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Nur ein Albino??? Wer weiß das denn genau?

Christoph ⌂, (vor 8862 Tagen) 878 Beiträge @ Harry

Hallo Harry,

du schreibst es ganz richtig. Die Betonung liegt auf "vermuten". Es wird vermutet, dass es eine albinotische Form ist.
Engel hat nicht gerade ausfürhlich diskutiert, was die Abgrenzung zu Xer. badius angeht, wenn man von Pigmentverlust ausgeht.

Egal ob Freund des Spaltens oder nicht. Man muss einfach prüfen, ob verschiedene Taxa Artrang verdienen oder nicht. Bloße Vermutungen helfen heir meist nicht weiter, sondern generieren nur sogenannte "Schulen", die sich, mangels genauerer Kenntnisse, oft fast bekriegen. Als wäre es weltbewegend, was auf Artrang und was auf Varietätsebene geführt wird.

Ich versuche unvoreingenommen zu bleiben und einfach diese Taxa zu finden und zu beschreiben, dann zu vergleichen.

Beispiel: was wurde endlos über Boletus subappendiculatus diskutiert. Hätten sich die "Vereiner" (als Gegensatz zum Spalter) nmur einmal die Mühe gemacht, Bol. subappendiculatus zu mikroskopieren, dann wären ihnen der Synonymiewahn wohl vergangen.
Nur weil in diesem Fall (wie so oft) der Erstbeschreiber selber nicht mikroskopiert hat, sondern Larifari was von "ähnlich wie" etc. gebraucht, heißt das nicht, dass keine Unterschiede vorhanden wären...
Und dem Pilz ist es wurscht.

Ich halte mich weder für einen "Spalter", noch für einen "Vereiniger". Ich versuche nur, möglichst objektiv nach Merkmalen, auch nach neuen (!) zu suchen. Und dann bilde ich mir eine Meinung zum Artrang.

Klar, bei Xer. spadiceomaculans bin ich auch erst mal skeptisch, ob es nicht ne Mutante von der Marone ist (oder eine Krankheitsbedingte Form). Aber solange ich das nicht weiß, bringt es nichts, darüber zu philosophieren, ob oder ob nicht.
Gibt es keinen Unterschied zur Marone (anatomisch), ja dann sieht es eher düster aus um den Artrang. Notfalls kann man auch die DNA zuhilfe nehmen. Mal sehen, was rauskommt...

Das Merkmal des Fleckens auf Druck am Hut finde ich interessant. Das hat die Marone nicht in dieser Form?!
Aber man wird sehen...

Man muss sich halt vor Umkehrschlüssen vorsehen.
Beispiel Hexenröhrlinge:
Es gibt gelbe Farbmutanten, das ist eigentlich nicht zu bezweifeln. Aber nicht alle gelben Arten sind Mutanten (z. B. Bol. gabretae????).

Grüße, Christoph

Hallo Christoph,
in den Großpilzen Baden Württembergs Band 3/319 wird hinter Xerocomus
spadiceomaculans nur eine albinotische Form des Maronenröhrlings vermutet.
Neben dem erwähnten Fehlen des gelben Stielpigmetes, könnte auch das von
Gminder nicht erwähnte fehlende bis schwache Blauen auf diesen Albinimus
zurückzuführen sein. Ich habe, wie du ja vielleicht gelesen hast,in den
vergangenen Jahren schon einige dieser " Maronen " gefunden. Bei
diesen Exemplaren erschien der Stiel nur auf den ersten Blick reinweiß.
Bei genauerem Hinsehen ist mir aufgefallen, das er immer irgendwo noch
Reste dieses gelben Farbpigmentes aufwies, meist als feine gelbliche
Streifen.
Da ich kein Freund vom taxonomischen Aufspaltungswahn einiger Autoren bin,
gefällt mir natürlich die Ansicht hinter diesen Aufsammlungen albinotische
Formen des Maronenröhrlings zu vermuten, viel besser.
Nun Andreas hat ja in oben erwähntem Buch die Boleten bearbeitet, vielleicht
meldet er sich ja auch noch zu diesem Thema.
Gruß
Harry

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