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Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehler?

Peter, (vor 2478 Tagen)

Hallo,

den folgenden Text findet man auf der Homepage über den von der DGfM vorgestellten Pilz des Jahres 2020:

"Gewöhnliche Stinkmorchel, Leichenfinger
Phallus impudicus Linnaeus 1753

Die Gewöhnliche Stinkmorchel (Phallus impudicus) wächst aus einem eiförmigen bis kugeligen Hexenei. Bei Reife verflüssigt sich die Sporenmasse an der Spitze und beginnt nach Aas zu stinken. Das lockt Insekten an. Die Fruchtkörper sind für die kleinen Tiere Nahrung, Unterkunft und Jagdrevier. Im Gegenzug verteilen sie die Sporen des Pilzes im Umkreis."

Wer findet den fachlichen Fehler?

Freundliche Grüße
Peter

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Doris, (vor 2477 Tagen) @ Peter

Hallo,
den folgenden Text findet man auf der Homepage über den von der DGfM
vorgestellten Pilz des Jahres 2020: "Gewöhnliche Stinkmorchel,
Leichenfinger
Phallus impudicus Linnaeus 1753
Die Gewöhnliche Stinkmorchel (Phallus impudicus) wächst aus einem eiförmigen
bis kugeligen Hexenei. Bei Reife verflüssigt sich die Sporenmasse an der
Spitze und beginnt nach Aas zu stinken. Das lockt Insekten an. Die
Fruchtkörper sind für die kleinen Tiere Nahrung, Unterkunft und
Jagdrevier. Im Gegenzug verteilen sie die Sporen des Pilzes im
Umkreis."
Wer findet den fachlichen Fehler?
Freundliche Grüße
Peter

Hallo Peter,
die Sporenmasse ist die Nahrung

Gruß
Doris

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Schlesier, (vor 2477 Tagen) @ Doris

Hallo Peter,
die Sporenmasse ist die Nahrung
Gruß
Doris

Hallo alle,
schon das Hexenei ist Stinkmorchel
Liebe Grüße, Rainer

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Bibliothekar, (vor 2477 Tagen) @ Peter

Lieber Peter,

es veflüssigt sich nicht die Sporenmasse, sondern die Gleba, die dann die Sporenmasse enthält. Richtig wäre auch, dass nicht die Sporenmasse, sondern die Gleba durch flüchtige, chemische Verbindungen anfängt nach Aas zu stinken. Die Gleba ist übrigens zäh und nicht klebrig. Sie muss zum Aufsaugen vom Insekt noch weiter verflüssigt werden, sonst kann sie nicht durch den Saugrüssel aufgenommen werden. Sie enthält sogar ein "Abführmittel" um den Darmaufenthalt für die Sporen kurz zu gestalten.

Wir werden sicher den Text auf der Webseite verbessern.

Beste Grüße
Stefan

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Peter, (vor 2477 Tagen) @ Bibliothekar

Hallo,

oh jeh, da habe ich was losgetreten. Das wollte ich gar nicht. Ich habe viel einfacher gedacht.

Der von mir bemerkte Fehler liegt hier:

"Bei Reife verflüssigt sich die Sporenmasse an der Spitze und beginnt nach Aas zu stinken."

Vielleicht hilft das Stichwort "Clémencon"

Freundliche Grüße
Peter

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl *PIC*

Bibliothekar, (vor 2476 Tagen) @ Peter

Hallo Peter,

du spielst wohl auf die sterile Scheibe auf der Spitze des Hütchen an? Die Sporenmasse bildet sich natürlich in den Wabenkammern des Hütchens und nicht an der Spitze. Die wird ja gebraucht, um am Anfang die Peridie zu durchstoßen. Da würde der Schleim nur stören.

[image]

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Bibliothekar, (vor 2475 Tagen) @ Peter

Lieber Peter,

wenn man denn die SZP hätte. Den Artikel hätte ich sehr gern. Die Rätselmuse will mich noch nicht küssen. =:-I

Beste Grüße
Stefan

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Doris, (vor 2475 Tagen) @ Peter

Hallo,
ich habe viiiieeel einfacher gedacht - ganz ehrlich.

Dies ist nun mein letzter Tipp: 1972 SZP
Freundliche Grüße
Peter

Vielleicht: "An der Oberfläche des Hutes"
Nicht: "An der Spitze"

Gruß
Doris

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Peter, (vor 2475 Tagen) @ Doris

Hallo an alle,

danke für eure Beteiligung. Das Ganze war kein initiiertes Rätsel. Es ist im Text ein profaner Fehler vorhanden:

Die Gleba mit der Sporenmasse riecht nicht(!) nach Aas - sondern das Receptaculum. Die Gleba ist geruchlos.

Prof. Heinz Clémencon hat in der Schweizer Zeitschrift für Pilzkunde mal einen Artikel darüber verfasst. Er war nicht der erste, der das festgestellt hat. Ein Herr Joguet war bereits 1954 der Frage nachgegangen, und stellte fest, dass der "Stiel" der Stinkmorchel die Quelle des Geruchs sei und nicht die Gleba.

Auch in der Mykologie schreibt der eine vom andern gerne mal ab. Auf diese Art und Weise verbreiten sich Fehler immer wieder ohne bemerkt zu werden.

Der Begründer der modernen Mykologie, Elias Magnus Fries (1794-1978) beklagte zu jener Zeit: „Die meisten wollen immer Neues bringen, anstatt das Alte zu lernen.“ Eine gute Mahnung, auch oder gerade in unserer Zeit.

Freundliche Grüße
Peter

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Bibliothekar, (vor 2475 Tagen) @ Peter

Lieber Peter,

ich schau erst mal etwas verdattert. Das muss ich selber mal nachlesen und mir den Artikel von Clemencon besorgen. Hast Du Angaben zu Joguet 1954? So kann ich nichts finden.

Beste Grüße
Stefan

Fehler aufgelöst! *PIC*

Peter, (vor 2475 Tagen) @ Bibliothekar

Hallo Stefan,

den aufklärenden Text aus dem Artikel von Clémencon spiele ich hier ein:

[image]

Die andere Literaturstelle: Joguet (1954): Sur l'odeur de l'Ithyphallus impudicus. Bull. Soc. Myc.70: 430-31

Jeder Pilzsammler wird im Wald schon mal eine Stinkmorchel gerochen haben, bevor er sie dann auch sieht. Ab und an findet man nur noch das Receptaculum ohne Gleba. Trotzdem stinkt das Teil.

Ansonsten einfach mal anfassen, erst Gleba und dann den "Stiel". Habe ich auch schon gemacht.

Oder - noch besser - die Versuche von Clémencon nachstellen und erfahren.

Freundliche Grüße
Peter

PS: Vielleicht ergeben Geschmacktests noch weitere, unbekannte Erkenntnisse ....

Re: Fehler aufgelöst!

Bibliothekar, (vor 2475 Tagen) @ Peter

Lieber Peter,

herzlichen Dank! Die Versuche werde ich sicher nachvollziehen und mich weiter in das Thema vertiefen. Ich bin ohnehin schon erstaunt, was ich so alles über den kleinen Stinker gefunden habe in der kurzen Zeit, als ich die Aufgabe bekam ihn als Pilz des Jahres 2020 vorzustellen. Und jetzt noch dieser Knaller!

Beste Grüße
Stefan

Re: Pilz des Jahres Stinkmorchel - Wo ist der Fehl

Doris, (vor 2474 Tagen) @ Peter

Hallo Peter,

vielen Dank für die Aufklärung. Anscheinend habe ich immer die falschen Bücher gelesen und so geht es wahrscheinlich vielen Pilzlern.

Viele Grüße
Doris