Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: Kahler Krempling

Helmut, (vor 8494 Tagen) @ EricS

Servus Eric,

ein "Unschärfe" ist die Erwähnung des Kahlen Kremplings. Es gibt weiterhin viele Menschen, die ihn ohne Gefahr verzehren. Er hat keinen "giftigen" Inhaltsstoff, sondern neigt mehr als andere Arten zur Bildung von Antikörpern und damit zu Allergien beim Menschen. Diese Allergien können im Extremfall zum Tod führen (anaphylaktischer Schock). Wer den Kahlen Krempling als essbar bezeichnet, könnte sich juristisch in Teufels Küche bringen. Deshalb: Immer davon abraten.

Es gibt auch Menschen, die auf Steinpilze allergisch reagieren. Bei Butterpilzen wird sogar eine häufigere Unverträglichkeit beobachtet.

Gruß

Helmut

Hallo zusammen,
ich habe heute von einer Publikation gelesen (im Journal 'Cancer Research'),
in der über cancerogene Inhaltsstoffe von Zuchtchampignons berichtet
wurde. So erkrankten in Tierversuchen Labormäuse bei Fütterung mit rohen
Agaricus bisporus an Krebs, was auf das darin enthaltene Agaritin
zurückgeführt wird.
Das ist ja einerseits besorgniserregend, doch fragt man sich, ob das Thema
nicht auch etwas hochgepuscht wird. Schließlich werden Champignons ja
schon seit anno dazumal als Speisepilze geschätzt und weltweit im
Tonnenmaßstab verzehrt.
Kommen jetzt immer mehr "Speisepilze" auf den Index, weil
bedenkliche Substanzen darin entdeckt werden? Weiß jemand von Euch, ob
vielleicht auch schon Vergiftungen mit (echten) Zuchtchampignons, also
nicht auf Verwechslung beruhend, bekannt sind? Steht der Zuchtchampignon
bald in Gesellschaft mit dem ja erst seit kurzem als "Giftpilz"
erkannten Grünling im Blickpunkt toxikologischen Interesses?
Rein historisch wäre die Entdeckung des A.bisporus als Giftpilz die
Fortsetzung einer Liste in der auch einige berühmt-berüchtigte Namen zu
finden sind: Paxillus involutus: der Kahle Krempling wurde früher gern
gegessen, bis er als Verursacher schwerer Vergiftungen entlarvt wurde. In
Freiburg war er auch noch lange nach dieser Entdeckung noch auf dem Markt
zu haben.
Gyromitra esculenta: der lat. Name sagt es schon. esculentus=eßbar. Die
Frühjahrs-Lorchel war ebenfalls ein beliebter Speisepilz. Das darin
enthaltene Gift Gyromitrin ist flüchtig und damit durch Abkochen der Pilze
entfernbar. Dennoch wurden schwere Vergiftungen damit bekannt.
Tricholoma equestre: dem gerühmten Grünling wurden erst vor kurzem
Vergiftungsfälle nachgewiesen. Mehr dazu z.B. bei der DGfM:
http://dgfm-ev.de/www/de/aktuelles/gruenling1.php3
Lyophyllum connatum: der Weiße Rasling wurde ebenfalls gern gegessen - bis
man das mutagen wirkende Lyophyllin darin nachweisen konnte.
Warten wir ab, was uns die Analytiker noch so liefern. Um einmal eine kleine
Diskussion anzustoßen: Was denkt Ihr darüber?
Viele Grüße,
Eric
PS: Es kann gut sein, daß dieser Beitrag einige Unschärfen enthält. Wenn
jemand mich da korrigieren kann, bin ich dankbar dafür.

Eintrag gesperrt
35 Aufrufe

gesamter Thread: