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Hallimasch-Frage

Robert Blau, (vor 8444 Tagen)

Hallo,

auch wenn es mit Röhrlingen in Mittelthueringen noch mau aussieht, stolperte ich heute ueber ein Büschel ganz junger Hallimasche (bitte nicht fragen, welcher Hallimasch genau).
Meine letzte Hallimasch-Mahlzeit ist viel Jahre her und ich fand diverse Publikationen, dass es neuerdings viele Unvertraeglichkeitsreaktionen bei ihm gaebe. Beispielsweise schreibt das Marktamt Wien: "Der Pilz war früher in der Speisepilz-Verordnung enthalten, wurde jedoch wegen aufgetretener Unverträglichkeiten eliminiert".
Wer weiss naeheres? Wie ernst ist das zu nehmen? Welche Personengruppe ist betroffen?

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Re: Hallimasch-Frage

Engywuck, (vor 8444 Tagen) @ Robert Blau

Meine letzte Hallimasch-Mahlzeit ist viel Jahre her und ich fand diverse
Publikationen, dass es neuerdings viele Unvertraeglichkeitsreaktionen bei
ihm gaebe. Beispielsweise schreibt das Marktamt Wien: "Der Pilz war
früher in der Speisepilz-Verordnung enthalten, wurde jedoch wegen
aufgetretener Unverträglichkeiten eliminiert".
Wer weiss naeheres? Wie ernst ist das zu nehmen? Welche Personengruppe ist
betroffen?

Hallo,
also bei meinem letzten Pilzseminar habe ich gelernt, daß es bei Hallimaschen i.a. zu plötzlichen recht kräftigen Unerträglichkeitsreaktionen (immunologischer Art?) kommen kann (nicht muß), meist nach dem man schon einige Malzeiten hinter sich hat.
D.h. die Malzeit wird wohl oft gutgehen, aber das ist nicht garantiert - und daher lieber Finger weg.

Schöne Grüße,
Thorsten

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Unverträglichkeiten

Birgit, (vor 8444 Tagen) @ Engywuck

Hallo Thorsten,

also bei meinem letzten Pilzseminar habe ich gelernt, daß es bei Hallimaschen
i.a. zu plötzlichen recht kräftigen Unerträglichkeitsreaktionen
(immunologischer Art?) kommen kann (nicht muß), meist nach dem man schon
einige Malzeiten hinter sich hat.

Das wäre mir gänzlich neu, was für ein Pilzseminar war denn das? Die immunologísche Reaktion ist vom kahlen Krempling (Paxillus involutus) her bekannt, der ja auch Jahrzehnte lang als guter Speisepilz galt, aber nach häufigerem Genuß auch schon Todesfälle hervorgerufen hat.

D.h. die Malzeit wird wohl oft gutgehen, aber das ist nicht garantiert - und
daher lieber Finger weg.

Wie gesagt die Quelle würd mich da sehr interessieren.

Zum Hallimasch ist generell noch zu sagen, daß er roh richtig heftig giftig ist, d.h. Hallimasch muß min. 15 min gut (über 70 °C) erhitzt werden. Selbst dann verursacht er häufiger als andere Pilze Unverträglichkeitsreaktionen (z.B. Durchfall etc.), daher sollte man, wenn man ihn noch nie gegessen hat erst mal eine kleine Menge probieren. Verträgt man diese kleine Menge nicht, muß man künftig auf den Pilz verzichten. Vom Abkochen und Wegschütten des Kochwassers, was auch manchmal propagiert wird halte ich nichts, weil dadurch die unverträglichen Stoffe nie so verdünnt werden können, daß nix davon übrigbleibt.

Gruß

Birgit

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Re: Unverträglichkeiten prinzipielles

Thomas Pruß, (vor 8443 Tagen) @ Birgit

Moin zusammen,
jeder Pilz, egal ob Zuchtchampignon oder Steinpilz, hat das Zeug dazu, Unverträglichkeitsreaktionen auszulösen.
Ganz obenan steht das Chitin, das bei Pilzen die Zellwände bildet.
Das Zeug ist absolut unverdaulich und kommt so achtern raus wie’s vorne reinging. Es kann bei empfindlichen Leuten heftigen Durchfall hervorrufen.
Dem kann man vorbeugen, indem man die Pilze lang genug erhitzt, was die Zellwände zum Platzen bringt, und indem man die Pilze lange genug kaut (’ne ganze unzerkaute Kartoffel liegt einem auch schwer im Magen – wortwörtlich ;-))
Ich behaupte mal ganz keck, dass die meisten Unverträglichkeiten auf das Chitin zurück zu führen sind. Das wäre m. E. auch kein Wunder, ist doch des Durchschnittdeutschen Gastrointestinaltrakt durch die durchweg extrudierte Nahrung, die er das Jahr über isst, ziemlich schlapp.
Unverträglich ist für manche Zeitgenossen auch das, was IN den Zellen des Pilzes ist. Das sind in erster Linie Proteine, die wie beim Kahlen Krempling oder auch beim Grünling zu schwersten Reaktionen führen können. Da ist es schon sinnvoll, dass sie aus der Liste der Speisepilze gestrichen worden sind.
Sekundäre Inhaltsstoffe wie Farbstoffe oder „Abfallstoffe“, die in der Vakuole der Zelle liegen, können ebenfalls üble Folgen haben. Wobei ich die Farbstoffe mal als am unkritischsten ansehe. Pilze färben sich wie die Pflanzen meist mit (Abkömmlingen von) Carotinen, Xanthophyllen und Anthocyanen. Und die lösen nur bei extrem empfindlichen Menschen Allergien aus.
Prinzipiell umgeht man das Risiko „flotter Otto“ oder „Würfelhusten“ mit der überaus sorgfältigen Zubereitung der Pilzmahlzeit, wozu neben penibler Sauberkeit beim Putzen auch das Erhitzen (s. o.) gehört. Auch hier, denke ich, liegen viele Fälle von „Unverträglichkeit“ begründet (harte Stiele mitkochen, überalterte Pilze verarbeiten, falscher Transport und falsche Lagerung, um nur mal wahllos einige Faktoren zu nennen).
Im Falle des Hallimasch halte ich es so, dass ich diese Pilze immer blanchiere, bevor ich sie einfriere (wir schaffen es nie, Pilze noch am gleichen Tag zu esen…), denn mit dem Kochwasser wird schon eine Menge „Schadstoff“ entfernt.
Sodann kann man auch etwas tun, um sein Verdauungssystem zu unterstützen: Zu jeder Pilzmahlzeit kommen ein paar Kümmelkörner. Kümmel schützt das Verdauungssystem, indem es die Produktion von Enzymen usw. ankurbelt.
Und es ist auch durchaus sinnvoll, seinem Magen nach einer reichlichen Pilzmahlzeit einen kleinen „Köm“ zu gönnen. Ein Aquavit beruhigt den Magen nämlich ungemein (natürlich nicht bei Pilzen, bei denen sich Alkoholgenuss von vorneherein ausschließt. Das hieße, den Teufel mit dem Beelezbub austreiben ;-))
Grüsslis
Thomas

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Re: Hallimasch-Frage

interhias ⌂, (vor 8444 Tagen) @ Robert Blau

Meine letzte Hallimasch-Mahlzeit ist viel Jahre her und ich fand diverse
Publikationen, dass es neuerdings viele Unvertraeglichkeitsreaktionen bei
ihm gaebe. Beispielsweise schreibt das Marktamt Wien: "Der Pilz war
früher in der Speisepilz-Verordnung enthalten, wurde jedoch wegen
aufgetretener Unverträglichkeiten eliminiert".
Wer weiss naeheres? Wie ernst ist das zu nehmen? Welche Personengruppe ist
betroffen?

Servus!

Wenn du die Hallimasch früher vertragen hast, wirst du sie jetzt auch wieder vertragen, würde ich mal sagen. Und wenn doch nicht, würdest du es ja merken und kannst dann die Finger davon lassen. Musst ja nicht gleich einen Waschkorb voll davon essen.
Ich vertrage die Hallimasch problemlos (wenn sie mal wachsen, seufz!). Generell finde ich in solchen Fällen Ausprobieren immer die beste Lösung, weil das immer ein individuelle Geschichte ist.

Gruß aus München
Hias

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Re: Hallimasch-Frage

pilz-pils, (vor 8444 Tagen) @ Robert Blau

Hallo,
auch wenn es mit Röhrlingen in Mittelthueringen noch mau aussieht, stolperte
ich heute ueber ein Büschel ganz junger Hallimasche (bitte nicht fragen,
welcher Hallimasch genau).
Meine letzte Hallimasch-Mahlzeit ist viel Jahre her und ich fand diverse
Publikationen, dass es neuerdings viele Unvertraeglichkeitsreaktionen bei
ihm gaebe. Beispielsweise schreibt das Marktamt Wien: "Der Pilz war
früher in der Speisepilz-Verordnung enthalten, wurde jedoch wegen
aufgetretener Unverträglichkeiten eliminiert".
Wer weiss naeheres? Wie ernst ist das zu nehmen? Welche Personengruppe ist
betroffen?

So, mal sehen ob es mit meiner Neuanmeldung hier im Profil geklappt hat und gleich mal auf einen Beitrag antworten:
Also Hallimasch hat schon mein Opa gegessen und der ist sehr alt geworden. Und er hat mir vor mehr als 40 Jahren beigebracht, wie Hallimasch aussehen. Seit dieser Zeit sammele und esse ich Hallimasch, allerdings nur 3 bis 4 mal im Herbst (gibt ja auch noch andere Pilze zur Abwechslung), bisher ohne Probleme. Und leid geworden bin ich Hallimasch auch noch nicht, im Gegensatz zu Wiesenchampignons z.B.
Werner/Hamburg

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Danke fuer die Antworten *oT*

Robert Blau, (vor 8442 Tagen) @ Robert Blau

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