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Fehlerliste für Bücher?

EricS ⌂, (vor 8399 Tagen)

Hallo zusammen,

immer wieder lese ich von Fehlern in bekannten (Abbildungs)Werken. Deshalb dachte ich einmal darüber nach, solche Fehler zu sammeln. Dann könnte man eine kommentierte Liste online verfügbar machen (oder auf Anfrage versenden), sodaß ein jeder Fehlinformationen in "seinen" Pilzbüchern schnell nachprüfen kann...

Mich würde Eure Meinung dazu interessieren. Fändet Ihr eine solche Liste sinnvoll oder nicht? Darf man so etwas überhaupt veröffentlichen???? Ist das den Autor(inn)en gegenüber respektlos?

Natürlich sollte man nur gesicherte Informationen aufnehmen. Beispiel: in RYMAN/HOLMASEN - "Pilze" werden für die Grünende Koralle (Ramaria abietina) zwei Synonyme angegeben, die in allen anderen meinen Büchern der Ockergelben Kiefernkoralle (R. corrugata) zugeschrieben werden. Nun sind diese beiden Arten deutlich voneinander getrennt. Also mal kurz bei der DGfM nachgefragt, dort teilte mir J.Christan (den man durchaus als Kapazität auf dem Sektor der Korallen (Ramaria) ansehen kann) mit, daß dies ein echter Fehler in besagtem Buch ist.

Oder der im selben (im übrigen ausgezeichneten) Buch als eßbar deklarierte Schwefelritterling (Tricholoma sulfureum).

Oder auch der oft angesprochene Ochsenröhrling (Boletus torosus) in "Pilze der Schweiz", der ja keiner ist.

Vielleicht könnt Ihr mir mit diesem heiklen Thema etwas weiterhelfen. Bin gespannt.

Viele Grüße,

Eric

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Re: Fehlerliste für Bücher?

Werner, (vor 8399 Tagen) @ EricS

Hallo zusammen,
immer wieder lese ich von Fehlern in bekannten (Abbildungs)Werken. Deshalb
dachte ich einmal darüber nach, solche Fehler zu sammeln. Dann könnte man
eine kommentierte Liste online verfügbar machen (oder auf Anfrage
versenden), sodaß ein jeder Fehlinformationen in "seinen"
Pilzbüchern schnell nachprüfen kann...

Wäre großartig. Habe das allerdings auch schon mal probiert und es kam nicht arg viel zusammen. Siehe: Beitrag 30556 .Aber, Du warst ja damals auch mit von der Partie :-)

Mich würde Eure Meinung dazu interessieren. Fändet Ihr eine solche Liste
sinnvoll oder nicht? Darf man so etwas überhaupt veröffentlichen???? Ist
das den Autor(inn)en gegenüber respektlos?

Wieso sollte man das nicht veröffentlichen dürfen? Und bitte: ein vernünftiger Autor wird sich wohl freuen, wenn er so an eine Korrekturliste kommt - für eine spätere Neuauflage. Mit Respektlosigkeit hat das m.E. nichts zu tun. Denn niemand kann ernsthaft annehmen, daß es fehlerlose Pilzbücher von nennenswertem Umfang gibt ...

Natürlich sollte man nur gesicherte Informationen aufnehmen. Beispiel: in
RYMAN/HOLMASEN - "Pilze" werden für die Grünende Koralle
(Ramaria abietina) zwei Synonyme angegeben, die in allen anderen meinen
Büchern der Ockergelben Kiefernkoralle (R. corrugata) zugeschrieben
werden. Nun sind diese beiden Arten deutlich voneinander getrennt. Also
mal kurz bei der DGfM nachgefragt, dort teilte mir J.Christan (den man
durchaus als Kapazität auf dem Sektor der Korallen (Ramaria) ansehen kann)
mit, daß dies ein echter Fehler in besagtem Buch ist.

Den kannte ich noch nicht. Muß den gleich mal anmerken :-)

Oder der im selben (im übrigen ausgezeichneten) Buch als eßbar deklarierte
Schwefelritterling (Tricholoma sulfureum).

Nu ja. Mit der Eßbarkeit ist das immer so ein Problem. Nachdem hier im Forum jemand den angeblich doch erheblich giftigen Satansröhrling in anständigen Mengen verdrückt hat, habe ich bei allen Genießbarkeitsangaben immer so meine Zweifel ... außerdem essen Russen und Skandinavier so manches, was wir nicht essen usw. ....

Vielleicht könnt Ihr mir mit diesem heiklen Thema etwas weiterhelfen. Bin
gespannt.

Bin auch schon gespannt, ob dieses Mal etwas mehr zusammenkommt. Der Marker ist schon gezückt :-))

Werner

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Essbarkeit?

Birgit, (vor 8399 Tagen) @ Werner

Lieber Werner,

Nu ja. Mit der Eßbarkeit ist das immer so ein Problem. Nachdem hier im Forum
jemand den angeblich doch erheblich giftigen Satansröhrling in anständigen
Mengen verdrückt hat, habe ich bei allen Genießbarkeitsangaben immer so
meine Zweifel ... außerdem essen Russen und Skandinavier so manches, was
wir nicht essen usw. ....

solltest du wirklich mal Schwefelritterlinge (Tricholoma sulphureum) essen wollen, warte ich gespannt auf die Versuche dieses Esstests... Wie man diesen - für mich mit einem der ekelhaftesten Gerüche behafteten PIlz - überhaupt essen und sich also vergiften kann, wenn man noch über einen funktionierenden Geruchssinn verfügt, wird mir immer ein Rätsel sein.

Bei einigen scharfen Milchlingen ist das vermutlich was anderes, ich hab dieses und auch letztes Jahr mal Lactarius blennius gebraten gegessen, hat wirklich gut geschmeckt und mir nicht geschadet. Nachahmung kann ich trotzdem nur auf eigene Verantwortung empfehlen (Sollten wir uns langsam mal einen Standardtext für einen Disclaimer überlegen? ;-))

Bin auch schon gespannt, ob dieses Mal etwas mehr zusammenkommt. Der Marker
ist schon gezückt :-))

Ich hab noch einen Fehler bei den Düngerlingen in B&K gefunden, morgen schau ich nach, versprochen.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Essbarkeit?

Werner, (vor 8399 Tagen) @ Birgit

Lieber Werner,
solltest du wirklich mal Schwefelritterlinge (Tricholoma sulphureum) essen
wollen, warte ich gespannt auf die Versuche dieses Esstests... Wie man
diesen - für mich mit einem der ekelhaftesten Gerüche behafteten PIlz -
überhaupt essen und sich also vergiften kann, wenn man noch über einen
funktionierenden Geruchssinn verfügt, wird mir immer ein Rätsel sein.

Nö, nö. Die will ich sicher nicht essen. Mein Kommentar war ja auch eher allgemein gemeint ... aber - gibt es denn wirklich was zur Giftigkeit von T. sulphureum? Normalerweise möchte ich das grade aus dem Grund bezweifeln, denn wer ißt denn den schon ... Wie Du ja auch weißt, laufen recht viele Pilze als "giftig", die wohl bestenfalls unbekommlich sind.

Aber nein, ich will sicherlich nicht denen das Wort reden, die alles essen wollen (müssen). Das war eigentlich alles mehr des Teufels Advokat :-) oder "der, der stets verneint" :-)

Mich stört es halt schon ein bißchen, daß sehr vieles nicht wissenschaftlich bewiesen ist, sondern lediglich Überlieferungen und Gerüchten folgt, die über Generationen aufbereitet worden sind.

Bei einigen scharfen Milchlingen ist das vermutlich was anderes, ich hab
dieses und auch letztes Jahr mal Lactarius blennius gebraten gegessen, hat
wirklich gut geschmeckt und mir nicht geschadet. Nachahmung kann ich
trotzdem nur auf eigene Verantwortung empfehlen (Sollten wir uns langsam
mal einen Standardtext für einen Disclaimer überlegen? ;-))

Genau. Disclaimer ist gut. Ich habe auch definitiv nicht vor, Eßempfehlungen für zweifelhafte Arten zu geben. Andererseits bin ich durchaus bei manchen Pilzen zu Selbstversuchen bereit (siehe Weinroter Rißpilz) - die ich aber niemals jemandem anderen empfehlen würde.

Ich hab noch einen Fehler bei den Düngerlingen in B&K gefunden, morgen schau
ich nach, versprochen.

Das klingt gut.

Liebe Grüße

Ebensolches,

Werner

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auch an @Georg

Birgit, (vor 8398 Tagen) @ Werner

Hi Werner,

Nö, nö. Die will ich sicher nicht essen. Mein Kommentar war ja auch eher
allgemein gemeint ... aber - gibt es denn wirklich was zur Giftigkeit von
T. sulphureum? Normalerweise möchte ich das grade aus dem Grund
bezweifeln, denn wer ißt denn den schon ... Wie Du ja auch weißt, laufen
recht viele Pilze als "giftig", die wohl bestenfalls
unbekommlich sind.

Gerade bei T. sulphureum kann ich mir gut vorstellen, daß er wirklich giftig ist. Die chemischen Verbindungen, die den Gestank verursachen, können m.E. nach nicht ungiftig sein, schließlich sind wohl auch Karbid und Leuchtgas mindestens ungesund. Unser Geruchssinn verbindet oft Gerüche ungesunder oder giftiger Lebensmittel mit Ekel, um uns davor zu schützen. Es ist daher sehr sinnvoll Dinge, die übelkeitserregend riechen nicht zu essen. Die Stinkmorchel, die ja eigentlich essbar wäre, simuliert ja verdorbenes Fleisch. Was sich eine Frucht wie die Durian, die schlecht riecht, aber gut schmeckt, wohl bei ihrem Geruch "gedacht" hat, weiß ich allerdings nicht, vielleicht funktionierts da ja ähnlich wie bei der Stinkmorchel. Natürlich ist dann noch die Frage, wie man giftig definiert. Mir lief da mal folgende Definition über den Weg: Pilze, die in Mahlzeitenmenge, bei den meisten Konsumenten negative Folgen für die Gesundheit wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall haben, sind giftig. Die Grenze zur individuellen Unverträglichkeit ist dann natürlich fließend. Ein Pilz wäre dann also giftig, wenn die Unverträglichkeit nicht mehr individuell ist.

Aber nein, ich will sicherlich nicht denen das Wort reden, die alles essen
wollen (müssen). Das war eigentlich alles mehr des Teufels Advokat :-)
oder "der, der stets verneint" :-)

Das kenn ich :-).

Das klingt gut.

Jetzt mal zur Korrekturliste: Ich würde es für sehr sinnvoll halten, wenn diese Liste dann auch mal zusammengefaßt würde und z.B. hier auf der Webseite veröffentlicht würde, zumindestens ich bin zu faul, das hier geschriebene gleich in meine Bücher zu übertragen. Dazu müßte allerdings Georg auch daran interessiert sein (z.B. unter Pilzliteratur)? Georg was meinst du daszu? Zusammenfassen könnte ich das in der von Georg am liebsten gewünschten Form. Wenn ihr mir entsprechende Infos per Mail schickt (an b.weisel@web.de nicht mehr an die t-online-Adresse), fasse ichs zusammen.

zu den konkreten Fehlern:

in Breitenbach&Kränzlin, Pilze der Schweiz Band 4: Bild Nr. 314 und Bild Nr. 315:
die Mikrozeichnungen von Panaeolus olivaceus (Bild 315) sind falsch, sie sind direkt übernommen von Panaeolus guttulatus (Bild 314). Die Beschreibungen bei P. olivaceus sind allerdings richtig.

Werner

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Schweizer...

zuehli ⌂, (vor 8398 Tagen) @ Birgit

Hallo zusammen,

zu den konkreten Fehlern: in Breitenbach&Kränzlin, Pilze der Schweiz Band 4:
Bild Nr. 314 und Bild Nr. 315: die Mikrozeichnungen von Panaeolus
olivaceus (Bild 315) sind falsch, sie sind direkt übernommen von Panaeolus
guttulatus (Bild 314). Die Beschreibungen bei P. olivaceus sind allerdings
richtig.

Ich habe beim Kauf des 4.Bandes zwei Überkleber mitbekommen bzgl. Mikrozeichnungen bei #315 und des Bildes #233 Lepiota perplexa.
Also hat es da schon eine Reaktion gegeben.

Gruß Harald

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Re: auch an @Georg

Georg, (vor 8397 Tagen) @ Birgit

Hi Birgit,

Dazu müßte allerdings
Georg auch daran interessiert sein (z.B. unter Pilzliteratur)? Georg was
meinst du daszu? Zusammenfassen könnte ich das in der von Georg am
liebsten gewünschten Form. Wenn ihr mir entsprechende Infos per Mail
schickt (an b.weisel@web.de nicht mehr an die t-online-Adresse), fasse
ichs zusammen.

Ja, das würde ich sehr gerne auf die Seite mit aufnehmen. Format ist eigenlich
egal, wobei ein reines txt-File für mich am besten wäre. Ich formatiere
das dann in html um.

Georg

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Re: Fehlerliste für Bücher?

EricS ⌂, (vor 8398 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

richtig, ich erinnere mich, daß dort schon einmal etwas war. Ich finde es aber seltsam, daß zu diesem Thema offensichtlich kaum jemand eine Meinung hat. Schließlich möchte ich bezweifeln, daß sich hier eine nennenswerte Anzahl an Pilzfreunden tummelt, die überhaupt keine Bücher besitzen.

Ich habe schon einiges zusammenbekommen. Beispielsweise hat mir Helmut Zitzmann eine detaillierte Revision der in "Pilz der Schweiz" enthaltenen Rißpilze zugeschickt.

Des weiteren schrieb mir Christoph Hahn auf eine Anfrage hinsichtlich des Falschen Anhängselröhrlings (Boletus subappendiculatus):

"[...]Warum Pilze BW [Großpilze Baden-Württembergs] die [beiden Anhängselröhrlinge] zusammenschmeißen, ist mir ein Rätsel. Ich weiß nur, daß Krieglsteiner die Art immer bezweifelt hatte. Allerdings hat er sie wohl nie mikroskopiert, sonst wäre ihm aufgefallen, daß z.B. die Sporen bei Bol.subappendiculatus deutlich länger und schmaler sind als bei Bol.appendiculatus. Sein Fleisch ist weiß, wird im Schnitt nur rosa (Stielbasis, alt überall), er blaut nicht (oder fast nicht, selten mal minimal in den Röhren), hat eine andere Ökologie etc.

In Pilze BW sind die unter "Boletus edulis" geführten "gelblichen Steinpilze" (Kleingedrucktes in der Fundliste) Bol. subappendiculatus! Ich habe den Beleg gesehen, es ist eindeutig [...]."

@Andreas: hau mich nicht. Ich weiß ja, daß Du das mittlerweile auch anders siehst ;-))

Da gibts bestimmt noch sehr viel zu finden.

Viele Grüße,

Eric

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Re: Fehlerliste für Bücher?

gunter, (vor 8398 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

nach meinem Wissen handelt es sich bei der Essbarkeit des Schwefelritterlings nur um einen Übersetzungsfehler im Ryman, dort soll im Original ungenießbar stehen. Wir hatten hier im Potsdamer Raum übrigens einen Vergiftungsfall mit dem Schwefelritterling, ist nur einige Jahre her.

Tschüß Gunter

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The Genus Hygrocybe

EricS ⌂, (vor 8398 Tagen) @ EricS

Noch ein Nachtrag:

zur Arbeit von D.Boertmann (1995) : The Genus Hygrocybe gibts im Netz eine kleine Korrekturliste vom Autor selbst.

Sie ist unter http://192.38.37.131/FNE/HygretUK.htm zu finden.

Viele Grüße,

Eric

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Was ein Fehler ist,

Helmut, (vor 8398 Tagen) @ EricS

und was nicht, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Während es, wie unten zu sehen bei Hygrocybe, Autoren gibt, die ihr eigenes Werk revidieren, widersprechen andere auf Kritik.

Beispiel: Wer Inocybe sambucina kennt und das Bild in B&K Band 5 sieht, denkt, dass das überhaupt kein Risspilz ist. Der Mitautor Herr Kränzlin besteht aber darauf, dass es sich um eine vom Frost geschädigte Kollektion handelt. Wer hat nun Recht? Da muß sich jeder dann selbst eine Meinung bilden.

Meinungsäusserungen von Dritten können hier höchstens eine Hilfestellung geben. Sie sind und bleiben aber nur die subjektive Meinung dieses Dritten. Etwas anderes sind natürlich objektivierbare Fehler oder solchr, die im günstigsten Fall vom Autor eingestanden werden.

Damit wieder genug für heute mit der Diplomatie.

Schönen Gruß

Helmut

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Re: Fehlerliste für Bücher?

Andreas ⌂, (vor 8398 Tagen) @ EricS

Hallo zusammen,
immer wieder lese ich von Fehlern in bekannten (Abbildungs)Werken. Deshalb
dachte ich einmal darüber nach, solche Fehler zu sammeln. Dann könnte man
eine kommentierte Liste online verfügbar machen (oder auf Anfrage
versenden), sodaß ein jeder Fehlinformationen in "seinen"
Pilzbüchern schnell nachprüfen kann...
Mich würde Eure Meinung dazu interessieren. Fändet Ihr eine solche Liste
sinnvoll oder nicht? Darf man so etwas überhaupt veröffentlichen???? Ist
das den Autor(inn)en gegenüber respektlos?

Hallo,

prinzipiell natürlich eine gute Idee.
Aber wie Helmut schon sagte, ist es schwierig zu behaupten, dass etwas falsch ist. Gerade das Beispiel von Inocybe sambucina ist gut, denn ich kenne mehrere durchaus gewissenhafte Mykologen, die dieses Bild entschieden bezweifeln. Wenn Fred Kränzlin sagt, dass es eine frostgeschädigte Kollektion darstellt, dann darf man das natürlich glauben (fragt sich der Sinn eines solchen Bildes ...). In einigen Buchrevisionen wäre es aber jedenfalls als falsch angeprangert worden - zu Unrecht offensichtlich.
Man muss da schon sehr vorsichtig sein und sollte normalerweise den dazugehörigen Beleg überprüfen, bevor man eine Aussage macht.
Zu Pilze der Schweiz, Band 1 (Ascomyzeten) ist übrigens vor einiger Zeit eine komplette Revision in der Mycologia Helvetica herausgekommen, erstellt von René Dougoud.
Auch in Pilze Ba.-Wü. hat es Fehler oder falsche Auffassungen, ganz klar. Es wäre natürlich wünschenswert, diese einmal zu sammeln, zu beurteilen (am besten von den jeweiligen Autoren) und in einem entsprechenden Atrikelzu publizieren.
Für die Pilze Ba.-Wü. habe ich so etwas vor, allerdings erst wenn ich mit dem Band 5 fertig bin, parallel dazu schaffe ich das leider nicht.

Beste Grüße,
Andreas

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Chaotische Russen-Fehler

interhias ⌂, (vor 8398 Tagen) @ EricS

Oder der im selben (im übrigen ausgezeichneten) Buch als eßbar deklarierte
Schwefelritterling (Tricholoma sulfureum).

Servus zusammen!

Kurze Stellungnahme aus der Sicht eines Schwammerlnarrs, für den wissenschaftliche Exaktheit nicht oberste Priorität hat:

Die angesprochene Fehlersammlung ist sicher sinnvoll, weil es genug Leute gibt, die sich dafür interessieren und eine Menge davon haben.

Für den Hobby-Schwammerer wie mich genügt es eigentlich zu wissen, dass auch Profi-Mykologen nur mit Wasser kochen und sich auch mal irren können, gottseidank!!! Kritisch wird es nur, wenn Anfänger oder weniger Kundige in Pilzbüchern mit offenkundigem Schmarren konfrontiert oder gar durch Falschinformation bzw. fehlende Information in Gefahr gebracht werden. Den essbaren Schwefelritterling würde ich in die Rubrik Schmarrn einordnen; in älteren deutschen Pilzbüchern fehlen (naturgemäß) oft wichtige Informationen (z.B. Verwechslungsgefahren bei Stockschwämmchen, Schleierlingen etc.), und richtig ärgerlich wird es z.B. in russischen Pilzbüchern, die auch aktuell (!) auf dem Markt sind und in denen z.B. Frühjahrslorcheln immer noch als essbar drin stehen und sich einem selbst als Laien die "Zeanägel aufstellen" beim Lesen.

Wie die Diskussion über Fliegenpilze zeigt, ist der Begriff "essbar" äußerst dehnbar und eben letztlich Definitionssache. Dass viele Einschätzungen zu Pilzen bezüglich der Essbarkeit zum Teil auf abgeschriebenen Mythen und/oder subjektiven Irrtümern beruhen (Pilzvergiftung nach dem Genuss eines Fliegenpilzes und 10 Maß Bier) ist mir Ansporn genug, mich von der kulinarischen Verwendbarkeit der Schwammerln im Rahmen des gesunden Menschenverstandes selbst zu überzeugen.

Gruß aus München
Hias