Pilze Pilze Forum
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Frage *PIC*

Jürgen Duffner, (vor 8333 Tagen)

Hallo Alle,

für diesen Täubling habe ich noch keinen genauen Namen. Die Fundstelle war im Nadelwald auf Kalk.
Das Fleisch schmeckte scharf.
Ich denke da an den Wechselfarbenen Spei-Täubling Russula fragilis.

Was meint ihr?

[image]

Viele Grüsse

Jürgen Duffner

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Re: Frage

Andreas ⌂, (vor 8333 Tagen) @ Jürgen Duffner

Hallo Jürgen,

sieht mir ein bißchen zu stabil aus für fragilis, und der Standort Nadelwald paßt auch nicht.
Ich tippe eher auf Russula cavipes. Waren da vielleicht auch Tannen? Wahrscheinlich schon in deiner Gegend .... Die Art würde übrigens erfahrungsgemäß von Lactarius salmonicolor begleitet werden, kann das bei deinem Standort hinkommen?
Falls Du noch ein Exsikkat hast, die Art hat eine eindeutige chemische Reaktion (rot), die auch am Exsikkat bestens funktioniert. Was auswendig nicht welche, und bin zu faul zum Aufstehen, aber du wirst sie in jeder Beschreibung der Art finden.

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Alle,
für diesen Täubling habe ich noch keinen genauen Namen. Die Fundstelle war im
Nadelwald auf Kalk.
Das Fleisch schmeckte scharf.
Ich denke da an den Wechselfarbenen Spei-Täubling Russula fragilis.
Was meint ihr?

Viele Grüsse
Jürgen Duffner

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Re: Frage

Karl Keck ⌂, (vor 8333 Tagen) @ Andreas

die Art hat eine eindeutige chemische
Reaktion (rot), die auch am Exsikkat bestens funktioniert.

Hallo Andreas,

"chemische Reaktion (rot)"?
"Huthaut mit Naphthol rasch violett" lese ich bei Krieglsteiner. Dort steht auch "Laub- und Nadelbäume, vorwiegend Fichte." Guajak-Reaktion sei schwach. Einhellinger schreibt allerdings bei der var. gilva dass der Stiel mit FeS04 "schön rosa" anlaufen soll. Das hast Du wahrscheinlich gemeint.
Grüße, Karl

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Re: Frage

Jürgen Duffner, (vor 8333 Tagen) @ Andreas

Hallo Jürgen,
sieht mir ein bißchen zu stabil aus für fragilis, und der Standort Nadelwald
paßt auch nicht.
Ich tippe eher auf Russula cavipes. Waren da vielleicht auch Tannen?
Wahrscheinlich schon in deiner Gegend .... Die Art würde übrigens
erfahrungsgemäß von Lactarius salmonicolor begleitet werden, kann das bei
deinem Standort hinkommen?
Falls Du noch ein Exsikkat hast, die Art hat eine eindeutige chemische
Reaktion (rot), die auch am Exsikkat bestens funktioniert. Was auswendig
nicht welche, und bin zu faul zum Aufstehen, aber du wirst sie in jeder
Beschreibung der Art finden.
Beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

es war ein Tannenwald und Lactarius salmonicolor fand ich immer gleichzeitig.
Ein Exsikkat besitze ich leider nicht mehr. Ich werde dieses Jahr die chemische Reaktion an einem frischen Fruchtkörper prüfen.

Vielen Dank,
Jürgen

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Re: Frage

Andreas ⌂, (vor 8333 Tagen) @ Jürgen Duffner

Hallo Jürgen und Karl,

ich meinte die Ammoniak-Reaktion auf den Lamellen. Im Exsikkat ist das sogar noch deutlicher zu sehen,da wird das eosinrot, so ein leuchten pinkfarbenes Rot. Frisch ist die Reaktion je nach Feuchtigkeitsgehaltdes Pilzes schwächer, daher schreibt Einhellinger wohl "rosa".
R. cavipes ist ungemein variabel, von violett-grün verwaschenen Hüten bis zu rot-violetten und sogar rein roten (!) Hüten. Der gekammerte Stiel in Verbindung mit der Ökologie kann aber schon ein Hinweis sein.

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
es war ein Tannenwald und Lactarius salmonicolor fand ich immer gleichzeitig.
Ein Exsikkat besitze ich leider nicht mehr. Ich werde dieses Jahr die
chemische Reaktion an einem frischen Fruchtkörper prüfen.
Vielen Dank,
Jürgen

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Wurstbrei mit Lachs - haah? woooos??? *PIC*

interhias ⌂, (vor 8332 Tagen) @ Andreas

Servus!

Hätte mir doch schon eher jemand gesteckt, dass die von Werner2 aus welchen Gründen auch immer als "Wurstbreitäubling" bezeichnete russula cavipes gerne mit dem Lachsreizker (Lactarius salmonicolor) vergesellschaftet ist.

Ende November hatte ich im Forum nach scharfen Täuberln gefragt, die bei Weißtannen und ausnahmslos in Gesellschaft von vergammelten Reizkern gewachsen waren. Damals tippten die meisten auf russula fragilis, aber nach Andreas' Hinweis würde ich sagen, dass auch bei den "meinigen" cavipes viel wahrscheinlicher ist, hier nochmal die Bilder, zuerst mit "Beilage", dann ohne:

[image]
[image]
[image]

Und jetzt, Werner, tät mich doch noch die Herkunft des Namens Wurstbreitäubling interessieren.
Ich nehme an, dass der Name nicht daherrührt, dass vandalische Pilzsucher nach dem Abernten der Lachsreizker immer die in der Nähe stehenden "ungenießbaren" Täublinge zu Brei treten, sondern eher daher, dass diese Täublinge gar nicht so ungenießbar sind und möglicherweise faden Schweinswürschteln zu etwas mehr Pikanz verhelfen sollen, aber ich hab keine Ahnung ...

Wäre jedenfalls interessant, inwieweit Pilze generell schon in den Lebensraum Wurstbrei vorgedrungen sind, man denke an Arten wie Psilocybe salumisapor oder den schon erwähnten Lactarius salmonicolor, die so mancher faden deutschen Wurst zu mehr Schwung, Pep(e) und Farbe verhelfen könnten. Von Arten, die den Wurstbrei als Substrat benutzen, soll hier aber nicht die Rede sein.

Gruß aus München
Hias

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Re: Wurstbrei mit Lachs - haah? woooos???

Andreas ⌂, (vor 8332 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

kann schon sein, dass das R. cavipes ist. Aber R. violacea kann auch so aussehen und auf Deinem Bild scheinen auch Laubbäume in der Nähe zu stehen. Zur Sicherheit müßte man z.B. auch die Sporenpulverfarbe haben, ob die wirklich rein weiß ist (oder creme).
Wurstbrei-Täubling stammt aus Michael-Hennig-Kreisel, die "spezifischer Geruch nach Wurstbrei oder Anchovis" angeben.

Dr. Haas hat ihn immer als "Kirchenfenster-Täubling" bezeichnet, weil seine Farben und der etwas glasige Gesamteindruck ihn an eben an Kirchenfenster erinnert haben.
Dieser Vergleich ist für mich besser nachvollziehbar als der Geruch nach Wurstbrei, den ich nie richtig wahrgenommen habe.

Ach ja, apropos MHK Band 5: Bei meiner 2. Auflage sind bei R. cavipes auf Seite 358 zwei Fehler. Dort steht "143a. Wurstbrei-Täubling, s. S. 399 und Bild S. 351". Es müßte aber korrekt heißen "... s. S. 400 und Bild S. 353". Das Bild ist allerdings reichlich mäßig.

Beste Grüße,
Andreas

Servus!
Hätte mir doch schon eher jemand gesteckt, dass die von Werner2 aus welchen
Gründen auch immer als "Wurstbreitäubling" bezeichnete russula
cavipes gerne mit dem Lachsreizker (Lactarius salmonicolor)
vergesellschaftet ist.
Ende November hatte ich im Forum nach scharfen Täuberln gefragt, die bei
Weißtannen und ausnahmslos in Gesellschaft von vergammelten Reizkern
gewachsen waren. Damals tippten die meisten auf russula fragilis, aber
nach Andreas' Hinweis würde ich sagen, dass auch bei den
"meinigen" cavipes viel wahrscheinlicher ist, hier nochmal die
Bilder, zuerst mit "Beilage", dann ohne:


Und jetzt, Werner, tät mich doch noch die Herkunft des Namens
Wurstbreitäubling interessieren.
Ich nehme an, dass der Name nicht daherrührt, dass vandalische Pilzsucher
nach dem Abernten der Lachsreizker immer die in der Nähe stehenden
"ungenießbaren" Täublinge zu Brei treten, sondern eher daher,
dass diese Täublinge gar nicht so ungenießbar sind und möglicherweise
faden Schweinswürschteln zu etwas mehr Pikanz verhelfen sollen, aber ich
hab keine Ahnung ...
Wäre jedenfalls interessant, inwieweit Pilze generell schon in den Lebensraum
Wurstbrei vorgedrungen sind, man denke an Arten wie Psilocybe salumisapor
oder den schon erwähnten Lactarius salmonicolor, die so mancher faden
deutschen Wurst zu mehr Schwung, Pep(e) und Farbe verhelfen könnten. Von
Arten, die den Wurstbrei als Substrat benutzen, soll hier aber nicht die
Rede sein.
Gruß aus München
Hias

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Re: Frage

Karl Keck ⌂, (vor 8333 Tagen) @ Jürgen Duffner

Hallo Alle,
für diesen Täubling habe ich noch keinen genauen Namen. Die Fundstelle war im
Nadelwald auf Kalk.
Das Fleisch schmeckte scharf.
Ich denke da an den Wechselfarbenen Spei-Täubling Russula fragilis.
Was meint ihr?

Hallo Jürgen,

ich habe einen Fund vom 20.11.2003 als Russula fragilis bestimmt.
Mein Foto kannst Du hier ansehen:
http://berg.heim.at/zermatt/441254/
Da könnte Dein Fund schon auch eine fragilis sein, wobei die Fruchtkörper alles andere als fragil aussehen.
Viele Grüße
Karl

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Zum Wurstbreitäubling (R. cavipes)

Werner2, (vor 8333 Tagen) @ Jürgen Duffner

Hallo Jürgen,
als ich das Bild gesehen habe, ist mir auch zuerst R. cavipes
eingefallen und nicht R. fragilis.
Auch die beschriebenen Standortverhältnisse passen zum Wurstbreitäubling
(R. cavipes) perfekt. Da die Art mit Ammoniak (wie Andreas ja ausführlich beschieb) wirklich kinderleicht zu bestimmen ist, wirst Du zukünftig
wohl keine Probleme mit weiteren Funden haben.
Ergänzend sei nur erwähnt, dass Russula sardonia (Kiefernbegleiter!)
auch rosa-pink mit Ammoniak reagiert. Junge Exemplare ohne Violett am Stiel und mit noch blassen Lamellen können R. cavipes durchaus ähnlich sehen.
Gruss Werner2

Hallo Alle,

für diesen Täubling habe ich noch keinen genauen Namen. Die Fundstelle war im
Nadelwald auf Kalk.
Das Fleisch schmeckte scharf.
Ich denke da an den Wechselfarbenen Spei-Täubling Russula fragilis.
Was meint ihr?

Viele Grüsse
Jürgen Duffner

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Re: Zum Wurstbreitäubling (R. cavipes)

Rene, (vor 8332 Tagen) @ Werner2

Hallo Jürgen,
als ich das Bild gesehen habe, ist mir auch zuerst R. cavipes
eingefallen und nicht R. fragilis.
Auch die beschriebenen Standortverhältnisse passen zum Wurstbreitäubling
(R. cavipes) perfekt. Da die Art mit Ammoniak (wie Andreas ja ausführlich
beschieb) wirklich kinderleicht zu bestimmen ist, wirst Du zukünftig
wohl keine Probleme mit weiteren Funden haben.
Ergänzend sei nur erwähnt, dass Russula sardonia (Kiefernbegleiter!)
auch rosa-pink mit Ammoniak reagiert. Junge Exemplare ohne Violett am Stiel
und mit noch blassen Lamellen können R. cavipes durchaus ähnlich sehen.
Gruss Werner2
Hallo Alle,

Hallo Werner2

Würde mich doch interessieren wie du auf den Namen Wurstbreitäubling kommst?

Beste Grüsse
René

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Das steht im Handbuch für Pilzfreunde *oT*

Andreas ⌂, (vor 8332 Tagen) @ Rene

- kein Text -

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Re: Zum Wurstbreitäubling (R. cavipes)

Werner2, (vor 8332 Tagen) @ Werner2

Hallo, habe eben erst eure Beiträge gelesen.

Andreas hat ja bereits so ziemlich alles gesagt.
Die Quelle der Namensbenennung geht auf Julius Schäffer zurück, der in seiner Täublingsmonografie von 1952 R. cavipes als R.violacea beschrieben hat und dort schreibt: "Geruch schwach, aber immer deutlich spezifisch genau wie ein gewisses Wurstbrät."

Die Abbildung der Art im Handbuch der Pilzfreunde ist nicht nur mäßig, sondern
einfach unbrauchbar. Die Ricek-Abbildung von R. violacea auf Seite 359 ist R. cavipes viel ähnlicher. Auch Kirchenfensterl-Täubling fand ich schon immer treffender, da hat Andreas recht. Haas verglich die Hutoberfläche mancher FK immer mit den bunten violett-rot-blau-grün schimmernden Fenstern mancher Kirchen.
Weis auch nicht, warum ich hier spontan Wurstbreitäubling geschrieben habe.
Vermutlich deshalb, weil Kirchenfensterl-Täubling nur die Pilzler kennen,
die Dr. Haas gekannt haben. In der Literatur taucht der Begriff meines Wissens nach nicht auf. Andreas bezeichnet den Pilz im Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze auch als "Hohlstieliger Täubling", obwohl diese Merkmal auch auf viele andere Arten zutrifft.
Daher finde ich diesen Namen nicht ganz so glücklich gewählt. Vielleicht sollte man Kirchenfensterl-Täubling hoffähig machen.
Gruß Werner2

Hallo Jürgen,
als ich das Bild gesehen habe, ist mir auch zuerst R. cavipes
eingefallen und nicht R. fragilis.
Auch die beschriebenen Standortverhältnisse passen zum Wurstbreitäubling
(R. cavipes) perfekt. Da die Art mit Ammoniak (wie Andreas ja ausführlich
beschieb) wirklich kinderleicht zu bestimmen ist, wirst Du zukünftig
wohl keine Probleme mit weiteren Funden haben.
Ergänzend sei nur erwähnt, dass Russula sardonia (Kiefernbegleiter!)
auch rosa-pink mit Ammoniak reagiert. Junge Exemplare ohne Violett am Stiel
und mit noch blassen Lamellen können R. cavipes durchaus ähnlich sehen.
Gruss Werner2
Hallo Alle,

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Re: Zum Wurstbreitäubling (R. cavipes)

Rene, (vor 8331 Tagen) @ Werner2

Hallo, habe eben erst eure Beiträge gelesen.
Andreas hat ja bereits so ziemlich alles gesagt.
Die Quelle der Namensbenennung geht auf Julius Schäffer zurück, der in seiner
Täublingsmonografie von 1952 R. cavipes als R.violacea beschrieben hat und
dort schreibt: "Geruch schwach, aber immer deutlich spezifisch genau
wie ein gewisses Wurstbrät."
Die Abbildung der Art im Handbuch der Pilzfreunde ist nicht nur mäßig,
sondern
einfach unbrauchbar. Die Ricek-Abbildung von R. violacea auf Seite 359 ist R.
cavipes viel ähnlicher. Auch Kirchenfensterl-Täubling fand ich schon immer
treffender, da hat Andreas recht. Haas verglich die Hutoberfläche mancher
FK immer mit den bunten violett-rot-blau-grün schimmernden Fenstern
mancher Kirchen.
Weis auch nicht, warum ich hier spontan Wurstbreitäubling geschrieben habe.
Vermutlich deshalb, weil Kirchenfensterl-Täubling nur die Pilzler kennen,
die Dr. Haas gekannt haben. In der Literatur taucht der Begriff meines
Wissens nach nicht auf. Andreas bezeichnet den Pilz im
Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze auch als "Hohlstieliger
Täubling", obwohl diese Merkmal auch auf viele andere Arten zutrifft.
Daher finde ich diesen Namen nicht ganz so glücklich gewählt. Vielleicht
sollte man Kirchenfensterl-Täubling hoffähig machen.
Gruß Werner2

Hallo Werner2

Danke für die ausführliche Antwort.
Für mich riecht dieser Pilz eher nach einem süssen Bonbon (daher die Frage) und des Vergleiches mit den Farben eines Kirchenfensters bediene auch ich mich seit längerem, wenngleich ich den Vergleich von Haas nicht kenne (habe ich glaube ich von Walter Pätzold).

Von der Wurst zum Kirchenfenster, was für eine Traumkarriere ;-).

Gruss René