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Stockschwämmchen???

Andi S. aus V., (vor 8751 Tagen)

Hallo Pilzler,
ich war heute in der Mittagspause wieder einmal in "meinem" Wald und habe massenhaft Kraterellen (verschiedene Arten bzw. Varietäten), einige sehr schöne Semmelstoppelpilze und eben eine ganze Menge Stockschwämmchen gefunden. Bis vor kurzem zumindest hätte ich die Pilze sicher als Stockschwämmchen identifiziert. Allerdings wurde küzlich ja über giftige Verwechslungsmöglichkeiten diskutiert. Früher galt für mich die Aussage, "alles was so ähnlich aussieht, auf einem Stumpf wächst und keine grünlichen Lamellen hat, ist essbar". Dabei wurde aber nur an Stockschwämmchen und Graublättrige Schwefelköpfe gedacht. Natürlich weiß ich zwischenzeitlich schon lange, dass es auch ungenießbare (bittere) und wohl auch giftige Pilze dieser "Art" gibt, die keine grünlichen Lamellen haben. In dem Wald, in dem ich die "Stockschwämmchen" finde, gibt es auch regelmäßig welche, mit dunklen, olivbraungrünen Lamellen (also nicht gelbgrün, wie beim grünblättrigen Schwefelkopf). Und ich habe auch schon Pilze gefunden (in einem anderen Wald), mit ganz hellgrauen Lamellen (das waren die bitteren). Die heute gefundenen sind jedoch für meine Begriffe ganz typisch: fettig glänzende Hutoberfläche (jetzt bei dem vielen Regen noch mehr als sonst), deutlich abgesetzter Farbunterschied der Hutoberfläche zwischen Zentrum und Rand, schokoladenbraune Sporen auf darunterliegenden Pilzhüten. Wer kann meine Meinung bestätigen oder wer denkt, er muss mich warnen?
Danke für die Hinweise!
Andi

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Re: Stockschwämmchen???

Piwo, (vor 8751 Tagen) @ Andi S. aus V.

Hallo Pilzler,
ich war heute in der Mittagspause wieder einmal in "meinem" Wald
und habe massenhaft Kraterellen (verschiedene Arten bzw. Varietäten),
einige sehr schöne Semmelstoppelpilze und eben eine ganze Menge
Stockschwämmchen gefunden. Bis vor kurzem zumindest hätte ich die Pilze
sicher als Stockschwämmchen identifiziert. Allerdings wurde küzlich ja
über giftige Verwechslungsmöglichkeiten diskutiert. Früher galt für mich
die Aussage, "alles was so ähnlich aussieht, auf einem Stumpf wächst
und keine grünlichen Lamellen hat, ist essbar". Dabei wurde aber nur
an Stockschwämmchen und Graublättrige Schwefelköpfe gedacht. Natürlich
weiß ich zwischenzeitlich schon lange, dass es auch ungenießbare (bittere)
und wohl auch giftige Pilze dieser "Art" gibt, die keine
grünlichen Lamellen haben. In dem Wald, in dem ich die
"Stockschwämmchen" finde, gibt es auch regelmäßig welche, mit
dunklen, olivbraungrünen Lamellen (also nicht gelbgrün, wie beim
grünblättrigen Schwefelkopf). Und ich habe auch schon Pilze gefunden (in
einem anderen Wald), mit ganz hellgrauen Lamellen (das waren die
bitteren). Die heute gefundenen sind jedoch für meine Begriffe ganz
typisch: fettig glänzende Hutoberfläche (jetzt bei dem vielen Regen noch
mehr als sonst), deutlich abgesetzter Farbunterschied der Hutoberfläche
zwischen Zentrum und Rand, schokoladenbraune Sporen auf darunterliegenden
Pilzhüten. Wer kann meine Meinung bestätigen oder wer denkt, er muss mich
warnen?
Danke für die Hinweise!
Andi

Hallo Andi,
so wie du das schilderst, gehst du nicht sehr professionell auf die Stockschwämmchensuche. Du solltest dir auf jeden Fall die Unterscheidungsmerkmale zum Gifthäubling (Galerina marginata) zu eigen machen. Hierüber wurde im Forum bereits mehrfach berichtet. Der Gifthäubling sieht dem Stockschwämmchen täuschend ähnlich und ist tödlich giftig.

Gruß Piwo

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Schwierige Unterscheidung!

Harald Andres Schmid, (vor 8751 Tagen) @ Andi S. aus V.

Hallo Pilzler,

"Stockschwämmchen"
Die heute gefundenen sind jedoch für meine Begriffe ganz
typisch: fettig glänzende Hutoberfläche (jetzt bei dem vielen Regen noch
mehr als sonst), deutlich abgesetzter Farbunterschied der Hutoberfläche
zwischen Zentrum und Rand, schokoladenbraune Sporen auf darunterliegenden
Pilzhüten. Wer kann meine Meinung bestätigen oder wer denkt, er muss mich
warnen?
Danke für die Hinweise!
Andi

hallo, Andi
Der Doppelgänger, vor dem du dich hüten musst, ist die Galerina Marginata, der Nadelholzhäubling. Die von dir aufgezählten Merkmale taugen zur Unterscheidung nichts. "deutlich abgesetzter Farbunterschied der Hutoberfläche zwischen Zentrum und Rand" ist kein Unterscheidungsmerkmal, da es nicht die Färbung des Pilzes ist, sondern bedeutet, dass der Pilzhut hygrophan ist, d.h., wenn er durchnässt ist, trocknen Rand und Zentrum nicht gleich schnell aus. Das trifft aber auch für den giftigen Doppelgänger zu. "Schokoladebraune Sporen auf darunterliegenden Pilzhüten" ist auch nicht verlässlich. Galerinas haben zwar etwas helleres Sporenpulver (ins Gelbbraune) aber da würd ich mich nicht auf mein Auge verlassen! Die wirklichen Unterscheidungsmerkmale liegen im Stiel. Das Stockschwämmchen ist unterhalb des Rings leicht schuppig, Der Nadelholzhäubling fasrig. Ausserdem sollte (!) der Nadelholzhäubling nach Mehl riechen. Der Nadelholzhäubling sollte (!) normalerweise nicht so büschelig wachsen wie das Stockschwämmchen, sondern eher rasig. Das Stielfleisch ist beim Stockschwämmchen etwas heller.
Schwierig? Stimmt! Wenn du nicht sicher bist, lass die Finger davon oder zeige die Pilze jemandem, der sie kennt. Galerinas enthalten die gleichen Gifte wie der grüne Knollenblätterpilz!

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büscheliges Wachstum *PIC*

Birgit, (vor 8751 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Andres,

bei den meisten Dingen stimme ich dir vollkommen zu, aber es gibt noch einige kleinere Anmerkungen.

Der Doppelgänger, vor dem du dich hüten musst, ist die Galerina Marginata,
der Nadelholzhäubling.

Nicht nur G. marginata zählt zu den Gifthäublingen, sondern auch noch einige andere Galerinas, G. unicolor, G. autaumnalis, G. badipes und ich hab bestimmt noch was vergessen. Es wäre also besser von den Gifthäublingen zu sprechen, auch wenn G. marginata, der Nadelholzhäubling (der leider auch auf Laubholz vorkommt) wohl der häufigste ist.

Die wirklichen Unterscheidungsmerkmale
liegen im Stiel. Das Stockschwämmchen ist unterhalb des Rings leicht
schuppig, Der Nadelholzhäubling fasrig.

Besser: der Stiel des Nadelholzhäublings ist silbrig überfasert.

Ausserdem sollte (!) der
Nadelholzhäubling nach Mehl riechen.

Auch darauf kann man sich nicht verlassen!

:Der Nadelholzhäubling sollte (!)

normalerweise nicht so büschelig wachsen wie das Stockschwämmchen, sondern
eher rasig.

Das tut er aber öfter nicht, anbei ein Foto, ca. 14 Tage her. Büscheliger können auch Stockschwämmchen nicht wachsen. Die dargestellten Pilze sind Galerina marginata, der Nadelholzhäubling.

Andi, hättest du die abgebildeten Pilze als Stockschwämmchen gesammelt und gegessen? Wenn ja, rate ich dir dringend davon ab weiter Stockschwämmchen zu sammeln. Vielleicht kannst du dir ein gutes Pilzbuch zulegen, in dem auch der Nadelholzhäubling beschrieben ist.

Schöne Grüße

Birgit

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Re: büscheliges Wachstum

Andi S. aus V., (vor 8751 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,
vielen Dank für Deinen informativen Beitrag.

Andi, hättest du die abgebildeten Pilze als Stockschwämmchen gesammelt und
gegessen? Wenn ja, rate ich dir dringend davon ab weiter Stockschwämmchen
zu sammeln. Vielleicht kannst du dir ein gutes Pilzbuch zulegen, in dem
auch der Nadelholzhäubling beschrieben ist.

Ich denke, diese Exemplare hätte ich auch nicht als Stockschwämmchen durchgehen lassen: 1. wären mir die unterschiedlichen Hutfarben nicht eindeutig genug abgesetzt (eben nicht "typisch" Stockschwämmchen für mich) und 2. haben die abgebildeten Exemplare eher braungelbe Lamellen, beim Stockschwämmchen denke ich eher an einen braungrauen Farbton bei den Lamellen. Aber ich gebe zu, einfach ist die Sache sicher nicht, und dabei habe ich früher massenhaft Stockschwämmchen gesammelt, gegessen und als Wintervorrat eingefroren (und es kam niemals auch nur zu geringfügigen Nebenwirkungen). Ist die richtig schololadefarbene Sporenauflage auf untenliegenden Pilzen ein sicheres Indiz?
Danke und Gruß!
Andi

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Re: büscheliges Wachstum

Piwo, (vor 8751 Tagen) @ Andi S. aus V.

Hallo Andi

Hallo Birgit,

vielen Dank für Deinen informativen Beitrag.
Ich denke, diese Exemplare hätte ich auch nicht als Stockschwämmchen
durchgehen lassen: 1. wären mir die unterschiedlichen Hutfarben nicht
eindeutig genug abgesetzt (eben nicht "typisch" Stockschwämmchen
für mich)

das ist wie schon geschrieben eben kein Unterscheidungsmerkmal

und 2. haben die abgebildeten Exemplare eher braungelbe

Lamellen, beim Stockschwämmchen denke ich eher an einen braungrauen
Farbton bei den Lamellen.

Auch das kann dich nicht vor einer Vergiftung schützen

Aber ich gebe zu, einfach ist die Sache sicher

nicht, und dabei habe ich früher massenhaft Stockschwämmchen gesammelt,
gegessen und als Wintervorrat eingefroren (und es kam niemals auch nur zu
geringfügigen Nebenwirkungen).

Glückwunsch!!

Ist die richtig schololadefarbene

Sporenauflage auf untenliegenden Pilzen ein sicheres Indiz?

Nein!

Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal ist die Stielbekleidung unterhalb der Ringzone: beim Stockschwämmchen schuppig, beim Gifthäubling längsfaserig.

Gruß Piwo

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Re: büscheliges Wachstum

Christoph ⌂, (vor 8751 Tagen) @ Andi S. aus V.

Hi Andi,

wie stark die "Zweifarbigkeit" ausgeprägt ist, hängt u. a. vom Wetter ab. War's vorher nass und wurde dann schnell trocken? Dann ist's am deutlichsten zu sehen. Der Gifthäubling ist dann genauso "zweifarbig" und blasst eben auch von der Mitte her aus!
Der Name "Nadelholzhäubling" ist mehr als verwirrend. Der Gifthäubling fehlt momentan wohl in keinem Buchenwald. Er wächst in totholzreichen Buchenwäldern gerne und zahlreich an dicken Stämmen. Drum sollte man den Namen möglichst bald verdammen.
Galerina unicolor wächst derzeit auch. Daher ist das Merkmal Stielfleischfarbe m. E. nichts wert. Habe ich aber auch schon geschrieben.
Klar, man bekommt schon so ein Gefühl, dass man das Stockschwämmchen auch von oben erkennen kann. Aber ohne Kontrolle, ob der Stiel und die Ringunterseite leicht schuppig sind, sollte/darf kein "Stockschwammerl" in den Topf!!!
Habe ich auch schon mehrfach erwähnt: ich habe Gifthäublinge schon zu über 500 in einem Büschel gefunden. Gifthäublinge können bis 8 cm Hutdurchmesser erreichen.
Sie sind tödlich giftig! Also meine "Ermahnung": nur dann Stockschwämmchen essen, wenn man auch die Doppelgänger kennt (diverse Galerinen, nicht nur eine!!!).

Grüße, Christoph

Hallo Birgit,
vielen Dank für Deinen informativen Beitrag.
Ich denke, diese Exemplare hätte ich auch nicht als Stockschwämmchen
durchgehen lassen: 1. wären mir die unterschiedlichen Hutfarben nicht
eindeutig genug abgesetzt (eben nicht "typisch" Stockschwämmchen
für mich) und 2. haben die abgebildeten Exemplare eher braungelbe
Lamellen, beim Stockschwämmchen denke ich eher an einen braungrauen
Farbton bei den Lamellen. Aber ich gebe zu, einfach ist die Sache sicher
nicht, und dabei habe ich früher massenhaft Stockschwämmchen gesammelt,
gegessen und als Wintervorrat eingefroren (und es kam niemals auch nur zu
geringfügigen Nebenwirkungen). Ist die richtig schololadefarbene
Sporenauflage auf untenliegenden Pilzen ein sicheres Indiz?
Danke und Gruß!
Andi

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Re: Details Kueh. mutabilis *PIC*

gottfried, (vor 8751 Tagen) @ Christoph

Hallo,
das Stockschwämmchen im Detail:

[image]

Gruß g

Hi Andi,
wie stark die "Zweifarbigkeit" ausgeprägt ist, hängt u. a. vom
Wetter ab. War's vorher nass und wurde dann schnell trocken? Dann ist's am
deutlichsten zu sehen. Der Gifthäubling ist dann genauso
"zweifarbig" und blasst eben auch von der Mitte her aus!
Der Name "Nadelholzhäubling" ist mehr als verwirrend. Der
Gifthäubling fehlt momentan wohl in keinem Buchenwald. Er wächst in
totholzreichen Buchenwäldern gerne und zahlreich an dicken Stämmen. Drum
sollte man den Namen möglichst bald verdammen.
Galerina unicolor wächst derzeit auch. Daher ist das Merkmal
Stielfleischfarbe m. E. nichts wert. Habe ich aber auch schon geschrieben.
Klar, man bekommt schon so ein Gefühl, dass man das Stockschwämmchen auch von
oben erkennen kann. Aber ohne Kontrolle, ob der Stiel und die
Ringunterseite leicht schuppig sind, sollte/darf kein
"Stockschwammerl" in den Topf!!!
Habe ich auch schon mehrfach erwähnt: ich habe Gifthäublinge schon zu über
500 in einem Büschel gefunden. Gifthäublinge können bis 8 cm
Hutdurchmesser erreichen.
Sie sind tödlich giftig! Also meine "Ermahnung": nur dann
Stockschwämmchen essen, wenn man auch die Doppelgänger kennt (diverse
Galerinen, nicht nur eine!!!).
Grüße, Christoph

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Re: Details Kueh. mutabilis

zlautz, (vor 8751 Tagen) @ gottfried

Hallo,
das Stockschwämmchen im Detail:
Gruß g

Phantastisches Photo. Gibt es sowas auch vom Gifthäublng?

zlautz

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Re: Bei mir (noch) nicht! *oT*

gottfried, (vor 8750 Tagen) @ zlautz

- kein Text -

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Re: Details G.marginata *PIC*

Geer, (vor 8750 Tagen) @ zlautz

Hallo,
Gift – Häubling im Detail:
[image]

Gruß
Geer

Phantastisches Photo. Gibt es sowas auch vom Gifthäublng?
zlautz

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Sehr gutes Foto - nur ....

Werner, (vor 8749 Tagen) @ Geer

leider ist es nicht immer in der Natur so deutlich. Insbesondere bei Nässe. Oder bei alten Galerinas.

Dennoch, ein sehr gutes Bild. Wollte aber trotzdem die 'Stockschwämmchensammler' warnen. Die Pilze im Wald sehen halt leider nicht immer so bilderbuchmässig überfasert aus ...

Viele Grüße,

Werner

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Re: Sehr gutes Foto - nur ....

Mison, (vor 8749 Tagen) @ Werner

... ja und selbst wenn ich, stockschwammunerfahrenener sammler, der ich bin, exemplare fände, die so deutlich ausgeprägt schuppige stiele haben und ich sie eindeutig als stockschwämmchen identifizieren könnte - kennt ihr den effekt? ihr bestimmt einen euch neuen pilz ganz klar als speisepilz, ihr bereitet ihn zu, ihr esst ihn, er schmeckt euch auch gut oder sehr gut ... aber dann des nachts fangt ihr an, euch zu fragen, zu wälzen ... und plötzlich kann der pilz (der tatsächlich ein hervorragender speisepilz ist) die aberwitzigsten symptome hervorbringen. will sagen: ich kenne mich, ich bin ein schisser. einzige umgehung dieser erfahrung: persönliche pilzberatung (die für mich sowieso das schönste lernen im wald bedeutet). jemand, dem ich "mykologisch vertraue", zeigt mir die unterschiede, womöglich wird dies öfter wiederholt. das forum ist da sicher ein guter weg, aber nach der in letzter zeit (berechtigten) aufregung über die schwere unterscheidung von stockschwämmchen und gifthäubling können mir die fotos am bildschirm den experten / die expertin vor ort nicht ersetzen.
simon

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Vergiftung....zum Schmunzeln

Boletus ⌂, (vor 8749 Tagen) @ Mison

Hallo Simon

aber dann des nachts fangt ihr an, euch zu fragen, zu wälzen ... und
plötzlich kann der pilz (der tatsächlich ein hervorragender speisepilz
ist) die aberwitzigsten symptome hervorbringen.

Folgender autentischer Bericht, notiert auf der Pilzkontrollstelle Baden, zeigt was Angst so alles im Kopf auslösen kann:

Anna, eine Schweizerin in den besten Jahren, hat ihre Freude und Liebe bei einem wesentlichen jüngeren Italiener, nennen wir ihn Mario, gefunden. Anna war bemüht, ihren Liebhaber nach allen Regeln der Kunst zu verwöhnen. Nun wie sagt man so schön, "Liebe geht durch den Magen". Wie die meisten Italiener fand Mario auch grossen gefallen an einem guten Pilzgericht. Leider besass er selbst nur ungenügende oder gar keine Kenntnisse in dieser Sparte. Anna dagegen hatte sich als begeisterte Pilzlerin im Laufe der Jahre einiges an Wissen über die geheimnisvollen Kobolde, welche vor allem an schönen, warmen Herbsttagen unsere Wälder zierten, angeeignet. Es war für sie eine Selbstverständlichkeit, dass nur die Pilze in ihrem Korb Platz fanden, welche sie auch sicher kannte. Da Mario, wie viele Italiener, ein eher ängstlicher Typ war, suchte sie auch immer die Pilzkontrollstelle auf, welche ihr die Geniessbarkeit der gesammelten Pilze bestätigte.
Ein wunderschöner Herbsttag, das Laub an den Bäumen hatte sich bereits leicht verfärbt, musste jedes Pilzlerherz höher schlagen lassen. Auch Anna konnte nicht widerstehen. Das Liebesleben zu ihrem Freund Mario war in letzter Zeit etwas getrübt. Sein Lieblingsessen, ein schönes Pilzragout zum Nachtessen, sollte für ihn ein Beweis ihrer Liebe sein.
Wie erwartet, fand Anna ein schönes Sortiment von Waldpilzen. Da sie nicht zuwarten wollte bis die offizielle Pilzkontrolle am Abend geöffnet war, begab sie sich mit den Pilzen auf den Polizeiposten in der Annahme, dass ein Pilzsachverständiger anwesend sei. Leider war dies nicht der Fall. Anna war aber überzeugt, dass es sich bei ihrem Sammelgut, durchwegs um vorzügliche Speisepilze handelte, und bereitete ihrem Mario ein leckeres Pilzmahl. Tatsächlich mundeten die Pilze Mario hervorragend. Als aber Anna ihrem Lebenspartner im Laufe des Abends gestand, dass die gesammelten Pilze erstmals nicht von einem Pilzkontrolleur begutachtet worden waren, änderte sich seine gute Stimmung bald. Er erinnerte sich, dass es in letzter Zeit zu einigen Meinungsverschiedenheiten gekommen war. War es vielleicht möglich, dass er einen oder mehrere Giftpilze gegessen hatte? Die Angstgefühle wurden immer grösser und sein gesundheitlicher Zustand verschlimmerte sich fast von Minute zu Minute. Es kam so weit, dass er schweissgebadet, als Notfall in den Kantonsspital Baden eingeliefert werden musste. Hier stand man vor einem Rätsel. Mario konnte nur behandelt werden, wenn abgeklärt war, welche Giftpilze er gegessen hatte, denn die verschiedenen Giftpilze enthalten auch verschiedene Gifte was eine unterschiedliche Behandlung bedingt. Ein Pilzkontrolleur musste zugezogen werden. Die zugezogene Pilzsachverständige fand in den massgebenden Rüstsabfällen nur Ueberreste von guten Speisepilzen wie Rotfussröhrlingen, Maronenröhrlingen, Steinpilzen und diversen essbaren Täublingen. Als Mario, der sich bereits dem Sterben nahe fühlte, von dieser guten Nachricht hörte, besserte sich sein Zustand in kürzester Zeit. Mit seinem neuen gewonnen Leben war er der glücklichste Mensch und hätte mit seinem Temperament die ganze Welt umarmen können. Mario konnte noch in der gleichen Nacht aus dem Spital entlassen werden und zu seiner Anna, die sich natürlich grosse Sorgen gemacht hatte, zurückkehren. Es ist zu hoffen, dass das Liebesleben wieder neu aufgeblüht ist.
Die Lehre die sich aus dieser Gegebenheit
gibt: Esse im Zweifelsfalle nie unkontrollierte Pilze, es kann sonst sehr teuer werden.

Herzliche Grüsse
Sepp