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Tips zur Hypogäensuche?

EricS ⌂, (vor 8321 Tagen)

Hallo zusammen.

ich habe mich gefragt, wie man als Hypogäen-Spezialist [Hypogäe = Pilz der unterirdisch Fruchtkörper bildet; "Trüffel" im allerweitesten Sinne] nach diesen Pilzen sucht. Ich gebrauche im Folgenden den Begriff "Hypogäe" allumfassend für unterirdische Pilzfruchtkörper, ohne näher auf Systematiken einzugehen.

Ich denke, es lohnt sich, sich die jeweiligen Standortansprüche einzuprägen und dann gezielt solche Biotope aufzusuchen - das gilt ja für so ziemlich alle Pilze/Pflanzen/Tiere. Gibt es aber besondere Kniffe für erfolgreiches Suchen, oder muß man Glück haben und einen die Bodendecke durchbrechenden Fk. finden? Oder im wahrsten Sinne des Wortes "Schwein haben" ;-) ? Wildes "Drauflosbuddeln" an verdächtigen Stellen sollte zum Wohle von Bodenflora und -fauna ja nicht unbedingt Mittel der Wahl sein.

Hier ein paar "Möglichkeiten", von denen ich bisher wußte:

- In Pilze der Schweiz (1) steht etwas von einer "Trüffelfliege" (Suillia pallida) geschrieben, die Standorte anzeigt.

- Ein Pilzfreund aus der Nähe von Stuttgart wußte zu berichten, daß ihn ein extrem starker Geruch unbekannten Ursprungs mitten im Wald innehalten ließ. Nach einiger Suche war der "Übeltäter" gefunden : eine Hypogäe, die sich nach nächtelanger Literaturwälzerei als eine sehr selten nachgewiesene Morcheltrüffel-Art (genauer: Gautieria otthii Trog 1857) entpuppte. Die Art wird bisweilen auch als Varietät einer anderen Gautieria geführt, deren Epithet "graveolens" = starkriechend mehr als passend erscheinen mag.

- Wild gräbt oftmals Hypogäen aus, die dann natürlich leichter gefunden werden können.

- Auch gewisse überirdisch wachsende Kernkeulen (Cordyceps spp. [u.a. C.ophioglossoides, C.capitata, C.canadensis etc.]) verraten die Untergrundler. Sie parasitieren auf Hirschtrüffeln (Elaphomyces), die dann leicht gefunden werden können, wenn man vorsichtig unter der Kernkeule nachgräbt.

Vielleicht weiß der/die ein oder andere ja noch etwas mehr. Ich fände es durchaus reizvoll mal ein paar Arten zu finden und abzulichten (allen voran natürlich die prächtig orangefarbene Stephanospora caroticolor).

Viele Grüße & besten Dank im Voraus,

Eric

PS: man mag mir die vielen lat. Bezeichnungen verzeihen, doch für die meisten Namen habe ich kein deutsches Pendant gefunden.

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Re: Tips zur Hypogäensuche?

Klaus, (vor 8321 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,
du hast ja schon einiges an guten Tips zusammengetragen. Das Beste, was ich zu díesem Thema jemals gelesen habe, stammt von G.Groß (Saarland) und ist irgendwann Anfang der 80er in der ZMykol erschienen. Der Mann hatte bzw. hat nicht nur ein immenses Wissen, er kann auch dazu auch noch witzig bzw. unterhaltsam schreiben.
Bei Interesse melde dich. Dann müsste ich mal "wühlen".
Schöne Grüße
Klaus

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Re: Tips zur Hypogäensuche?

EricS ⌂, (vor 8321 Tagen) @ Klaus

Hallo Klaus,

naja, mit dem Artikel hab ich das Erscheinungsdatum in etwa gemein ;-). Wenn Du einmal Zeit finden solltest, wäre ich für einen Scan/Kopie doch sehr dankbar. Vielen Dank für Deine Mühen.

Grüße & ein schönes Wochenende,

Eric

Hallo Eric,
du hast ja schon einiges an guten Tips zusammengetragen. Das Beste, was ich
zu díesem Thema jemals gelesen habe, stammt von G.Groß (Saarland) und ist
irgendwann Anfang der 80er in der ZMykol erschienen. Der Mann hatte bzw.
hat nicht nur ein immenses Wissen, er kann auch dazu auch noch witzig bzw.
unterhaltsam schreiben.
Bei Interesse melde dich. Dann müsste ich mal "wühlen".
Schöne Grüße
Klaus

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Re: Tips zur Hypogäensuche?

Gerd-A, (vor 8321 Tagen) @ Klaus

Hallo Eric, Hallo Klaus,

Zitat:
du hast ja schon einiges an guten Tips zusammengetragen. Das Beste, was ich zu díesem Thema jemals gelesen habe, stammt von G.Groß (Saarland) und ist irgendwann Anfang der 80er in der ZMykol erschienen. Der Mann hatte bzw. hat nicht nur ein immenses Wissen, er kann auch dazu auch noch witzig bzw. unterhaltsam schreiben.

Antwort:

G. Groß: Die Sommertrüffel (Tuber aestivalis Vitt.) und ihre Verwandten inm mittleren Europa, Zeitschrift für Pilzkunde (heute: ZMykol), Band 41 - Heft 1-2, 1975.

Hier ist der erste Teil erschienen. Die Fortsetzung erschien im Nachfolgeheft (Band 41 - Heft 3-4, 1975

Grüße
Gerd

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Re: Tips zur Hypogäensuche?

Wolfgang Hartwig, (vor 8321 Tagen) @ Gerd-A

Hallo Eric, Hallo Klaus,
Zitat: du hast ja schon einiges an guten Tips zusammengetragen. Das Beste,
was ich zu díesem Thema jemals gelesen habe, stammt von G.Groß (Saarland)
und ist irgendwann Anfang der 80er in der ZMykol erschienen. Der Mann
hatte bzw. hat nicht nur ein immenses Wissen, er kann auch dazu auch noch
witzig bzw. unterhaltsam schreiben.
Antwort: G. Groß: Die Sommertrüffel (Tuber aestivalis Vitt.) und ihre
Verwandten inm mittleren Europa, Zeitschrift für Pilzkunde (heute:
ZMykol), Band 41 - Heft 1-2, 1975.
Hier ist der erste Teil erschienen. Die Fortsetzung erschien im Nachfolgeheft
(Band 41 - Heft 3-4, 1975
Grüße
Gerd

Hallo miteinander,
erst letzten Montag war im Stuttgarter Pilzverein ein hervorragender Diavortrag über unterirdische Pilze zu sehen.
Den Bericht von Groß habe ich parat und könnte Kopien verschicken, wenn ihr mir Eure Adressen gebt, wär´s gar kein Problem.
Im Vortrag kam zum Ausdruck, dass die Suche unter Buchen, Eichen und Haselnuss im Zusammenhang mit schwarzer Erde und Kalkboden am effektivsten erscheint. Das hängt natürlich auch mit der Art zusammen.
Grüße Wolfgang

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Re: Tips zur Hypogäensuche & guter Link

EricS ⌂, (vor 8321 Tagen) @ Gerd-A

Hallo Gerd,

vielen Dank für die Info. Hast Du einmal versucht, auf Hypogäenjagd zu gehen? Bei R. Geiter ( http://www.pilzalbum.de ) sind einige solche abgebildet, vielleicht könnte ich auch dort einmal nachfragen.

Über einige Hypogäen (zu den Russulales gehörend) bin ich übrigens auch folgende Seite aufmerksam geworden:

http://www.mtsn.tn.it/bresadola/russula/taxa.asp

Es ist eine Nomenklaturdatenbank für Täublinge, Milchlinge und andere Täublingsverwandte. Dort findet man sehr viele hilfreiche Informationen zu Arten, Gattungen usw. Unter anderem findet man Angaben zu Autorenzitaten, Literaturangaben oder auch die lat. Diagnose (!). Insgesamt sehr gut gemacht - habe bei meinen Arbeiten nur zwei (nordamerikanische?) Milchlings-Arten nicht finden können.

Viele Grüße,

Eric

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Re: Tips zur Hypogäensuche?

hymenogaster, (vor 8320 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,

mit dem Hypogäen-Sammeln, das ist garnicht so schwer. Die meisten Arten wachsen auf basenreichen Böden. Sie sind aber mehr oder weniger allgegenwärtig. Nur auf Rohböden haben wir bisher noch nichts gefunden. Wenn Du also mal "schürfen" möchtest, such nach einem Plätzchen, das nicht pralle Südsonne hat, z.B. ein Waldrand mit Anschluß an eine Wiese (ackernahe, eutrophierte Ränder sind nicht so lukrativ). Gerade die verbuschenden Wiesen mit ihren Übergängen zum Hochwald sind immer "trächtig". Linde und Hasel sind gute Mykorrhizapartner. Bei Eiche ist auch, aber (wie ich finde) schwerer zu finden. Wenn Du nicht im Trockengebiet wohnst, dürfte es reichlich Buche geben. Buche ist spitzenmäßig, die Stellen mit dicker, pappiger Laubauflage sind aber zu meiden...
Wenn kein Frost ist, kann man auch im Winter sammeln. Gestern haben wir, ohne darauf aus zu sein, Hymenogaster olivaceus gefunden. Dabei waren alte, frostgeschädigte, aber auch junge Fruchtkörper... Wenn Du es also nicht aushalten kannst, probier' ruhig mal. Mit der Bestimmung wird es allerdings problematisch. Im Winter sind Sporenmißbildungen an der Tagesordnung ;)

Gruß Gunnar

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Re: Tips zur Hypogäensuche?

EricS ⌂, (vor 8320 Tagen) @ hymenogaster

Hallo Gunnar,

Besten Dank für die Tips!!

Na, dann düfte das doch etwas werden. Ich wohne in Südwestdeutschland (Markgräfler Land, ca. 20km südlich Freiburg i. Br.). Buchenwald ist hier an der Tagesordnung, am Schönberg bei Freiburg sollte es auch einiges geben (Wald-Wiesen-Mosaik, wärmebegünstigt,...). Genauso wie am Kaiserstuhl. Momentan liegt die praktische Pilzleidenschaft wegen einiger Examen leider auf Eis.

Bei Erfolgsmeldungen ab Frühjahr schieße ich erst einmal ein Foto - mit der Bestimmung wird es hapern, nehme ich an. Doch das läßt sich mit ein paar Exsikkaten (oder gar Frischpilzen) sicherlich ändern ;-).

Melde mich bei Erfolg hier im Forum.

Viele Grüße,

Eric