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Re: Ein paar Umo's, von Kazuya

Andreas ⌂, (vor 8697 Tagen) 8.003 Beiträge @ Notizbrettbildservice

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Hallo, Kazuya und ihr anderen Rätselrater,

hier meine Meinungen/Verdächtigungen zu den 3 Bildern

UMO 1
ist sicherlich ein Ritterling, der dem Seifenritterling (T. saponaceum) aber
auch, wegen des stark bereiften Stieles in die Gruppe um T. atrosquamosum
passen könnte. Ich weiß damit nicht viel mit anzufangen und kann nur diese
Vermutungen anstellen. Die Fruchtkörper fand ich gesellig an einem Wegrand
wachsend. Es waren außer Buchen keine anderen Bäume in der Nähe. Die
Hutbreite beträgt ungefähr 8 cm; Oberfläche rau, fein bereift, bleigrau
bis mausgrau; Lamellen weißlich und deutlich mit Burggraben. Stiel
weißlich und stark bereift, fast geschuppt. Der Variabilität des
Seifenritterlings bin ich schon konfrontiert, habe ihn zunächst nicht
bestimmen können, letztenendes gelang es aber doch. Diesmal scheine ich
mir nicht so sicher zu sein, aber schaut selbst:

Jein.
Meiner Meinung nach ein Weichritterling, jedenfalls sicher kein "echter" Ritterling. Die Stielbereifung würde auch zu Melanoleuca gut passen. Mikroskopisch wäre die Gattung sofort zu klären, die Artbestimmung ist jedoch schwierig. Ein Tipp wäre vielleicht Melanoleuca humilis ss. Ricken und Moser oder M. turrita = M. humilis ss. Breitenbach & Kränzlin (Braunrußiger Weichritterling).

UMO 2

Wesentlich wahrscheinlicher ist es, dass es sich bei der nächsten Art um
einen Schleierling handelt. Es käme durchaus eine Art der Untergattung
Leprocybe in Frage, doch ist es auch hier nicht leicht. Hätte der
Fruchtkörper nicht so einen gut ausgeprägten Buckel, wäre es sicherlich
der Orangefuchsige Raukopf (C. orellanus), und hätte ich den Pilz im
Nadelwald gefunden käme er dem Spitzbuckeligen Raukopf (C. ribellus) sehr
nahe. Da beides aber nicht zutrifft, blieb diese Art bislang unbestimmt.
Die Fruchtkörper wuchsen an einem sehr grasigen Wegrand unter Erlen und
Weiden. Fruchtkörper mit Hutbreite von etwa 12 cm. Die Oberfläche war
längsfaserig, braun bis rotbraun. Lamellen breit angewachsen bis
ausgebuchtet, kräftig rotbraun gefärbt. Stiel zylindrisch, rotbraun, mit
kaum sichtbaren Cortinaresten.

Das ist mit Sicherheit ein Schleierling, wohl aus der Untergattung Telamonia, also ein Gürtelfuß oder Wasserkopf. Das Schwärzen dürfte arttypisch sein, kein Merkmal des Vergehens, dazu sind die Fruchtkörper noch zu frisch.
Kenne die Art nicht, aber sie könnte durchaus rauszubekommen sein, anhand der Farben und dem Schwärzen sieht sie jedenfalls recht charakteristisch aus.

UMO 3
Die letzte Art ist wohl zu 100% ein Schlauchpilz. Sehr wahrscheinlich einer
aus der Familie der Becherlinge (Pezizaceae). Durch die teilweise
eingeschnittenden Fruchtkörper, die sehr brüchig und bis etwa 4 cm breit
und ebenso hoch waren, erinnerte mich diese Art an einen Öhrling (Otidea).
Die genaue Art konnt ich jedoch nicht bestimmen. Ich fand sie an einem
Krautlosen Wegrand, nahe einer Straße unter verschiedenen Bäumen (u.a.
Buche, Erle und eventl. Pappel. Der Spazierstock-Öhrling (O. apophysata
!!) käme der Art nahe, dieser ist in Deutschland jedoch sehr selten.

Wie Hupi schon sagte ist dies sicher eine Pezia, also ein Echter Becherling. Mikroskopisch wäre die mit Jod blauende Schlauchspitze Gattungsmerkmal. Ich denke es handelt sich um eine Art aus dem Kreis um Peziza repanda/varia oder vielleicht auch arvernensis oder gar vesiculosa. Aber ohne Mikroskop ist es halt nicht mehr als Raterei ....

Viele Grüße,
Kazuya

Beste Grüße,
Andreas

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