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Re: Der Maronenhang

Harry_B, (vor 8840 Tagen) 24 Beiträge @ Robert Blau

Huhu :)
Es war ja teilweise trostlos, was sich in Thueringen abspielte. Erst war es
wie ueberalle zu trocken. Ausser ein paar alten Dickfussröhrlingen,
Habichtspilzen, Perlpilzen und Samtfußkremplingen waren im Gluecksfall ein
paar Pfiffies und einmal zwei Edel-Reizker zu finden. Dann ertrank halb
Deutschland im Regen und in den Fluten - aber hier? Meist kam kaum etwas
vom Himmel, so war es in den kompletten Hoehenlagen des Thueringer Waldes.
Vereinzelt soff aber auch ein Wald vollkommen ab und dort war dann vorerst
auch nichts zu retten.
Nach den letzten warem Tagen sieht es dort aber gut aus und seit dieser Woche
ist auch eine wochenlange Strassensperrung beendet, so dass ein paar gute
Waelder bei Ilmenau wieder erreichbar sind und die habe ich diese Woche
heimgesucht. Zum Glueck ist die ICE-Trasse dort fertig, da grasen die
Bauarbeiter nicht mehr alles ab ;)
Folgendes wurde gefunden, in der angegebenen Menge mitgenommen und
getrocknet, in die Pfanne gehaueb bzw. eingefroren: Dienstag: -
Ziegenlippen, jung und fit (ca. 10x)
- Sandröhrling (2x)
- Maronen (ca 30x)
- Sommersteinpilz (2x)
- "klassische" Steinpilze (10x)
- Pfiffies (eine Handvoll)
Donnerstag: - orangerote Rotkappe (1x)
- Rotfuß-Röhrling (5x)
- Ziegenlippen (2x)
- Maronen (40x)
- Sandröhrling (8x)
- Pfiffies (eine Handvoll)
- Anischampignons (2x)
Folgendes an beiden Tagen nicht: - Pfefferröhrling
- Gallenröhrling (die waren riesig und wurmfrei)
- Flaschenboviste in grossen Mengen
- Samtfußkrempling
- Unmengen an Täublingen
- alte und junge Perlpilze
- grüne Knollies
- viele weitere Pilze ;)
Folgende Fragen blieben aber: 1.) Die vermeintlichen Anischampignons (10
standen da, die 8 ganz kleinen hab ich stehen lassen) haben folgende
Makel: - keinerlei Gelbfaerbung an Druckstellen
- keinerlei Ring
Er sieht aber aus wie ein Anischampignon und riecht auch nach Anis. Kann das
sein?
2.) Die Maronen wachsen allesamt an einem Hang, auf dem anscheinend vor ca.
10-12 Tagen ein gigantischer Regenguss niederging. Der Hang ist extrem
wellig, vieles ist von Schlamm bedeckt, an vielen Stellen wurden
regelrecht Loecher ausgespuelt. Verlaesst man die Zone, wo das Wasser
langfloss, findet man keine einzige Marone. Es stehen quasi alle 3 Meter
1-3 Maronen rum. Die gibts in allen Groessen und ca 1/3 ist unbewohnt und
ein weiteres 1/3 nur teilbewohnt.
Gibt es da einen Zusammenhang? Wieso wachsen die Pilze nur auf dem
verwuesteten Teil?

Hallo,

Massenvorkommen von Maronen habe ich auch schon erlebt, jeweils nach starken Gewittern sind an Stellen wo man sonst kaum oder gar keine Maronen findet, ganz plötzlich lauter Pilze su finden. Bei uns im Bayrischen Wald wachsen Maronen bevorzugt auf Moos. Diese plötzlichen Vorkommen findet man aber auf dem Nadelteppich der Fichten. Ich denke es das dort in den meisten Jahren zu wenig Feuchtigkeit .

Es könnte aber auch sein, daß die Zerstörung des Bodens dazu geführt hat. Ich habe mal gelesen, daß das Pilzmyzel bevor es zu Grunde geht noch mal soviel Fruchtkörper wie möglich ausbildet um den Fortpflanzungserfolg zu sichern. Ich hoffe natürlich, daß das hier nicht der Fall ist ....

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