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Re: Widerspruch....

Anette, (vor 8387 Tagen) @ Christoph G

Hi Georg,
Als studierter Förster, hab ich dem Artikel von German Krieglsteiner nix
hinzuzufügen. ABER: Deine Ablehnung der Douglasie ist unlogisch.
Vielleicht warten wir auch mal zweitausend und nicht dreihundert Jahre ab
und es stellen sich bei Douglasie Mykorrhizapartner ein. Die Edelkastanie
ist auch nicht wie viele andere Arten nach der letzten Eiszeit wieder
eingewandert, sondern wie Du richtig sagst durch die Römer angesiedelt
worden. Also stellt sie genauso wie die Douglasie eine Verfälschung der
mitteleuropäischen Flora dar. Was man nun schön findet ist Geschmacksache,
meiner Meinung nach hat aber die Douglasie als forstwirtschaftlich
eingebrachte Baumart dieselbe Berechtigung wie die Edelkastanie.
Gruß aus Karlsruhe Christoph

Hi Christoph,

der Unterschied zwischen Douglasie und Edelkastanie ist, daß die Edelkastanie eine Art der Alten Welt ist, die aufgrund ihrer natürlichen Verbreitung im südlichen Alpenraum doch früher oder später auch ohne menschliches Zutun nach Norden vorgedrungen wäre, mitsamt zugehöriger Assoziation. Die Douglasie hingegen stammt aus Nordamerika. Es wäre sicherlich kein forsttechnisches Problem, auch ihre Mykorrhizapartner von dort zu importieren, die Douglasien würden damit sogar besser wachsen, die Frage ist, ob man das will und was man damit womöglich anrichtet.

Es ist klar, daß es in ganz Deutschland mit Ausnahme weniger, verschwindend kleiner Randgebiete keinen ursprünglichen Wald mehr gibt. Es sind im Grunde genommen alles nur Holzplantagen. Und das Hauptinteresse der Forstwirtschaft ist und bleibt nun mal, möglichst schnell möglichst viel hochwertiges Holz zu erzeugen. Also ruhig anpflanzen was gerade die beste Rendite verspricht?

Die Erfahrung lehrt es anders. Die Anpflanzung standortfremder Fichtenmonokulturen in unseren Mittelgebirgen hat sich schon als problematisch herausgestellt, nicht zu reden von den Eukalyptus globulus-Plantagen in Südeuropa, die man nur als ökologische Katastrophe bezeichnen kann. In beiden Fällen ist man sich schon seit Jahrzehnten über die Folgeschäden im Klaren, und daß es - eben deswegen - langfristig alles andere als wirtschaftlich ist.

Insofern kann und sollte man sehr wohl die Folgen einer großflächigen Kultur von nicht endemischen Waldbäumen hinterfragen.

Gruß, Anette

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