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Re: Fliegenpilz: giftig und lecker

Rainer Wald, (vor 8404 Tagen) 535 Beiträge @ bobobär

Hallo!
Ich habe gerade die angeregte Diskussion über A.muscaria gelesen - und
kürzlich auf einer Waldparty ebenfalls einen Versuch mit diesem Pilz
unternommen.
Da mir Freunde sagten, dass Trockenpilz nicht so gut schmeckt, habe ich mir
drei kleine Exemplare gebraten. Blieb nicht viel übrig - schmeckte aber
ausgesprochen gut!
Von dem "zwei-Schüssel-Effekt" blieb ich völlig verschont, als
Nebenwirkung hatte ich nur einen leicht metallischen Geschmack auf der
zunge, als die Wirkung einsetzte (ähnlich wie roherer Hallimasch schmeckt,
aber viel schwächer). Ansonsten fiel ich nicht, wie sonstige Anwesende
erwarteten, ins Koma, sondern war überraschenderweise eher nüchterner als
die, die allein dem Alkohol vertrauten. Auch am nächsten Tag kein Kater
o.Ä . . .
Hatte ich nur großes Glück oder ist der Fliegenpilz wirklich so
"ungiftig"?
Was Giftigkeit eigentlich ist, wäre auch eine Diskussion wert. Medizinisch
würde ICH als bestes Maß die Spanne zwischen spürbar wirksamer Dosis und
der potentiell tödlichen wählen.

Hallo Boris,

giftig sind solche Pilze, die bei ortsüblicher Zubereitung in Mahlzeitmenge keine Gesundheitsstörungen verursachen.
So hab ich´s jedenfalls gelernt.
Viele Grüsse, Rainer.

Da vermute ich, dass A.muscaria nicht so giftig ist wie z.B. Alkohol (Spanne
ca. 1:10, nimmt man mal 0.5 Promille als Grundmaß). Für Psilos liegt die
Relation irgendwo um 1:500-1000, weshalb man diese, so betrachtet, kaum
als giftig bezeichnen könnte, ABER: Wenn jemand mal das hundertfache der
"empfehlenswerten" Menge Psilos isst . . .
ob der wohl wieder zurückkommt???
Die rein physiologische Betrachtung reicht offenbar nicht, um Giftigkeit zu
definieren!
Boris
P.S.: Als Insektenkundler, der ich bin, würde mich auch mal interessieren, ob
die Wirkstoffe von A.muscaria, die auf Menschen wirken, auch die für
Fliegen relevanten sind?

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