.

Gerne würde ich mehr zu diesen Themen (Polyporus tuberaster - Metamorphosen-Theorie sowie Wolfiporia) erfahren. Wisst ihr etwas darüber und könnt mir helfen ? Literatur dazu ?

Dank und Gruß

Ralf

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Re: Infos? P. tuber. - Pilz-Stein / Wolfiporia coc

Werner2, (vor 8876 Tagen) @ Ralf

Hallo Ralf,

die Gattung Wolfiporia ist mir bisher zwar unbekannt geblieben, aber zu
P. tuberaster habe ich einen Hinweis:
Die ausführlichste Arbeit, welche ich zu dieser Art kenne, ist von Hermann Jahn im Juni 1980 in den "Westfälischen Pilzbriefen", XI. Band, Heft 7, Seite 125 - 144 erschienen. In diesem Artikel wird auch auf die Historie der Art und die Bildung von Sklerotien eingegangen; außerdem werden eine ganze Reihe von Literaturhinweise, insbes. auf die wichtige Arbeit von Müller, Huth und Herschel-im Feddes Report 89 gegeben.
Gruß Werner2

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Danke für die Info, Werner! *oT*

Ralf, (vor 8876 Tagen) @ Werner2

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Re: Infos? P. tuber. - Pilz-Stein / Wolfiporia coc

Jango, (vor 8876 Tagen) @ Ralf

Dort wird auch die amerikanische Porlings-(?)-Art Wolfiporia cocos erwähnt,
die, wenn ich es richtig verstehe, ebenfalls eine unterirdische Dauerform,
genannt “tuckahoe”, bildet. Diese ist allerdings weich(er) und wurde von
den Indianern („Indianisches Brot“) und in Notzeiten von den schwarzen
Sklaven gegessen.

Hallo Ralf!!

Hast du paar Bilder von Wolfiporia cocos?? Ich hab schon im Internet danach gesucht, hab aber nicht wirklich brauchbares gefunden...

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Wolfiporia cocos: Link zu Bild (Sklerotium)

Ralf, (vor 8876 Tagen) @ Jango

Hallo Ralf!!
Hast du paar Bilder von Wolfiporia cocos?? Ich hab schon im Internet danach
gesucht, hab aber nicht wirklich brauchbares gefunden...

Hallo Jango,

Hier findest du ein Bild des Sklerotium von Wolfiporia cocos (Schweinitz) Ryvarden & Gilbertson (Synonym: Poria cocos):

http://botit.botany.wisc.edu/images/332/Basidiomycota/Hymenomycetes/Polyporaceae/Wolfip...

Ich habe auch einmal www.google.de suchen lassen und fand diverse Seiten, die sich auf die Verwendung in der (chinesischen) Medizin beziehen. Dort läuft er unter der Bezeichnung Fu Ling. Entsprechende Präparate werden angeboten.

Hier eine Erwähnung auf einer koreanischen Seite:

http://www.oakmushroom.or.kr/english/enoak_live_body.html

Ralf

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Re: Wolfiporia cocos: Link zu Bild (Sklerotium)

Jango, (vor 8876 Tagen) @ Ralf

Hallo Jango,
Hier findest du ein Bild des Sklerotium von Wolfiporia cocos (Schweinitz)
Ryvarden & Gilbertson (Synonym: Poria cocos):
http://botit.botany.wisc.edu/images/332/Basidiomycota/Hymenomycetes/Polyporaceae/Wolfip...
Ich habe auch einmal www.google.de suchen lassen und fand diverse Seiten,
die sich auf die Verwendung in der (chinesischen) Medizin beziehen. Dort
läuft er unter der Bezeichnung Fu Ling. Entsprechende Präparate werden
angeboten.
Hier eine Erwähnung auf einer koreanischen Seite:
http://www.oakmushroom.or.kr/english/enoak_live_body.html
Ralf

Hallo Ralf,

Naja, vielleicht hab vergessen zu erwähnen, dass ich den Fruchtkörper zu W. Cocos suche und nicht das Sklerotium (Das Sklerotium kann doch gar nicht der Fruchtkörper sein, oder??).

Aber trotzdem danke, dass du für mich Bilder gesucht hast! ;o)

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Kein Bild vom Wolfiporia cocos Fruchtkörper

Ralf, (vor 8875 Tagen) @ Jango

Hallo Ralf,
Naja, vielleicht hab vergessen zu erwähnen, dass ich den Fruchtkörper zu W.
Cocos suche und nicht das Sklerotium (Das Sklerotium kann doch gar nicht
der Fruchtkörper sein, oder??).
Aber trotzdem danke, dass du für mich Bilder gesucht hast! ;o)

Hallo Jango,

auch wenn es dich (und mich!) natürlich brennend interessiert, wie den der
Fruchtkörper von Wolfiporia aussieht, habe ich bisher keine Abbildung gefunden.

Damit wir beide jetz nicht furchtbar traurig werden, zitiere ich mal zum Trost aus dem amerikanischen Bericht von David Rose (siehe Link in meinem 1. Beitrag):

"Anders als das Tuckahoe dessen Fruchtkörper im Vergleich mit seinem eßbaren Sclerotium verhältnismäßig uninteressant ist,ist Polyporus tuberaster..."

Aussserdem ist von einem resupinaten Porling die Rede, weshalb er ursprünglich wohl der Gattung Poria zugeordnet wurde...

Mehr weiss ich im Augenblick auch nicht. Vielleicht müsste man einmal in ein
amerikanisches Pilzbuch sehen. Leider habe ich keines.

Ralf

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Re: Kein Bild vom Wolfiporia cocos Fruchtkörper

Jango, (vor 8875 Tagen) @ Ralf

Hallo Ralf,

Ist W. Cocos etwa ein so seltener Pilz?? Normalerweise findet man zu jedem größeren Pilz Bilder im Internet .... schade eigentlich

Ich hab mir jetzt den Bericht von David Rose durchgelesen, der ist recht interessant...

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Wolfiporia cocos

Udo, (vor 8875 Tagen) @ Ralf

Hallo Ralf,

ich habe Deinen Beitrag erst heute gelesen. Es gibt einen Artikel über Wolfiporia (=Pachyma) cocos in der Schweizerischen Zeitschrift für Pilzkunde (2000, Heft 1, S. 10-19, Autor: H. Clemencon).

Der Artikel behandelt die Morphologie des Pilzes (auch des Porling-Fruchtkörpers), Verbreitung (nördliche Halbkugel, auch z.B. Schweiz), Ökologie, Verwendung; zahlreiche Literaturhinweise. Als Einstieg ist dieser Artikel von Prof. Clemencon wärmstens zu empfehlen.

Das Sklerotium (nicht aber der Fruchtkörper) findet in der traditionellen asiatischen Volksmedizin breiteste Verwendung. In Europa wächst derzeit das wissenschaftliche Interesse am Sklerotium; so wird z.B. auch in meinem Institut nach biologisch wirksamen Inhaltsstoffen gefahndet.

Gruß

Udo

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Re: Wolfiporia cocos

Ralf, (vor 8874 Tagen) @ Udo

Hallo Ralf,
ich habe Deinen Beitrag erst heute gelesen. Es gibt einen Artikel über
Wolfiporia (=Pachyma) cocos in der Schweizerischen Zeitschrift für
Pilzkunde (2000, Heft 1, S. 10-19, Autor: H. Clemencon).
Der Artikel behandelt die Morphologie des Pilzes (auch des
Porling-Fruchtkörpers), Verbreitung (nördliche Halbkugel, auch z.B.
Schweiz), Ökologie, Verwendung; zahlreiche Literaturhinweise. Als Einstieg
ist dieser Artikel von Prof. Clemencon wärmstens zu empfehlen.
Das Sklerotium (nicht aber der Fruchtkörper) findet in der traditionellen
asiatischen Volksmedizin breiteste Verwendung. In Europa wächst derzeit
das wissenschaftliche Interesse am Sklerotium; so wird z.B. auch in meinem
Institut nach biologisch wirksamen Inhaltsstoffen gefahndet.
Gruß
Udo

Hallo Udo!

Vielen Dank, für deine Hinweise bzgl. W. cosos. Habe wieder etwas dazu gelernt -(ich dachte z.B., es sei nur eine amerikanische Art)und werde versuchen, mir den Artikel zu besorgen.

Du sagt weiter, dass in deinem Institut nach biologischen Inhaltsstoffen im Sklerotium gesucht wird. Vielleicht könntest du einmal sagen, wie dabei im Prinzip vorgegangen wird. Natürlich ohne "Betriebsgeheimnisse" zu verraten. Und wie der Stand der Wissenschaft allgemein in Bezug auf die Suche nach nützlichen Pilzinhaltsstoffen bzw. sonstigen Anwendungsmöglichkeiten von Pilzen ist. Wird derzeit intensiv daran gearbeitet und wie wird die Aussicht auf Erfolg bewertet?

Dank und Gruß

Ralf

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Wolfiporia cocos

Udo, (vor 8874 Tagen) @ Ralf

Hallo Ralf,

die Suche nach Inhaltsstoffen von Pflanzen und Pilzen wird weltweit betrieben und folgt im Großen und Ganzen immer dem gleichen Schema:

Man schickt einen Extrakt des z.B. Pilzes über eine Batterie von Testsystemen, die spezifische biologische Wirkungen anzeigen (beispielsweise wird in diversen Tests untersucht, ob der Extrakt Bakterienkulturen abtötet oder hemmt, d.h. antibakterielle Eigenschaften aufweist). Wenn in einem der Testsysteme eine als interessant eingestufte Wirkung beobachtet wird, beginnt die Phase 2, nämlich die Isolierung des für die aufgefundene Wirkung verantwortlichen "Prinzips" (d.h. Pilzinhaltstoffes) mit Hilfe von in der Chemie üblichen Trennverfahren (chromatographische Verfahren). Letzlich handelt es sich um eine Auftrennung der im Pilz enthaltenen Inhaltsstoffe und Identifizierung desjenigen Stoffes, der für die Wirkung verantwortlich ist. Wenn dies gelungen ist (gelingt leider nicht immer), schließt sich die Strukturanalyse ("Ermittlung der chemischen Formel") mittels spektroskopischer Verfahren an. Dabei kann sich ergeben, daß es sich um einen "alten Bekannten" (d.h. einen aus der Literatur seit langem bekannen Inhaltsstoff) handelt, was das weitere Interesse zum Erlöschen bringt. Falls es sich um einen für die Wissenschaft neuen Inhaltsstoff handelt, wird untersucht, ob er bereits als solcher in der Medizin, Tiermedizin, im Pflanzenschutz usw. einsetzbar ist oder noch einem chemischen Modifizierungsprogramm zwecks Steigerung der biologischen Aktivität unterworfen werden sollte.

Ich hoffe, ich habe es nicht zu kompliziert erklärt. Die weltweite Suche nach neuen Wirkstoffen aus natürlichen Quellen (wie Pilzen) zeigt die große Erwartungshaltung in Industrie und Hochschulen. Die Erfahrung lehrt allerdings, daß nur ein Bruchteil der neu isolierten Stoffe wirklich interessant ist und sich durchsetzen wird.

Gruß

Udo

Hallo Udo!
Vielen Dank, für deine Hinweise bzgl. W. cosos. Habe wieder etwas dazu
gelernt -(ich dachte z.B., es sei nur eine amerikanische Art)und werde
versuchen, mir den Artikel zu besorgen.
Du sagt weiter, dass in deinem Institut nach biologischen Inhaltsstoffen im
Sklerotium gesucht wird. Vielleicht könntest du einmal sagen, wie dabei im
Prinzip vorgegangen wird. Natürlich ohne "Betriebsgeheimnisse"
zu verraten. Und wie der Stand der Wissenschaft allgemein in Bezug auf die
Suche nach nützlichen Pilzinhaltsstoffen bzw. sonstigen
Anwendungsmöglichkeiten von Pilzen ist. Wird derzeit intensiv daran
gearbeitet und wie wird die Aussicht auf Erfolg bewertet?
Dank und Gruß
Ralf

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Vielen Dank Werner, Andreas u. Ralf *oT*

Gelbfieber, (vor 8874 Tagen) @ Gelbfieber

- kein Text -