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Re: Wie macht man ein Exiskkat?

Andreas ⌂, (vor 8457 Tagen) 8.003 Beiträge @ Rene

hallo zusammen
Eine Sache ist mir noch so nicht klar. Wie macht man von einem (vielleicht
besonderen Fund) eigentlich ein gutes Exsikkat bei welchem alle Merkmale
auch nach Jahren noch nachweisbar sind und die Mermkale nicht durch die
Schrumpfung durch den Wasserverlust beinflusst werden? Könnt Ihr mir da
weiterhelfen?
Gruss René

Hallo René,

eigentlich ist das mit dem Exsikkat ganz einfach ;-)

Man trocknet die Pilze einfach, wobei eine zügige Trocknung am besten ist. Denn wenn die Pilze zu lange brauchen, dann könnten in der Zeit manche Strukturen kollabieren, außerdem fangen die Pilze an zu schimmeln (auch wenn man das mit bloßem Auge vielleicht noch nicht erkennt). Verbrennen dürfen sie dagegen auch nicht, sonst sind auch wichtige Strukturen zerstört. Daher haben die Mykologen die Exsikkate machen - und auch viele Pilzler die "nur" Wintervorräte anlegen :-) - ein Trockengerät für Obst/Gemüse, das sich auch gut für Pilze eignet (zumindest wenn es temperaturregelbar ist). Ich habe auch schon selbergebastelte "Trockengestelle" gesehen, die aus Maschendraht gebaut wurden und als Heizung eine Glühbirne verwenden. Vor allem bei kleinen Fruchtkörpern (Helmlinge oder sowas) empfiehlt sich das, denn die müssen mit wesentlich weniger Hitze getrocknet werden als z.B. ein fetter Röhrling. So kleine Pilze trockne ich allerdings durch einfaches liegenlassen in der Wohnung, das geht auch. Tanja trocknet ihre Pilze meist auf der Lüftungsöffnung ihres Computermonitors. Möglich ist alles, es sollte eben nur schnell und mit nicht zuviel Hitze dabei gehen.
Am besten ist es, wenn man eine Kollektion mit jungen und alten Fruchtkörpern hat. Ich halbiere die meisten Fruchtkörper, weil sie dann besser trocknen und weil ich die Nachuntersuchung an halben Fruchtkörpern einfacher finde als an ganzen. Für ein Exsikkat sollten möglichst komplette Pilze gesammelt werden, also mit Stielbasis etc., nur oberflächlich gereinigt und keinesfalls "küchenfertig" geputzt, womöglich gar ohne Lamellen/Röhren.
Wenn die Pilze trocken sind (rascheltrocken und hart), dann werden sie entweder in Papierumschlägen aufbewahrt oder in Kunststoff-Druckverschlußbeuteln (letztere sind mir lieber). Ein Etikett irgendwelcher Art mit Fundort und -datum gehört natürlich auch noch dazu, Notizen über Merkmale des Frischpilzes sind auch wertvoll (Geruch, Farbe o.ä.) oder gar ein Foto.

Wenn Du noch spezielle Fragen hast, melde Dich gerne nochmal!

Beste Grüße,
Andreas

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