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Schleiereule und Heino's Totentrompete

Stinkmorcheling ⌂, (vor 8827 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

war heute kurz im Wald und hab interessante Entdeckungen gemacht. Bilder gibt's vielleicht später (Abstürze beim Kopieren der http-Adresse :-( ... so geht's, wenn man sich im Chat über die erfolglosen Versuche anderer beim Bilder-ins-Forum-stellen lustig macht ;-)

Also zunächst gab es massenweise Totentrompeten (Craterellus cornucopioides). Eigentlich könnte man da mit Sense und Leiterwagen ran (aber keine Angst; hab nur für den Eigengebrauch mitgenommen). Dann fand ich unter einer Eiche ein nettes Duo aus Steinpilz und Eichenrotkappe.

Desweiteren kann ich meinen Schleiereulen-Erstfund vermelden (ca. 15 St. von ganz jung bis mittelgroß; vielleicht kann ich sie auch nochmals ausgewachsen fotografieren, wenn die anderen sie ebenfalls stehenlassen). Ein wirklich sehr schöner Pilz.

Dann fand ich ein paar seltsame Pilze, eine Art von "Pfifferlingen". Hellgelb, dünnfleischig, durchbohrt, praktisch kein Stiel, kaum Leisten zu erkennen. Hab zwei mit nach Hause genommen ...

... zunächst alle Bücher gewälzt ...

... Fries'scher Pfifferling??? ... nein, passt nicht ...

... und dann gemerkt, dass die Pilze genau denselben Habitus haben, wie die Totentrompeten ...

... und auch denselben Geruch ...

... also eine Albinoform der Totentrompeten! Heißen die nun Craterellus tubaeformis Heinonensis? Hab geschaut und hingehört, aber die Pilze hatten weder eine Gitarre um noch haben sie "Schwarzbraun ist die Haselnuss" gesungen, also wohl doch nicht mit Heino verwandt oder verschwägert ;-) Hab aber ernsthaftes Interesse zu erfahren, wie man solch eine Albinoform korrekt ausdrückt.

mfg Stinkmorcheling

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Re: Schleiereule und Heino's Totentrompete

Frank Adam, (vor 8827 Tagen) @ Stinkmorcheling

Hallo, die echten Craterellus tubaeformis var. Heinoiensis tragen alle dunkle Sonnenbrillen.
Frank

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Re: Schleiereule und Heino's Totentrompete

Werner Edelmann, (vor 8827 Tagen) @ Stinkmorcheling

Hallo liebe Pilzfreunde,
war heute kurz im Wald und hab interessante Entdeckungen gemacht. Bilder
gibt's vielleicht später (Abstürze beim Kopieren der http-Adresse :-( ...
so geht's, wenn man sich im Chat über die erfolglosen Versuche anderer
beim Bilder-ins-Forum-stellen lustig macht ;-)
Also zunächst gab es massenweise Totentrompeten (Craterellus cornucopioides).
Eigentlich könnte man da mit Sense und Leiterwagen ran (aber keine Angst;
hab nur für den Eigengebrauch mitgenommen). Dann fand ich unter einer
Eiche ein nettes Duo aus Steinpilz und Eichenrotkappe.
Desweiteren kann ich meinen Schleiereulen-Erstfund vermelden (ca. 15 St. von
ganz jung bis mittelgroß; vielleicht kann ich sie auch nochmals
ausgewachsen fotografieren, wenn die anderen sie ebenfalls stehenlassen).
Ein wirklich sehr schöner Pilz.
Dann fand ich ein paar seltsame Pilze, eine Art von
"Pfifferlingen". Hellgelb, dünnfleischig, durchbohrt, praktisch
kein Stiel, kaum Leisten zu erkennen. Hab zwei mit nach Hause genommen ...
... zunächst alle Bücher gewälzt ...
... Fries'scher Pfifferling??? ... nein, passt nicht ...
... und dann gemerkt, dass die Pilze genau denselben Habitus haben, wie die
Totentrompeten ...
... und auch denselben Geruch ...
... also eine Albinoform der Totentrompeten! Heißen die nun Craterellus
tubaeformis Heinonensis? Hab geschaut und hingehört, aber die Pilze hatten
weder eine Gitarre um noch haben sie "Schwarzbraun ist die
Haselnuss" gesungen, also wohl doch nicht mit Heino verwandt oder
verschwägert ;-) Hab aber ernsthaftes Interesse zu erfahren, wie man solch
eine Albinoform korrekt ausdrückt.
mfg Stinkmorcheling

Servus aus München,

bei dem gelben Cantharellus handelt es sich wahrscheinlich um eine reingelbe Form von C. xanthopus, die ja nur angedeutete Leisten hat.
Eine solche Kollektion hab ich heuer im Münchner Süden auch schon gefunden.
Den typischen Geruch des starkriechenden Leistlings hatten sie aber, sie waren auch deutlich kleinwüchsiger als eine Totentrompete.

Gruß Werner E.

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Cr. cornucopioides (gelbe Form) oder Cr. konradii

Stinkmorcheling ⌂, (vor 8826 Tagen) @ Werner Edelmann

Hallo Werner,

C. xanthopus passt aus mehreren Gründen nicht. Vorkommen war im Buchenwald (mit eingestreuten Eichen; kein Nadelbaum zu sehen). Es gibt keinerlei Übergang in einen Stiel wie bei C. xanth. (gleichmäßig trichter/trompetenförmig durchbohrt, bis zur Stielbasis, eben wie Crat. cornucopioides). "Angedeutete Leisten" wie bei C. xanth. gibt's auch nicht, war nur längsrunzelig.

Andreas meinte gestern abend im Chat, dass auch Craterellus konradii passen könnte. Er hatte aber auch keine tiefergehenden Details. Bin beim surfen über

http://www.mykopat.slu.se/mycorrhiza/kantarellfiler/texter/craterellus.pdf

gestolpert. Dort wird in der Tabelle "Table 1" von einer "yellow form" von Cr. cornucopioides gesprochen und in der Folge die Übereinstimmung zwischen Cr. cornucopioides (yellow form) und Cr. konradii diskutiert. Am Ende dann folgende Zusammenfassung:

The Craterellus cornucopioides complex:

White, pink, yellow and greyish variants of Cr. cornucopioides
exist, and have been reported from e.g. North America (Arora,
M. Dahlman, E. Danell and J. W. Spatafora 393
1986), Sweden (Persson & Mossberg, 1995), Norway (Gulden
& H˘iland, 1989), Italy (Apicella & Vizzini, 1994) and France
(Maire, 1930; Heim, 1960). Taxonomically they have either
been treated as varieties of Cr. cornucopioides or as distinct
species (e.g. Cr. konradii, a pale yellow form).

This study does not support the recognition of species of
the Cr. cornucopioides complex based on colour variation or
geographic distribution. Rather, Cr. cornucopioides is recognized
as a morphologically heterogeneous species that includes
colour variants that have been classiÆed as Cr. konradii and Cr.
fallax. This concept is in accordance with observations by
Apicella & Vizzini (1994) who found intermediate stages
between Cr. cornucopioides and Cr. konradii at one single spot.
Additionally, no geographic subdivision across North America
was detected but other sequences should be studied to further
elucidate occurrence of species and populations.

Ein Vorkommen in D ist dort noch nicht verzeichnet.

mfg Stinkmorcheling

Servus aus München,
bei dem gelben Cantharellus handelt es sich wahrscheinlich um eine reingelbe
Form von C. xanthopus, die ja nur angedeutete Leisten hat.
Eine solche Kollektion hab ich heuer im Münchner Süden auch schon gefunden.
Den typischen Geruch des starkriechenden Leistlings hatten sie aber, sie
waren auch deutlich kleinwüchsiger als eine Totentrompete.
Gruß Werner E.

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Endlich mit Bildern *PIC*

Stinkmorcheling ⌂, (vor 8826 Tagen) @ Stinkmorcheling

Hallo liebe Pilzfreunde,

hier endlich die Bilder. Mich würde interessieren, ob sonst schon mal jemand diese gelbe Form der Totentrompeten gefunden hat.

Wie gesagt gab's massenweise Totentrompeten (Craterellus cornucopioides):

[image]

Hier das nette Duo aus Steinpilz (Boletus aereus, wie mir Andreas versichert hat: "typisch, das Umbra") und Eichenrotkappe.

[image]

Hier ein Teil meines Schleiereulen-Erstfundes:

[image]

Und nun die seltsamen Pilze, die sich als Craterellus konradii herausgestellt haben. Soll aber laut dem Artikel, den ich ins Posting gestellt habe, nicht mehr als eigene Art geführt werden, sondern als gelbe Form von Craterellus cornucopioides.

[image]
[image]

mfg Stinkmorcheling