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Ritterlinge *PIC*

interhias ⌂, (vor 3890 Tagen)

Servus zusammen,

zur Unterhaltung noch ein paar Schwammerln aus der vorigen Saison.

Tricholoma arvernense (Kleinsporiger Bronzeritterling) aus einem Schneeheide-Kiefernwald bei Mittenwald(1100 m) bei Kiefer und Fichte:

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Tricholoma luridum (Graublättriger Bronzeritterling) aus den Tegernseer Bergen (840 m) bei Buche:

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Tricholoma stiparophyllum (Dichtblättriger Stinkritterling) aus dem Alpenvorland (Osterseen) bei Birke. Sein Geruch wird in FNE4 wie "old kitchen waste" beschrieben, und ich finde, sein Aroma erinnert tatsächlich an den Gestank vor einem Müllhäusl:

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Tricholoma orirubens (Rötender Erdritterling) aus einem Eichenwald in den Marken/Italien. Etliche gestandene Mykologen konnten sich auf der Cortinarientagung in Urbino nicht so recht auf einen Namen verständigen. Es wurden so ziemlich alle Namen genannt, die für so eine Kollektion infrage kommen: T. orirubens, T. basirubens und T. atrosquamosum. Aufgrund der blaugrünen Verfärbung an der Stielbasis bei praktisch allen Fk, der relativ kleinen Sporen und der reichlich vorhandenen Schnallen an den Basidien habe ich mich für den ersten Namen entschieden:

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Vollständige Dokus findet ihr hier.

Beste Grüße
Hias

Re: Ritterlinge

Andreas ⌂, (vor 3890 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Tricholoma orirubens (Rötender Erdritterling) aus einem Eichenwald in den
Marken/Italien. Etliche gestandene Mykologen konnten sich auf der
Cortinarientagung in Urbino nicht so recht auf einen Namen verständigen.
Es wurden so ziemlich alle Namen genannt, die für so eine Kollektion
infrage kommen: T. orirubens, T. basirubens und T. atrosquamosum. Aufgrund
der blaugrünen Verfärbung an der Stielbasis bei praktisch allen Fk, der
relativ kleinen Sporen und der reichlich vorhandenen Schnallen an den
Basidien habe ich mich für den ersten Namen entschieden:

Tricholoma basirubens meine ich inzwischen gut zu kennen - das ist dein Pilz sicher nicht! Die Flecken an der Stielbasis haben das typische fuchsia von T. orirubens, nicht aber das pinkrötliche von basirubens. Außerdem stimmt die Hutoberflächenstruktur nicht, die bei basirubens eher wollig als schuppig ist. Ferner hat basirubens eine Tendenz zum rostgelb verfärben an Druckstellen (besonders Hutrand), aber das ist nicht immer gut ausgeprägt.

beste Grüße,
Andreas

Re: Ritterlinge

Günter Saar, (vor 3887 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
Tricholoma basirubens meine ich inzwischen gut zu kennen - das ist dein Pilz
sicher nicht! Die Flecken an der Stielbasis haben das typische fuchsia von
T. orirubens, nicht aber das pinkrötliche von basirubens. Außerdem stimmt
die Hutoberflächenstruktur nicht, die bei basirubens eher wollig als
schuppig ist. Ferner hat basirubens eine Tendenz zum rostgelb verfärben an
Druckstellen (besonders Hutrand), aber das ist nicht immer gut ausgeprägt.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Hias, Andreas,

D'accord, basirubens ist etwas völlig verschiedenes. Aber ich bin weiterhin der Meinung, daß Du hier atrosquammosum gefunden hast. Die Stiele von orirubens sind in der Regel glatt und der Hut gleicht eher terreum als scalpturatum. Dazu schreibst Du auch von einem weißem Basalmyzel, das bei orirubens meist deutlich gelb ausfällt. Und bei dieser grell pinken Verfärbung denke ich eher an einen Befall (Viren?) als an eine natürliche Altersveränderung, aber da kann ich mich auch irren.

liebe Grüße
Günter

Tricholoma atrosquamosum *PIC*

interhias ⌂, (vor 3887 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Hias, Andreas,
D'accord, basirubens ist etwas völlig verschiedenes. Aber ich bin weiterhin
der Meinung, daß Du hier atrosquammosum gefunden hast. Die Stiele von
orirubens sind in der Regel glatt und der Hut gleicht eher terreum als
scalpturatum. Dazu schreibst Du auch von einem weißem Basalmyzel, das bei
orirubens meist deutlich gelb ausfällt. Und bei dieser grell pinken
Verfärbung denke ich eher an einen Befall (Viren?) als an eine natürliche
Altersveränderung, aber da kann ich mich auch irren.
liebe Grüße
Günter

Servus Günter,

ich kann das nicht beurteilen, die Angaben in der Literatur gehen stark auseinander. Nach Gröger und Ludwig hat T. atrosquamosum niemals blaugrüne Flecken an der Stielbasis, nach FNE4 gelegentlich schon. Gröger und FNE4 geben übereinstimmend gelbes Basalmyzel für T. orirubens an. Christensen et. al. schreiben , dass T. atrosquamosum keine Schnallen hat und in Mitteleuropa nur in Nadelwäldern wächst. Jedenfalls liegen ihnen keine gesicherten Funde der Art aus Laubwäldern außerhalb Skandinaviens vor. Gröger und Ludwig dagegen geben generell Laub- und Nadelwald an. Gröger schlüsselt auch nach Sporenquotient aus: T. orirubens bis 1,3, T. atrosquamosum darüber.

Hier noch zwei Nadelwaldfunde aus den Bergen, beide mit teils fast völlig glatten, teils mit braunfleckig-punktierten bzw. schuppigen Stielen.
Diese Kollektion aus einem reinen Fichtenwald hatte ich als T. atrosquamosum bestimmt (längliche Sporen, keine blaugrünen Flecken, schwarze Schuppen auf weißem Grund, Basalmyzel weiß):
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Und diese bei Fichte und Tanne gewachsene Kollektion hatte ich als T. orirubens angesprochen (mit blaugrünen Flecken, Basalmyzel weiß, aber einzelne Stränge gelblich verfärbt, Sporen gedrungen, mit Schnallen):
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Beste Grüße
Hias