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Re: Fälbling aus den Alpen

Andreas ⌂, (vor 3901 Tagen) 8.003 Beiträge @ interhias

Hallo Hias,

in einem alten Fichtenbestand auf 1250 Metern in den Alpen habe ich im Juli
letzten Jahres ein paar Fälblinge gefunden, die ich nicht so recht
einordnen kann. Die Pilze wuchsen direkt an einem Bach unter einem dichten
Pestwurzdach.

bist Du ganz sicher, dass da nirgendwo eine Weide war? Auch kein junger Trieb?

Die vor allem bei der 2. Aufsammlung sehr ausgeprägten dunklen Hutfarben
passen am besten zu H. nigellum. Die Bestimmungsalternative wäre H.
monticola, die mikroskopisch sehr ähnlich zu sein scheint. Es wäre nicht
weiter erstaunlich, wenn boreal verbreitete Arten auch auf über 1000 m in
den Alpen wachsen. Nach Vesterholt (FNE3) wachsen diese Arten
normalerweise bei Laubbäumen.

Ich habe beim anschauen der Bild sofort an H. nigellum gedacht. Die Art kenne ich recht gut aus Skandinavien, aber sie kommt auch in Deutschland nicht so sehr selten vor. Im Feldberggebiet habe ich sie schon gefunden und bei der BFA-Tagung in Belgern auch in Brandenburg. Immer im nassen Weidengebüsch.
H. monticola ist mir letztes Jahr erstmals begegnet, durch Zufall, denn ich hatte den Pilz "sicher" als H. mesophaeum angesehen. Wäre nicht einem Kursteilnehmer langweilig gewesen und er hätte mikroskopiert, dann wäfre der Fund weiterhin als mesophaeum gelaufen. Dieser Fund stammt aus einem Fichten-Kiefernwald auf Kalk, allerdings an einer sauren Stelle. Lustigerweise wuchsen die Fruchtkörper direkt zwischen den Überresten (Knochen) eines jungen Wildschweins ....

Jedenfalls ist H. monticola farblich nicht von H. mesophaeum verschieden, während deine Bilder ganz typische H. nigellum zeigen. Auch das Biotop ist ganz tyüisch, jetzt musst Du nur noch die Weide dazu finden ;-)

Das bei Fichte häufige H. mesophaeum kann hier wohl ausgeschlossen werden

definitiv! Schon alleine die Sporenform und -größe sind da eindeutig.

beste Grüße,
Andreas


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