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Re: Inocybe pisciodora?

Andreas 2, (vor 8195 Tagen) 490 Beiträge @ Helmut

Hallo Helmut und Georg,

eigentlich kann ich mich euren Hinweisen zu dieser Art nur anschließen, möchte aber noch ein paar Ergänzungen mitteilen. Pisciodora ist meinen Erfahrungen nach mehr bodenvag als die Typusvarietät. Ich (und mein verstorbener Freund Udo Luhmann) fanden diese Art bisher relativ häufig auch auf neutralem, zumindest auch auf nicht eindeutigem Kalkboden. Dagegen var. bongardii bisher ausschließlich über Kalk (in Thüringen und in den Alpen). Auch was die Schuppigkeit betrifft, kann ich Helmuts Hinweis bestätigen. In den allermeisten Fällen waren die Hüte +/- grobfaserig bis maximal wenig faserschuppig. Einmal konnte ich aber ein Massenvorkommen von über 100 Frk. beobachten, und da waren wirklich einige kräftig schuppige (vornehmlich ältere) Exemplare dabei. Der typische Fischgeruch ist bei frisch eingesammeltem Material oft nicht wahrnehmbar, dagegen spätestens nach einem Tag in verschlossener Büchse kaum noch zu überriechen, wird aber von einigen (sogar guten) Pilzkennern nicht so wahrgenommen! Eine eindeutige Abgrenzung nach Mikromerkmalen ist mir bisher nicht gelungen, so dass ich glaube, dass diese Spezi als Var. zu bongardii doch gut aufgehoben scheint.

Gruß Andreas

Servus Georg,
das Bild kommt recht gut hin, vor allem das zweite. Dass die Art doch auch
ziemlich schuppig werden kann (Bild 1), ist für mich interessant. Selber
habe ich sie erst einmal gefunden. Die aus dem Regensburger Raum belegten
Kollektionen wurden zwischen Juli und Oktober gesammelt, dieselbe Zeit
gibt Kuyper (1986) an. Er erwähnt jedoch auch Frühjahrsformen
(Februar-April) aus dem Mittelmeergebiet, die allgemein kräftiger sind als
die Sommer- und Herbstformen.
Auch wenn Kuyper die Art zur Varietät degradiert hat, meine ich doch, sie
sicher abgrenzen zu können (bisher keine Übergangsformen zu I. bongardii /
cervicolor).
Gruß
Helmut

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