Re: "sollte nicht gegessen werden" / "schützenswer
Hallo Utz,
Immerhin rutschen wir in eine hausgemachte Klimakatastrophe,
die sicher auch nicht nur uns, sondern das gesamte Ökosystem
einschliesslich der Pilze betrifft. Es ist schlichtweg Unsinn eine
moralische Note wegen des Aufschneidens eines vermeintlich seltenen Pilzes
zu verteilen.
eine moralische Note sollte es eigentlich gar nicht sein. Allerdings ist die Klimakatastrophe ein Totschlagargument. Da könnte man auch sagen: "Wozu brauchen wir Naturwaldreservate, wenn sich das Klima eh total ändert... oder wozu Naturschutz überhaupt, ist doch eh alles wurscht".
So sehe ich das nicht.
Arten- und Biotopschutz sind auch in heutigen Zeiten wichtig (meine ich, hoffentlich nicht alleine). In welcher gewichtung untereinander, das kann man natürlich diskutieren (siehe Karls posting).
Er ist ja nicht zum Markt gebracht und in Massen verkauft
worden (wie ich leider hier bei Steinpilzen von Zeit zu Zeit beobachten
kann).
Steinpilze sind Massenware. Gewerbliches Sammeln desselben ist vielleicht ärgerlich (kann natürlich auch genehmigt sein - und warum auch nicht?). Gewerbliches sammeln von Raritäten wäre aber schlichtweg Frevel, um es gelinde auszudrücken.
Und dass dieser Boletus an sich selten ist hat wohl auch nichts mit
vermehrtem Abschneiden neugieriger Pilzfans zu tun. Sind eben andere
Gründe!
Sicherlich richtig. Ist aber kein Argument FÜR ein sammeln desselben. Ich bleibe dabei: sehr seltene oder fast aussterbende Arten müssen doch nicht gesammelt werden.
Martl hat es genau richtig ausgedrückt. Es gibt so viele andere.
Vielleicht ist B. subappendiculatus auch gar nicht so selten. Vielleicht suchen zu wenige in sauren Nergnadelwäldern, die interessante Funde dokumentieren würden. Wer weiß? Für mich gilt aber: in dubio pro reo.
Beste Grüße zurück,
Christoph