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weiße & grüne Gefahr *PIC*

Rainer Albert, (vor 740 Tagen)

Hallo Pilzfans,

wenn was Unangenehmes stattfand, sagte man bei mir im Gymnasium immer "aus gegebenem Anlaß".
So eine Knollenblätterpilzvergiftung ist schon ein Supergau.

Schön sind sie schon - gestern sah ich bei Fichten eine große Kollonie weiße Knollis . so um die 20 -
und die Grünen wachsen derzeit ja überall zu Hauf.
Mir macht etwas Sorgen, daß "Schwammerlsuchen" aktuell so propagiert wird,
es braucht halt doch viel Erfahrung und nicht nur eine App.
Und die vielen Umgetretenen ärgern mich/uns auch - aber das gab es auch schon früher.

Nach dem vielen Regen und der relativen Wärme dürftr es noch viele interessante Funde für Euch und mich geben.

Viele Grüße aus Basel sendet Euch

Rainer

PS Ich hatte noch das Glück "den Knollenblätterpilz-Papst" Theodor Wieland kennenzulernen,
sein Vater (Nobelpreiströger) Heinz hat das Amanitin als Erster 1940 kristallisiert.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ciuz.19790130205

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Re: weiße & grüne Gefahr *PIC*

michel, (vor 740 Tagen) @ Rainer Albert

servus Rainer,

ja, Giftpilze gibt es zurzeit in Massen. Bei meinem Ausflug ins Burgenland vergangenen Di. habe ich als häufigsten der insgesamt zahlreichen Pilze den Ölbaumtrichterling gesehen, leider versäumt einen mitzunehmen wegen den leuchtenden Lamellen. Habe ich aber früher schon gemacht und die haben dann nicht geleuchtet. In großen Ringen und Reihen stehen zudem Riesenrötlinge herum, viel häufiger als die ebenfalls vertretenen Nebelkappen. Neben Fliegen- gibt es auch massenhaft Pantherpilze, gelbe Knollis und nicht ganz so oft auch grüne. Sind die weißen bei Dir kegelhütige (virosa)? Die grünen (und gelben) fallen auch oft sehr blass aus. Hier ein Exemplar, das ich für A. phalloides halte:

liebe Grüße aus Wien, michl

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Re: weiße & grüne Gefahr *PIC*

Rainer Albert, (vor 739 Tagen) @ michel

Hallo Michl,

Superfoto(s) - besonders der Schwarze Steinpilz. Mit so einem schönen Exemplar
kann ich nicht dienen, der von heute am Nachmittag war schon ziemlich angeknabbert,
aber noch ganz fest und ganz ohne Maden (ist schon zu kalt).
Der Kollege daneben war riesig und schon weich - haben ihn abgedeckt mit Laub.
Riesenrötlinge gibt es auch, bei Fliegenpilzen ist der erste SchuB vorbei,
dafür viele Reizker. Und die Grünen Knollenblätterpilze sind hier wirklich opaliszierend grün
und gut zu unterscheiden von den gelben & weißen Knollis.
Nicht zu vergessen - Herbsttrompeten wachsen in (rauhen) Mengen
gemeinsam mit Herbstblattln und Mönchsköpfen.

Viel Erfolg beim Suchen - viele Grüße aus Basel

Rainer

servus Rainer,
ja, Giftpilze gibt es zurzeit in Massen. Bei meinem Ausflug ins Burgenland
vergangenen Di. habe ich als häufigsten der insgesamt zahlreichen Pilze
den Ölbaumtrichterling gesehen, leider versäumt einen mitzunehmen wegen
den leuchtenden Lamellen. Habe ich aber früher schon gemacht und die haben
dann nicht geleuchtet. In großen Ringen und Reihen stehen zudem
Riesenrötlinge herum, viel häufiger als die ebenfalls vertretenen
Nebelkappen. Neben Fliegen- gibt es auch massenhaft Pantherpilze, gelbe
Knollis und nicht ganz so oft auch grüne. Sind die weißen bei Dir
kegelhütige (virosa)? Die grünen (und gelben) fallen auch oft sehr blass
aus. Hier ein Exemplar, das ich für A. phalloides halte: liebe Grüße aus
Wien, michl

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Schwarzer Steinpilz §§

UmUlmHerum, (vor 739 Tagen) @ Rainer Albert

Hallo Ihr Beiden!

Ihr wisst schon, dass der Schwarzhütige Boletus aereus absolut geschützt ist? Nach der Bundesartenschutzverordnung (§1 Satz 1) gehört er zu den besonders geschützten Arten, bei denen (eigentlich) jegliche Entnahme verboten ist (siehe https://www.dgfm-ev.de/pilzesammeln-und-vergiftungen/speisepilze/wildpilze?name=Positiv...). Er steht auch auf der aktuelle Roten Liste gefährdeter Pilze Deutschlands (siehe https://www.dgfm-ev.de/naturschutz-und-kartierung/rote-liste), ebenso in der Österreichischen RL (siehe https://www.zobodat.at/pdf/Gruene-Reihe-Lebensministerium_10_0229-0266.pdf).

Ja, wir wissen alle, dass die Entnahme eines Fruchtkörpers das Myzel nicht gefährdet! Aber ich würde doch gerne ein bisschen Bewußtsein über solche seltenen Arten rüberbringen... Ich war auch ein wenig schockiert, als Rainer kürzlich seine Rotkappen-Beute präsentierte: alles entnommen, was es nur gab, einschließlich der winzigen "Babies". Das muss doch nicht sein?

Viele Güße – Rika

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Hallo Michl,
Superfoto(s) - besonders der Schwarze Steinpilz. Mit so einem schönen
Exemplar
kann ich nicht dienen, der von heute am Nachmittag war schon ziemlich
angeknabbert,
aber noch ganz fest und ganz ohne Maden (ist schon zu kalt).
Der Kollege daneben war riesig und schon weich - haben ihn abgedeckt mit
Laub.
Riesenrötlinge gibt es auch, bei Fliegenpilzen ist der erste SchuB vorbei,
dafür viele Reizker. Und die Grünen Knollenblätterpilze sind hier wirklich
opaliszierend grün
und gut zu unterscheiden von den gelben & weißen Knollis.
Nicht zu vergessen - Herbsttrompeten wachsen in (rauhen) Mengen
gemeinsam mit Herbstblattln und Mönchsköpfen.
Viel Erfolg beim Suchen - viele Grüße aus Basel
Rainer

Re: Schwarzer Steinpilz §§ *PIC*

michel, (vor 739 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika!

Ihr wisst schon, dass der Schwarzhütige Boletus aereus absolut geschützt ist?
Nach der (§1 Satz 1) gehört er zu den
besonders geschützten Arten, bei denen (eigentlich) jegliche Entnahme
verboten ist

........................

). Er steht auch auf der aktuelle Roten Liste gefährdeter Pilze
Deutschlands (siehe
https://www.dgfm-ev.de/naturschutz-und-kartierung/rote-liste ), ebenso in
der Österreichischen RL

das mag landesweit seine Berechtigung haben, ist aber rechtlich im Gegensatz zur deutschen Bundesartenschutzverordnung nicht bindend. Und das durchaus zurecht: in der Gegend im Nordburgenland wo ich da war ist das aber die häufigste Art der Steinpilze und wird gerne gesammelt. Wäre ja absurd das zu verbieten und nur die dort viel selteneren "normalen" Steinpilze sammeln zu lassen. Ich weiß nicht wie das in der Schweiz aussieht, und zudem: die meisten Sammler werden den eh nicht kennen und einfach als "Steini" mitgehen lassen?

Unten noch ein Korb den ich ("en passant" und sehr unscharf, aber ich glaube es ist trotzdem zu erkennen, was da drin ist :) bei einem anderen Sammler fotografiert habe. Durchaus üblich dort. Selber habe ich an dem Tag gar nix gesammelt und nur fotografiert, aber ich gebs zu, das ist auch bei mir die Ausnahme.

Liebe Grüße, michel

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Re: Schwarzer Steinpilz §§

UmUlmHerum, (vor 738 Tagen) @ michel

Hi Michel,

mit Deinen Argumenten hast Du durchaus recht, vor allem, wenn der Schwarzhütige dort so häufig ist.

In Österreich wird das Sammeln dank Irmgard Greilhuber praxisnäher als in D geregel, Zitate aus dem gestrigen .at-Link:
"Die Rote Liste kann in der Schul- und Erwachsenenbildung im Unterricht zur Vermittlung der Bedrohung der Pilzflora und damit der Bedrohung des Funktionierens der Ökosysteme herangezogen werden. Sie soll zu einem verantwortlichen Umgang mit den Pilzen anregen... (S. 230)" und "Ein gesetzlicher Schutz für bestimmte Pilzarten und damit ein Sammelverbot für diese wäre nicht zielführend, da ja den tatsächlichen Gefährdungsfaktoren damit nicht begegnet würde. Auch kann die nötige Artenkenntnis nicht erwartetet werden, sodaß ein solches Verbot weder eingehalten noch kontrolliert werden könnte (Winterhoff 1978, Kreisel 1992). Dagegen ist eine mengenmäßige Beschränkung des gewerblichen Pilzsammelns generell anzustreben, ... Aus Gründen der Erziehung zum schonenden Umgang mit den Ressourcen der Natur und zur Bewußtseinsbildung für die Pilze als wichtigen Bestandteil des Ökosystems Wald ist auch eine zeitliche oder mengenmäßige Beschränkung des privaten Pilzesammelns sinnvoll. In Tirol, Kärnten und Salzburg gibt es bereits Pilzschutzverordnungen (vgl. Rücker 1995)... (S.236)"

Hier die aktuellen Pilzsammelvorschriften der Schweiz – mit durchaus vielen Einschränkungen: https://www.vapko.ch/phocadownload/public/DE/Oekologie/Pilzsammelbestimmungen_in_der_Sc...

Auf Deinem Körbchen-Foto sehe ich einen Kaiserling leuchten?! Da würden hierzulande gleich einige Leute Schnappatmung bekommen :-).

Und hier noch eine Story, die mir im September diesen Jahres passiert ist und vielleicht besser nachvollziehen lässt, worauf ich raus will:
An einer (mir) bekannten Rotkappenstelle waren fast über Nacht massenhaft Rotkappen gekommen, ich schätze irgendwas um die 60...70...80 Stück in allen Altersgraden. Ich freute mich über diesen fantanstischen Anblick und nahm mir 4 schöne Exemplare mit. 20 Stunden später kam ich wieder hin um Fotos zu machen – und traute meinen Augen kaum: es war keine einziger Frk. mehr zu sehen! Vermutlich hat sich der eifrige Sammler gedacht "wenn ich ALLE mitnehme, weiß niemand, dass es hier Rotkappen gibt!" Ich nenne solche Leute immer "Vollernter" oder "Harvester" und finde so ein Verhalten respektlos gegenüber der Natur und egoistisch.
Nächste Frage: Was macht man mit 70 Rotkappen? Oder einem Waschkorb voller Steinpilze? Sie "der Frau" hinstellen und sagen "mach mal!"?
Soweit ich weiß, bezahlt man in D für übermäßiges Sammeln 100,- €/kg als Strafe, die Beute > 1kg/Person wird konfiziert und an soziale Einrichtungen zur Verwertung weitergegeben. Besonders im bayrischen Grenzbereich werden in der Saison gerne Autos kontrolliert – und man hat immer wieder im Kofferraum mehrere 100 kg Steinpilze gefunden...

Herzliche Grüße – Rika

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Hallo Rika!
das mag landesweit seine Berechtigung haben, ist aber rechtlich im Gegensatz
zur deutschen Bundesartenschutzverordnung nicht bindend. Und das durchaus
zurecht: in der Gegend im Nordburgenland wo ich da war ist das aber die
häufigste Art der Steinpilze und wird gerne gesammelt. Wäre ja absurd das
zu verbieten und nur die dort viel selteneren "normalen"
Steinpilze sammeln zu lassen. Ich weiß nicht wie das in der Schweiz
aussieht, und zudem: die meisten Sammler werden den eh nicht kennen und
einfach als "Steini" mitgehen lassen?
Unten noch ein Korb den ich ("en passant" und sehr unscharf, aber
ich glaube es ist trotzdem zu erkennen, was da drin ist :) bei einem
anderen Sammler fotografiert habe. Durchaus üblich dort. Selber habe ich
an dem Tag gar nix gesammelt und nur fotografiert, aber ich gebs zu, das
ist auch bei mir die Ausnahme.
Liebe Grüße, michel