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Re: Porlinge, von Kazuya

Thilo, (vor 8795 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo, Kazuya,

tolle Bilder, vor allem das erste und das letzte! Aber beim dritten liegst du falsch, das ist wahrscheinlich ebenfalls Bjerkandera adusta, eventuell sogar der seltene Gloeoporus dichrous, aber keinesfalls Hapalopilus rutilans, der einheitlich zimtbraun gefärbt ist und auch habituell ganz anders aussieht. Er hat ein chemisches Erkennungsmerkmal: Mit Kalilauge verfärbt er sich nämlich sehr schön violett.

Zur Ochsenzunge: Die kann nur dort häufig sein, wo es noch viele alte Eichen bzw. Edelkastanien gibt. Das ist aber längst nicht überall so.

Gruß
Thilo

Hallo,
Porlinge sind eine sehr heterogene Truppe, die oft eine gewisse
Bestimmungsschwierigkeit bietet. Neben den bekannten und häufigen bzw.
häufig abgebildeten Arten existieren noch viele weitere, deren genaue
Bestimmung erst unter dem Mikroskop ermöglicht wird. Die will ich in
diesem Beitrag nicht vorstellen. Stattdessen zeige ich hier teils
altbekannte Arten, die ebenso häufig erscheinen. Dazu gehört vor allem die
Ochsenzunge (Fistulina hepatica).
Die Fruchtkörper dieser eigenartig weichen Art werden bis 20 cm breit und
wachsen meist am Stammgrund alter Eichen. Der Parasit besteht aus einer
saftigen Trama und einer dicken Röhrenschicht. Trama ist das sog. Fleisch
des Pilzes, das bei diesem Pilz im Durchschnitt auch wirklich an rohes
Fleisch erinnert.

Etwas häufiger noch ist der Angebrannte Rauchporling (Bjerkandera adusta).
Die Fruchtkörper wachsen gerne an vermoosten Stümpfen von Nadelbäumen und
werden bis
ca 6 cm breit, sie können unter Umständen aber auch zusammenwachsen. Das
beste Merkmal dieses Pilzes ist die schwarze Schicht, die im Durchschintt
zwischen
Trama und Röhrenschicht sichtbar wird.


Ebenso verbreitet ist der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans).
Dieser Pilz wächst als Saprophyt an abgestorbenen Ästen von Laubhölzern,
meist von Hasel.
Die Fruchtkörper sind wahrlich überall zimtbraun gefärbt und auffallend
weich.
Etwas unbekannter ist der Rosettenporling (Abortiporus biennis). Die
Fruchtkörper sind rosettenförmig und werden bis 15 cm breit. Sie sind
auffallend rotbraun gefärbt und wachsen im Bild scheinbar auf Erde. Sie
betätigen sich jedoch als Saprophyten auf totem Holz. Er erscheint im
Herbst und dürfte in Mitteleuropa gut verbreitet sein.

Ich hätte noch unzählige Porlinge, die ich hier vorstellen könnte. Der
Schwefelporling gehört sicher dazu. Aber vielleicht gibt es ja eine
Fortsetzung. Jedenfalls sind alle
hier aufgeführten Arten einjährig.
Schöne Grüße,
Kazuya

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