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Re: …der Odenwald…unendliche Weiden, keine Champig

Heinz Ebert ⌂, (vor 8576 Tagen) 968 Beiträge @ Joachim

Hi Joachim,
ich denke nicht, dass es so ist. Erfahrungsgemäß hatten wir immer dann gute Egerlingsjahre, wenn einem heißen, trockenen Sommer starke Regenfälle folgten, und diese Kombination kommt nicht oft vor. Es gibt hier einen Landwirt, der mich immer anruft, wenn seine Wiesen vollstehn (lieb, gelle). Seine Wiesen sind INTENSIV gedüngt (Gülle und Minerale), und in guten (s.o.) Jahren stehn sie voll mit Champis.
Was Thomas Pruß von den Dünen kennt, ist eine besondere Champi-Art, die wohl auf etwas Salz angewiesen ist, denn man findet sie im Binnenland gelegentlich an den Rändern von Straßen, die im Winter gepökelt werden: Agaricus bernardii, der Dünen-Egerling.
Herzliche Grüße aus der Vulkaneifel, Heinz

Hallo Pilzfreunde,
der Odenwälder hat seit undenklichen Zeiten nur Steinpilze, Rotkappen,
Maronenröhrlinge, Pfifferlinge und Wiesenchampignons gesammelt. Etwas
anderes kam nicht den Korb.
Einem alten Odenwälder würde niemals einfallen einen Flockenst. Hexenröhrling
"zu roppe" (So nennt der Odenwälder das sammeln von Pilzen), Der
Odenwälder sammelt keine Pilze mit roten Röhren, basta! Warum sollte er
auch? Es gab Steinpilze, Rotkappen, Pfifferlinge und Champignons in nahezu
unerschöpflichen Mengen. Steinpilze und Co gibt es immer noch genug, aber
wo sind die Wiesenchampignons? 1993 war das letzte Massenvorkommen. Fast
auf jeder Weide standen die Champignons in riesigen Mengen, es war
einfach, na ja wenn die Kühe es zuließen, sich einen Korb mit
Wiesenchampignons zu füllen. Ab 1994 nahm das Champignonvorkommen rapide
ab. Letztes Jahr habe ich fast den ganzen Odenwald nach Wiesenchampignons
abgesucht, mit dem Ergebnis das ich praktisch keine gesehen habe. An den
Kühen kann es nicht liegen, die machen wie eh und je ihr
"Geschäft". Ich vermute dass die intensive Tierhaltung (in
Ställen) zu Unmengen von Gülle führt und diese dann auf den Weiden
entsorgt werden. Da das Entsorgen vornehmlich im Winterhalbjahr geschieht
fehlen die natürlichen Zerrsetzer (Mistkäfer usw.), was zur Folge hat,
dass die Gülle in den Boden eindringt und dort das Myzel massiv schädigt.
Aber wie gesagt es ist nur eine Vermutung. Vielleicht liegen auch ganz
andere Gründe vor.
Ich hätte gerne eure Meinung dazu. Stellt ihr auch ein verschwinden der
Wiesenchampignons fest, wenn ja, warum?
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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