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Re: Viele kleine Pilze - Helmlinge (Mycena), v. Ka

Hellmut, (vor 8432 Tagen) 186 Beiträge @ Notizbrettbildservice


1) Wie sicher ersichtlich, führe ich die Helmlinge in alphabetischer
Reihenfolge auf. Da ich in den letzten Tagen noch zusätzliche
Helmlingsarten nachweisen konnte, werden diese am letzten Beitrag
angehängt.
2) Die Arten
Ein nicht ganz so häufiger Helmling ist der Farnhelmling (Mycena pterigena).
Zudem zählt diese Art zu den kleinen Helmlingsarten, die ohnehin leicht zu
übersehen sind. Und wer sucht schon in Farnbeständen nach Helmlingen,
geschweige denn nach Becherlingen? Das können nicht nur die Experten,
sondern auch Pilzinteressierte, die nicht ganz soviel Wissen über die
Pilzflora haben und trotzdem immer etwas Neues entdecken wollen. Dazu
eignet sich der Farnhelmling am Besten. In seinen Merkmalen (Hut
Farnhelmling (makro, ca. 6 - fach) - LAMELLENSCHNEIDEN

Der Rettich-Helmling (Mycena pura) ist wahrscheinlich einer der bekanntesten
Helmlinge, ist er doch sogar in den kleinsten Pilzbüchern aufzufinden.
Hierbei handelt es sich um einen giftigen Helmling, der aber relativ
geringe Mengen an Muscarin, einem Nervengift, enthält und somit nicht
tödlich wirken kann. Der Hut des eher mittelgroßen Helmlings wird bis 40
(50) mm breit und ist im feuchten Zustand schön violett bis braunviolett
gefärbt. Da der Hut hygrophan ist, blasst er im trocknen Zustand in ein
helles lilabraun aus. Der Rand ist deutlich gerieft und meist heller. Die
Lamellen sind schmal bis gerade angewachsen und hellviolett bis weißlich.
Der zylindrische bis etwas keulige Stiel wird kaum mehr als 50 mm lang und
ist auf ganzer Länge fast einheitlich violett gefärbt (gegen die Basis oft
hellviolett bis weiß). Auffallend ist der namensgebende Geruch
(rettichartig), der an frischen Fruchtkörpern eindeutig zu erkennen ist.
Rettichhelmling - MYCENA PURA

Ich erinnere mich, die folgende Art mit Mycena vulgaris (deutscher Name fällt
mir jetzt nicht ein, wird im folgenden Beitrag aber geklärt) verwechselt
zu haben: der Schleimstiel-Helmling (Mycena rorida). Eigentlich ist diese
Art unverwechselbar, aber ich war halt unerfahren, wie es immer so ist,
wenn man anfängt, sich mit einer Gattung (Mycena) auseinanderzusetzen. Der
Hut des kleinen Helmlings wird kaum mehr als 20 mm breit und ist
blassbräunlich bis fast weißlich gefärbt, vor allem gegen den Rand (im
Vergleich zur eher dunklen Mitte). Der Rand ist auffallend nach unten
gebogen, gekerbt und durchscheinend bis fast zur Mitte gerieft. Die
Lamellen sind weiß und laufen etwas am Stiel herab. Der zylindrische Stiel
gibt das wichtigste Merkmal preis: Er ist von einer recht dicken
Schleimschicht überzogen, die sich sogar ohne Lupe deutlich vom hellgrauen
Stiel abhebt (siehe Foto), da die Schicht selbst hyalin ist. Die Art ist
meines Wissens an den typischen Standorten (Brennnessel- und
Brombeerbestände) recht schnell aufzufinden. Sie erscheint ab Juli, ist
meist aber erst ab September zu finden.
Schleimstiel-Helmling - MYCENA RORIDA

3) Worterläuterungen
pterigena = von Pteridium aquilinum (Adlerfarn), einer bis zu 2 m hoch
werdenden Farnart. Mit "pteriGENA" wird die Vorliebe für dieses
Substrat hervorgehoben. Der Farnhelmling kann aber auch an Wurmfarn
(Dryopteris filix-mas) gefunden werden).
Lamellenschneiden = Schneide einer Lamelle, also praktisch die Kante,
vergleichbar mit einer Messerschneide. Auf der Schneide befinden sich bei
vielen Lamellenpilzen mikroskopisch wichtige Elemente (Cheilozystiden).
Besonders bei den Helmlingen kann sie eine andere (meist dunklere) Farbe
aufweisen als die Fläche.
4) Schluss
Bis zu einer weiteren Folge...
Beste Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

immer wieder ein Vergnügen Deine Abhandlungen zu verfolgen.

Herzliche Grüße Hellmut

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