Re: Galerina alpin
Hallo Helmut und Harald,
G. vittiformis war auch mein erster Gedanke. Vor allem weil ich erst im August letzten Jahres einen ähnlichen Fund auf ähnlicher Höhe und auch über saurem Boden hatte, den ich auch diese Art zugeordnet habe. Beim genaueren Vergleich sehe ich aber bei deinem Fund 3, für mich wesentliche Unterschiede, so dass das höchstwahrscheinlich was anderes ist:
1. Die Hüte sind nicht durchscheinend gestreift
2. Velum am Hutrand relativ kräftig
3. Die Sporen sind deutlich runder und nicht andeutungsweise mandelförmig
Die Sporengröße würde ich hier nicht überbewerten, da du 2- und 4. sporige Basidien verteilt vorkommend gesehen hast. Die Plage zeigt sich lt. Def. durch schwächere Ornamentierung. Das bedeutet für mich, dass bei fast glatten Sporen die Plage nicht unbedingt erkennbar sein muss. Hier sehe ich einen Widerspruch in der Abb. in FN.
G. harrisonii kenne ich auch nicht und ich habe auch nur die Beschreibung aus der FN. Die Sporenform und die Angaben zum Velum kommen gut hin. Allerdings wird der Hut auch gestreift angegeben. Von hochalpin würde ich bei 2300m (sofern es in den Alpen war) aber noch nicht sprechen.
Hier noch ein paar Angaben und Bilder zu meinem Fund. A, Tirol, Gerlos Isskogel auf ca. 2100m, saurer, silikatreicher Boden, bei Zwergweide, Heidelbeere, Pinus sowie verschiedene Moose.
Sporen schwach warzig bis fast glatt, 9,5-13 (14) x 5,5-7,5 µm. Basidien nur (1-) 2-sporige gesehen. Cheilozystiden 45-70 x 10-20 / 3-6; Pleurozystiden fast identisch, aber nicht häufig; Kaulos ähnlich, im Mittel aber größer.
Beste Grüße
Andreas
Servus,
diesmal habe ich eine hoch-alpine Galerina mit unsicherem
Bestimmungsergebnis. In die engere Wahl kommt G. harrisonii, bei der
offenbar alles gut zu passen scheint. Allerdings konnte ich die
Sporen-Plage nicht oder nur undeutlich sehen und die Ökologie ist im
Schlüssel der „Funga Nordica“ nicht ganz zutreffend: „Among Athelia
juratzkana and Polytrichum sexangulare in late melting alpine snow
beds". Die Kollektion hier wuchs an einer nassen Stelle an einem
Bach-Ufer zwischen Moosen und Zwergweiden (Salix spec.) auf saurem Boden
in ca. 2300 m Höhe.
Hier die Beschreibung: Hut 6-18 mm, halbkugelig-konvex, glatt, glänzend,
orangegelbbräunlich, zum Rand hin etwas heller und ein wenig
durchscheinend gestreift, Rand weißlich gesäumt; Cortina nur weißliche
Reste am äußersten Hutrand; Lamellen breit angewachsen bis etwas
ausgebuchtet, blass ockerlich, durchgehende Lamellen insgesamt um 17;
Stiel 33-50 x 1,5-2,5 mm, schlank, meist zur Basis etwas verbreitert,
gelblich, Spitze bereift, nach unten hin grob faserig-flockig, z. T.
spärlich, im mittleren und unteren Stielabschnitt später rötlich, ähnlich
der feuchten Hutfarbe; Fleisch im Stiel orangegelblich bis -rötlich
(ähnlich Oberfläche); Geruch unauffällig
Mikro-Befund vom Quetschpräparat vom Exsikkat in KOH 3%: Sporen 12,0-14,5
(17,5) x 7,5-9,0 (9,2) µm, Basidien meist 2-sporig oder 3-sporig, seltener
4-sporig
Cheilozystiden 35-65 x 5-8 (10) µm, Bauch x 8-14 (18) µm, polymorph, meist
lageniform bis zylindrisch oder umgekehrt keulig (Basis verbreitert),
dünnwandig, untermischt mit kugeligen bis blasigen Zellen
Gruß
Helmut
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