Hallo Markus,
bei diesem Täubling muss man auf die Ähnlichkeit mit Russula ochroleuca
(Ockerweisser Täubling) hinweisen! Die können praktisch genau gleich
aussehen und sich im Gebiet (Moorränder) gerne überschneiden. Russula
claroflava (Gelber Graustieltäubling) kommt fast nur bei Birke im Moor vor
(s. Einhellinger)aber wächst selten auch in versauerten Stellen. Und saure
Nadelwälder liebt ja auch der Ockerweisse Täubling. Makroskopisch ist also
in erster Linie der Begleitbaum ein Hinweis (wenn Fichte und Birke
gleichzeitig da stehen wie oft auch nicht sehr Hilfreich...) Und da beide
fast gleich Aussehen (beide können schärflich bis mild sein, beide haben
grauende Stiele) muss man, wenn man's genau wissen will, auch
Mikroskopisch prüfen.
Makroskopisch gibt es ein ausgezeichnetes Unterscheidungsmerkmal, nämlich das Schwärzen bei Verletzung. Ich dachte ja auch an R. ochroleuca, aber die Farbe des Hutes wollte mir nicht gefallen, R. ochroleuca wird m.E. nicht so warm gelb. Beim Kratzen an der Stielrinde, verfärbt sich die Stielrinde erst rötlich, dann gräulich/schwärzlich (dauert +- 20 min), was Russula ochroleuca nicht macht. Das steht zwar in fast keinem Buch, stimmt aber und ich hab das so in Hornberg bei W. Pätzold gelernt. Meistens verfärben sich auch die abgeschnittenen Stielenden schwarz. Das funktioniert bei allen Graustieltäublingen (der grauende Speitäubling Russula griseascens gehört ja nicht dazu), deswegen sind die auch für Täublingsanfänger wie mich leicht bestimmbar.
Hier wieder einmal der Aufruf zum Täublingsbestimmen: Ohne Sporenwurf geht es
nicht seriös! (Anleitung: Auf ein Glas einen Objektträger legen, den Pilz
drauf mit der Stielbasis im Wasser.Das ganze zudecken, es darf kein
Windzug dazukommen. Den Sporenfilm nach 2-4 Stunden mit einer Rasierklinge
zusammen kratzen--fertig!)
Russula ochroleuca: Spp. weiss, weisslich
Russula claroflava: Spp. hellocker
Schon ist (fast) alles klar.
Ist wie gesagt bei diesem Täubling m.E. nicht nötig. Und wenn schon sollte man Russula fellea (Gallentäubling) auch nicht außer Acht lassen, insbesondere da die Bodenverhältnisse in einigen Wäldern (auch in diesem!) ziemlich schnell wechseln können. Lactarius scrobiculatus wächst z.B. auch in diesem Wald. Bei Russula fellea hilft dann aber sicher eine Kostprobe, da er ja wirklich brennend scharf ist.
Liebe Grüße
Birgit