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Welcher Saftporling? *PIC*

UmUlmHerum, (vor 2934 Tagen)

Hallo miteinander!

Am 29.09.18 hatte ich diesen (einzelnen!) Saftporling an einem Fichtenstumpf am Hochsträß (UmUlmHerum) gefunden und weiß immer noch nicht, was das genau ist. Der Fruchtkörper war zwar leicht angetrockent, aber nicht vertrocknet.

Fruchtkörper oben, unten & innen weiß, Hut mit rostbrauner Kante, bei Berührung ein wenig bräunend/gilbend; Konsole 9 cm lang (inzwischen trocken 7 cm lang), 8 cm breit, max. 2 cm dick; Poren 4-5/mm, Röhrenschicht bis 5 mm dick.

Geschmack: äußerst wohlschmeckend! Habe 4 Leute probieren lassen und lange gekaut.
Konsistenz: läßt sich problemlos mit dem Messer schneiden, aber im Kauen schaumstoffartig bis weich-korkig, also durchaus relativ fest für einen Saftporling.

Mikro: Nur dickwandige Hyphen mit dicken Schnallen an den wenigen Septen = "Oligoporus". Leider keine reifen Sporen gefunden, nur ein paar 4-sporige Basidien mit unreifen Sporen (2,5µm x 1,5µm). Ungewöhnlich (für mich): sehr viele doppelte Schnallen, also an einer Septe 2 Schnallen.

Im Verdacht stehen momentan Postia guttulatus (der sollte aber sehr bitter sein) oder Postia fragilis (der soll anders aussehen?). Oder was anderes?
Könnt Ihr mir weiterhelfen?

Merci & viele Grüße – Rika

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Angetrockneter "Saft"?
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Re: Welcher Saftporling?

Pilzthomas, (vor 2934 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

ich finde rein optsich sieht das sehr nach P. (O.) guttulatus aus.
Schnallen hast Du auch gefunden.
Nur der Geschmack passt eben nicht.
Ich kenne P. fragilis nicht. Soweit mir Literatur zugänglich ist, hat der aber auch Schnallen und bräunt ebenfalls. Die Sporen sind bei P.f. aber mit 4-6 x 1,5-2 µm im Verhältnis von Breite u Länge gestreckter als bei P.g., die mit 4-5 x 2-2,5 µm gedrungener wirken. Nur reife Sporen hast Du ja leider nicht, wie Du schreibst.
Hast Du mal die Porenschicht allein probiert, also nicht nur das Hutfleisch?

Vielleicht fällt anderen noch etwas ein.

Best Grüße
Thomas

Hallo miteinander!
Am 29.09.18 hatte ich diesen (einzelnen!) Saftporling an einem Fichtenstumpf
am Hochsträß (UmUlmHerum) gefunden und weiß immer noch nicht, was das
genau ist. Der Fruchtkörper war zwar leicht angetrockent, aber nicht
vertrocknet.
Fruchtkörper oben, unten & innen weiß, Hut mit rostbrauner Kante, bei
Berührung ein wenig bräunend/gilbend; Konsole 9 cm lang (inzwischen
trocken 7 cm lang), 8 cm breit, max. 2 cm dick; Poren 4-5/mm,
Röhrenschicht bis 5 mm dick.
Geschmack: äußerst wohlschmeckend! Habe 4 Leute probieren lassen und lange
gekaut.
Konsistenz: läßt sich problemlos mit dem Messer schneiden, aber im Kauen
schaumstoffartig bis weich-korkig, also durchaus relativ fest für einen
Saftporling.
Mikro: Nur dickwandige Hyphen mit dicken Schnallen an den wenigen Septen =
"Oligoporus". Leider keine reifen Sporen gefunden, nur ein paar
4-sporige Basidien mit unreifen Sporen (2,5µm x 1,5µm). Ungewöhnlich (für
mich): sehr viele doppelte Schnallen, also an einer Septe 2 Schnallen.
Im Verdacht stehen momentan Postia guttulatus (der sollte aber sehr bitter
sein) oder Postia fragilis (der soll anders aussehen?). Oder was
anderes?
Könnt Ihr mir weiterhelfen?
Merci & viele Grüße – Rika


Angetrockneter "Saft"?

Re: Welcher Saftporling?

Andreas ⌂, (vor 2934 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

das ist Oligoporus guttulatus.
Ich finde den nicht bitter im Vergleich zum stipticus. Wobei ich bitter ja nicht wirklich schmecke, aber das etwas zusammenziehende bei stipticus schon bemerke. Das fehlt bei guttulatus.

beste Grüße,
Andreas

Hallo miteinander!
Am 29.09.18 hatte ich diesen (einzelnen!) Saftporling an einem Fichtenstumpf
am Hochsträß (UmUlmHerum) gefunden und weiß immer noch nicht, was das
genau ist. Der Fruchtkörper war zwar leicht angetrockent, aber nicht
vertrocknet.
Fruchtkörper oben, unten & innen weiß, Hut mit rostbrauner Kante, bei
Berührung ein wenig bräunend/gilbend; Konsole 9 cm lang (inzwischen
trocken 7 cm lang), 8 cm breit, max. 2 cm dick; Poren 4-5/mm,
Röhrenschicht bis 5 mm dick.
Geschmack: äußerst wohlschmeckend! Habe 4 Leute probieren lassen und lange
gekaut.
Konsistenz: läßt sich problemlos mit dem Messer schneiden, aber im Kauen
schaumstoffartig bis weich-korkig, also durchaus relativ fest für einen
Saftporling.
Mikro: Nur dickwandige Hyphen mit dicken Schnallen an den wenigen Septen =
"Oligoporus". Leider keine reifen Sporen gefunden, nur ein paar
4-sporige Basidien mit unreifen Sporen (2,5µm x 1,5µm). Ungewöhnlich (für
mich): sehr viele doppelte Schnallen, also an einer Septe 2 Schnallen.
Im Verdacht stehen momentan Postia guttulatus (der sollte aber sehr bitter
sein) oder Postia fragilis (der soll anders aussehen?). Oder was
anderes?
Könnt Ihr mir weiterhelfen?
Merci & viele Grüße – Rika


Angetrockneter "Saft"?

Re: Welcher Saftporling? Sammelantwort

UmUlmHerum, (vor 2933 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Thomas & Andreas,

habt herzlichen Dank für Eure Antworten!

Während ich den Austern-Beitrag schrieb, habe ich noch mal ausgiebig auf den Poren dieses Fundes gekaut – guter Tipp von Thomas! Die sind tatsächlich bitterlich mit kratzigem Abgang – ich musste ein Stück Schokolade nachessen, um den Geschmack wieder loszuwerden. In GPBW habe ich gerade gelesen, dass stipticus neben "bitter" auch adstringierend sein soll – vermutlich nimmst Du, Andreas, letzteres wahr (Zitat: das etwas zusammenziehende bei stipticus schon bemerke), was bei den anderen Saftporlingen nicht der Fall ist. Ein erfahrener Pilzkollege aus dem Biberacher Raum hat in der Vergangenheit 2 ganz ähnliche Saftporlinge gefunden gemacht: sehen aus wie guttulata, sind aber komplett mild. Er ist schon neugierig, was ich nun aus diesem Fund mache.

Wie sieht fragilis eigentlich aus? Nach den ersten 4 Fotos in 123Pilze, die von mushroomobserver.org stammen sollen (die ich aber dort unter O./P. fragilis nicht finden konnte), könnte das makroskopisch sehr gut "mein Pilz" sein – wenn die Zuordung wirklich stimmt. Andererseits gibt es ja auch die Diskussion um P. tephroleuca (mild) und P. lactea (bitter) – die einige Fachleute für identisch halten, damit also aussagen, dass der Geschmack kein wirkliches Merkmal ist. Das könnte ja auch auch P. guttulata zutreffen?! Unbefriedigend, dass ich keine reifen Sporen gesehen habe! Vielleicht gehe ich nach mal auf die Suche... oder schreibe "cf. guttulata"? Mal schauen, vielleicht kommen ja noch Argumente zum Für oder Wider herein...

Viele Grüße – Rika

Re: Welcher Saftporling? Sammelantwort

coco, (vor 2932 Tagen) @ UmUlmHerum

Wie sieht fragilis eigentlich aus? Nach den ersten 4 Fotos in 123Pilze, die
von mushroomobserver.org stammen sollen (die ich aber dort unter O./P.
fragilis nicht finden konnte), könnte das makroskopisch sehr gut
"mein Pilz" sein – wenn die Zuordung wirklich stimmt.

Hi Rika,

ohne Bedenken würde ich den Porling auch ohne Sporenmaße als getropft durchgehen lassen. Gleichzeitig ist, wenn es um Publikationen oder Kartierung geht, ein cf. zuviel immer besser, als eines zu wenig.
Große Vorsicht sei geboten bei der erwähnten Seite. Immer wieder lese ich studentische Arbeiten und merke anhand der Fehler, dass in jenem Verzeichnis gewühlt wurde. Weit oben in den Suchergebnissen ist nicht immer gleichbedeutend mit inhaltlich seriös (wie überall im Netz).

LG Coco

Re: Welcher Saftporling? Sammelantwort

UmUlmHerum, (vor 2932 Tagen) @ coco

Hi Rika,
ohne Bedenken würde ich den Porling auch ohne Sporenmaße als getropft
durchgehen lassen. Gleichzeitig ist, wenn es um Publikationen oder
Kartierung geht, ein cf. zuviel immer besser, als eines zu wenig.
Große Vorsicht sei geboten bei der erwähnten Seite. Immer wieder lese ich
studentische Arbeiten und merke anhand der Fehler, dass in jenem
Verzeichnis gewühlt wurde. Weit oben in den Suchergebnissen ist nicht
immer gleichbedeutend mit inhaltlich seriös (wie überall im Netz).
LG Coco

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Hallo Coco,

hab´ herzlichen Dank für Deine ebensolche Einschätzungen!
Die erwähnte Seite genießt schon lange mein tiefes Misstrauen, deswegen auch die entspr. Wortwahl. Ich warne meine Speisepilz-Bekannten regelmäßig davor, sich dort auf was zu verlassen. Aber ganz brauchbar finde ich die Auflistung von Verwechslungskandidaten – die kann ich dann auch anderswo nachschlagen.
Jetzt weiß ich zwar immer noch nicht wie P. fragilis aussieht, aber meinen Fund lege ich als Postia/Oligoporus (cf.) guttulata/us ab ;-)

LG – Rika