Re: zur Boden-Ansprache
Hallo Bruno,
Mit der Unterscheidung Saprophyt, Parasit, Mykorrhizapilz gebe ich Dir Recht,
ich glaube, die größte Abhängigkeit vom Boden (wenn dem nun überhaupt so
ist) werden die Mykorrhizapilze haben. Die Saprophyten und Parasiten leben
in ihrem Substrat tote/lebende Pflanzen/Tiere, die Mykorrhizapilze haben
als Substrat (Ober-)Boden.
Ich denke schon, daß Forschungsinteresse im Zusammenhang zwischen
Getreide/Mykorrhiza gegeben sein sollte. Erstens spricht man, in den
seltenen Fällen, in denen man eine Mykorrhizierung vorliegen hatte, von
Ertragsvorteilen bis zu 30%, und zweitens, sollte man einen Zusammenhang
zwischen Boden und Getreidemykorrhiza finden können, muß es erst mal
gelingen, die optimalen Bedingungen im Ackerboden zu schaffen. Da für jede
Feldfrucht der Boden einzeln und jährlich "zugeschnitten" wird
durch Saatbettbereitung, Bodenbearbeitung usw. glaube ich nicht, daß sich
die Sporen so schnell selbst verbreiten würden. (Sicher, die BASF wäre
nicht glücklich, dafür steht dann aber vielleicht die Landtechnikindustrie
vor der Tür...)
Auf jeden Fall ist ein solches zusätzliches Ertragspotential -wohlgemerkt
ohne Chemie und Gentech- zu wertvoll, um es nicht zu untersuchen. Und wenn
sich heraustellt das kein Zusammenhang Boden/Pilz besteht, dann weiß man
immerhin, daß man woanders suchen muß.
Biologen, die sich mit Pflanzen oder Pilzen auskennen gibt es einige,
Ökologen, die sich mit dem Zusammenleben beider auskennen, auch. Aber
Bodenkundler, die sich mit Pilzen auskennen, gibt es nicht so viele.
Allein deshalb besteht meiner Meinung nach ein Interesse an dieser Frage
und vieleicht eine Möglichkeit über einen Zusammenhang.
Lass was von Dir hören, was arbeitest Du eigentlich, wenn Du, wie Du sagst,
mit Boden zu tun hast?
Grüße, Tom
Hallo Tom,
da das Thema für die Forschung wohl ziemlich interessant wäre, besteht prinzipiell die Möglichkeit einen Forschungsauftrag über DFG etc. zu beantragen. Drittmittelfinanzierung über die Industrie käme ja wohl eher nicht in Frage
.( Die Grünen haben auch ne Forschungsstiftung: Regenbogen heißt die, finanziert z.B. Promotionen, wies da mit Sachmitteln aussieht weiß ich allerdings nicht) Natürlich bräuchtest du dabei die Unterstützung eines Professors, den du davon erst überzeugen müßtest, da wirds doch bei euch hoffentlich wenigstens einen geben (Vor allem wenn du die viel Arbeit übernimmst hat noch kaum ein Professor abgelehnt seinen "Ruhm" zu vermehren
). Probieren würde ich es auf jeden Fall, am besten wäre es natürlich, wenn du mit eingebunden wärst, z.B. als Diplomand, Doktorand
. Allerdings mußt du mit Schreiben des Antrags, Bewilligung, Umarbeiten des Antrags etc. mit mindestens einem Jahr rechnen.
Aber vermutlich hast du genau in diese Richtung schon gedacht, oder?
Liebe Grüße
Birgit