Re: Arten der Gattung Sparassis
Hallo Andreas,
das ist sehr ausführlich, Danke.
Kulturen dieser bd. Arten zu bekommen, ist kein Problem- im Gegensatz zu Tremella fuciformis/ Hypoxylon archeri.
Möglicherweise können wir uns demnächst in Jena abschließend darüber unterhalten!
Gruß g
Hallo Gottfried,
ganz so einfach ist es meiner Meinung nach nicht.
Zwar haben meine Vor-Poster recht, dass diese beiden Namen in der Literatur
als Synonyme zu Sparassis brevipes (Breitblättrige Glucke) gehandelt
werden, doch ist das manches noch ungeklärt, vor allem was die Wirtsbäume
betrifft.
Leider bin ich nun der Zeitschriften des vereins beraubt und kann daher
nachfolgendes nur aus dem edächtnis zitieren und hoffe, dass sich keine
(grundlegenden) Fehler einschleichen ....
1. An Kiefer und Lärche -> Sparassis crispa, Krause Glucke
Unkritisch und um diese Art geht's hier ja auch nicht.
2. An Weisstanne und Fichte -> Sparassis brevipes/laminosa/nemecii,
Tannen-Glucke
Zumindest im Schwarzwald nicht selten.
Die Art soll auch an Eiche und Buche vorkommen (s.u.).
3. An Buche -> Sparassis brevipes/laminosa, Buchen-Glucke
Mir ist auch aus der Literatur kein gut dokumentierter Fund bekannt.
Weißtanne und Buche haben auffallend oft gemeinsame Mykorrizapilze oder
Parasiten, so dass ich nicht recht an eine Eigenständigkeit der
"Buchen-Glucke" glaube.
4. An Eiche -> Sparassis brevipes/laminosa, Eichen-Glucke
Es gibt relativ viele Funde in der älteren Literatur, allerdings ist mir aus
neuerer zeit keiner bekannt. Selbst habe ich noch nie eine Glucke an Eiche
gefunden, obwohl sie lt. Lit. nicht gar so selten sein sollte. In
Ba.-Wü.-Flora 7x an Eiche angegeben, dagegen nur 4x an Fichte, was sicher
nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht!
Auffallend ist, das sowohl Krombholz seine S. brevipes als auch Fries seine
S. laminosa von Eiche beschreibt! Nun ist aber Eiche und Tanne/Fichte ein
doch recht verscheidenes Substrat/Wirt, so dass ich mir nicht recht
vorstellen kann, dass ein und dieselbe Pilzart auf zwei(drei) so
unterschiedliche Baumarten beschränkt sein soll!
In diesem Hinblick wäre vielleicht interessant zu sehen, ob Kulturen von
Tannen-Glucken und Eichen-Glucken kompatibel sind oder nicht.
Oder ob man Tannen-Glucken auch auf Eichenholz züchten kann bzw. umgekehrt.
Wär doch was für Dich, Gottfried, oder? Nur woher die Kulturen nehmen?
Ich persönlich wäre sehr daran interessiert, mal ne Breitblättrige Glucke von
Eiche oder gar Buche zu Gesicht zu bekommen!
Beste Grüße,
Andreas