Re: Pilze im Fernsehen
Hallo Anette,
habe mir den Beitrag noch einmal in Ruhe angesehen. Tatsächlich erfolgte nach der Frage ob man Giftpilze schmecken kann die Geschmacksprobe mit dem angewiderten wieder Ausspucken. Das hat mich wohl so erregt, dass ich dann die Korrektur des Pilz-Koches nicht mehr richtig wahrgenommen habe.
Ansonsten ist der Beitrag ja wirklich mit der groben Schere zusammengeschnitten, so dass man auch nicht genau feststellen kann ob sich das Röten nun auf den Parasol oder auf den Safranschirmpilz bezieht.
Gruß
Karl-Heinz
Lieber Karl-Heinz,
ich habe den Beitrag auch gesehen und war ähnlich entsetzt. Schuld ist aber
nicht der Pilzeseminare veranstaltende Koch, sondern die Filmmacher, die
wesentliche Teile der abgegebenen Erklärungen weggeschnitten und mit ihrem
eigenen, gefährlich dümmlichen Kommentar unterlegt haben. Unmittelbar nach
der Kostprobe folgt nämlich die leider viel zu wenig herausgehobene
Aussage des Exkursionsleiters, daß genau diese bei dem giftigsten alle
Pilze, Amanita phalloides, nicht funktioniert, da dieser mild und sogar
ausgesprochen gut schmecke.
Vielleicht sollten wir alle eine entsprechende E-Mail an den WDR schicken!
Ich muß dazu sagen, daß ich meinen Exkursionsteilnehmern auch die
Geschmacksprobe vorführe, allerdings unter ausdrücklicher Betonung, daß
dieser nur zur Unterscheidung von bestimmten Arten (Schwefelköpfe,
Täublinge, Milchlinge - Gattungen deren Merkmale ich vorher eingehend
erkläre) herangezogen werden kann und keinenfalls ein allgemeingültiger
Test für die Geniesbarkeit eines beliebigen unbekannten Pilzes ist. Und
daß man den Testbissen, auch wenn er mild schmeckt, unbedingt wieder
ausspucken sollte. Da ich dabei nicht zu knapp auf die Gefährlichkeit
hinweise, halte ich das im Rahmen einer Pilzexkursion für durchaus
vertretbar - die Leute kommen um was zu lernen und wir haben es
schließlich auch mal gezeigt gekriegt.
Gruß, Anette