Re: M. conica und elata
Hallo Ismene
Ich gehe jetzt schon seit etwa 30 Jahren in die Morcheln und habe wohl schon
alle Arten zu Gesicht bekommen (inkl. Verpeln). Rein aus Sicht des
Sammlers und Jägers (weniger des Mikrobiologen, denn ich habe nicht mal
ein Mikroskop) kann ich keinen Unterschied feststellen, so dass es für
mich einfach M. Conica gibt und keine Elata. Sie ist einfach ähnlich
variabel wie die Speisemorchel... Was mir hingegen immer wieder auffällt
ist der Umstand, dass die RimuMos (zumindest hier im Schweizer Mittelland)
immer erst etwa 3 Wochen nach den Spitzmorcheln im Wald erscheinen. Da
liegt doch der Gedanke nahe, dass die RimuMos erst durch Sporenflug der
Waldspitzmorcheln entstehen, so als eine Art "2. Generation".
Oder hat jemand eine andere Erklärung für diese Phänomen?
Praktische Erfahrung mit Morcheln habe ich leider keine, da ich bisher nie im Frühjahr in die Pilze ging - ein Fehler, wie ich jetzt feststellen konnte.
Ich habe aber schon diverse Vorträge und Meinungen von Berufeneren dazu gehört. So ist es keineswegs klar, ob die jetzige Aufteilung der Morcheln in viele Arten irgendwie haltbar ist und es wird auch noch heftig darüber gestritten, welche Arten nun "gut" sind, was nur Formen (forma) oder Varietäten (var.) sind. Deshalb kann Deine diesbezügliche Aussage durchaus richtig sein.
Die 2. These mit dem Sporenflug ist aber sicherlich abwegig. Da das Ausbilden eines fruchtfähigen Mycels sicher bei Morcheln auch erheblich länger als ein paar Wochen dauert, insbesondere wenn daraus auch noch Fruchtkörper in freier Wildbahn entstehen sollen. Deshalb hat das späte Erscheinen - wenn es denn durchgängig so ist - eher mit dem Substrat (Mulch respektive Waldboden) selbst zu tun.
Viele Grüße,
Werner