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Re: Pilzesammeln

Bodo, (vor 9663 Tagen) 60 Beiträge @ Thomas Pruß

Moin Bodo,
danke für die Blumen ;-)
Wo angelst Du denn?
Du hast recht: Eine hysterische Unterschutzstellung in ganz Deutschland gibt
es natürlich nicht. Ich spreche hier in erster Linie von
Schleswig-Holstein. Was der Steenblock aber hier bei uns durchgezogen hat,
um sich z. B. im Kampf um den Nationalpark Wattenmeer zu profilieren, ging
ganz klar gegen die Bevölkerung. Kiel diktierte und die nordfriesische
Küste hatte zu gehorchen. Den Krabbenfischern wurden die Nutzungszonen im
Wattenmeer immer weiter verkleinert, und was den Deichschutz anging – mein
lieber Schwan, die Auswirkungen werden wir in den nächsten Jahren zu
spüren bekommen! Seit dem Wintersturm „Anatol“ sind die Deichreparaturen
immer noch nicht abgeschlossen. Schäden traten aber praktisch nur dort
auf, wo das Deichvorland unter Schutz gestellt wurde: Lahnungen
weggeschwemmt, die Grasnarbe des Deichvorlandes zerstört, so dass der
Deichfuß ungeschützt den Wellen preisgegeben wurde. Das sind nur zwei
Beispiele. Wie, zum Teufel, kann man die Schafhaltung auf den Deichen
wegen des Naturschutzes verbieten? Jeder Nordfriese weiss, wie wichtig
Schafe für die Deiche sind. In all diesen Fällen hat der Naturschutz nicht
nur sich selbst ins Knie geschossen, weil Biotope, die durch die
Deichbaumaßnahmen erst entstanden sind, durch die Sturmfluten vernichtet
wurden, hier hat der Naturschutz den Menschen eindeutig geschadet.
Der Norden und die Westküste von SH sind ein sehr strukturarmes Gebiet in
Deutschland. Der größte Wirtschaftsfaktor neben der Landwirtschaft ist der
Fermdenverkehr. Wie aber soll der Fremdenverkehr existieren, wenn den
Gästen verboten wird „anzufassen“ und sie nur noch „zuschauen“ dürfen.
Bestes Beispiel: Der Strand von St. Peter-Ording ist seit Jahr und Tag im
Sommer ein Riesen-Parkplatz. Das ist auch sinnvoll, denn vom Ort bis zur
Nordsee muss man gut 2 km laufen – zuviel für „Opa Fröhlich“, so groß ist
die Sandfläche! Mehrmals haben die Grünen versucht, diesen Parkplatz
aufzulösen und sind gottseidank jedesmal gescheitert. St. Peter und Ording
sind zwei Dörfer, die normal beide vielleicht 5000 Einwohner, im Sommer
aber durch die Gäste bis zu 50.000 Einwohner haben. Wo in aller Welt
sollen die Autos parken? Verbietet man das Parken am Strand, muss man
Ausweichflächen im Hinterland schaffen und die sind einfach nicht
vorhanden – mal abgesehen vom Landschaftverbrauch, gegen den die
naturschützer dann wieder Sturem laufen…. Das Ende vom Lied wäre gewesen:
Fremdenverkehr ade, Arbeitslosenzahlen rauf. Und Nordfriesland hat eh
schon eine Arbeitslosenquote von bis zu 11 %! Die Naturschützer denken nur
von ihrer Nasenspitze bis zur nächsten Ringelgansfeder. Und von denen
haben wir 100.000 Stück (von den Gänsen – Federn sind vielmehr vorhanden.
So gesehen stehen die Naturschützer vielleicht in einem
Ringelgansfeder-Schneegestöber, das ihnen den Blick auf die Realitäten
versperrt ;-))!
Ein weiteres Beispiel für die Rücksichtslosigkeit, mit der Naturschutz gegen
den Willen der Bevölkerung durchgedrückt werden sollte: Die Einrichtung
des Naturparkes Elbtalaue zwischen Hamburg und der niedersächsichen
Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Dieses Gebiet ist landschaftlich eines der
schönsten nach dem Elbsandsteingebierge an der Elbe. Landwirtschaftlich
stark genutzt, fremdenverkehrstechnisch gut erschlossen. Das Ziel der
niedersächsischen Landesregierung war, das Elbufer über weite Strecken
unter völligen Schutz mit Betretungsverbot und allem Pi Pa Po zu stellen.
Keine Landwirtschaft mehr oder nur noch stark eingeschränkt, kein oder nur
noch eingeschränktter Fremdenverkehr (z. B. völliges Angelverbot). Die
Menschen haben sich gewehrt. Mit Erfolg, der Naturpark ist vom Tisch!
Tatsache war nämlich, dass man in einem weitgehend durch den Menschen
geformten Gebiet keinen Naturpark anlegen kann, weil es dort keine
ursprüngliche Natur mehr gibt. Diesem Argument folgten die Richter des
Oberlandesgerichtes in Lüneburg.
Ich könnte noch mehr Beispiele anführen, denn als Journalist komme ich
zwangsläufig immer wieder mit solchen Begebenheiten in Berührung. Aber
weil ich in Nordfriesland lebe, gehen mich die Unarten des damaligen
Umweltministers dort natürlich besonders an.
So, nun habe ich das Forum mal wieder mißbraucht für meine Klage gegen die
„bösen“ Naturschützer, aber man braucht eigentlich nur für „Deich“,
„Strand“ oder „Ringelgans“ das Wort „Pilze“ und für „Krabbenfischer“
„Pilzesucher“ einzusetzen – die Problematik bleibt dieselbe!
Mehr vielleicht per E-Mail.
Gruß
Thomas

Hallo Thomas,

wie gesagt bin ich erst seit seit kurzem ( etwa drei Jahre ) Petrijünger.
Da ich dort gelegentlich erfolgreich bin angele ich besonders gerne im Urlaub
( Schweden, Wales ).Ansonsten natürlich auch vor der Haustür tief im Westen bei
Köln, sprich an den Talsperren der Umgebung und natürlich im guten alten Rhein.
Der ist nämlich das beste Angelgewässer der Gegend, auch wenn ich bisher nur
Würmer in ihm gebadet habe - das aber mit wachsender Begeisterung! :-)

Aber vielleicht sollten wir das Forum tatsächlich nicht weiter mißbrauchen.
Schließlich bin ich trotz Trockenheit und spärlichem Pilzvorkommen noch nie
so gut in ein Pilzjahr gestartet wie in diesem Jahr.Nach erstmaligen Funden
von Morcheln und Maipilzen hab ich gestern Frauentäublinge und Sommersteinpilze
sammeln können und von letzteren standen noch jede Menge Babys herum. Vielleicht
werden ja auch diese noch groß und stark! Auch wenn ich nicht nur kochtopf-
gesteuert durch die Wälder streife läßt dies mein Sammlerherz doch höher
schlagen ;-))

Gibts vielleicht irgendwo auch ein Angelforum??

Gruß
Bodo

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