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gelber Graustieltäubling nur im Moor?

Birgit, (vor 8145 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

am Donnerstag fand ich im sauren Wald einige satt chromgelbe Täublinge. Irgendwie kamen sie mir bekannt vor, aber der Groschen ist erst daheim gefallen, als die Druckstellen an den Lamellen schwärzlich wurden.
Ich kenne Russula claroflava aber eigentlich als ausgesprochenen Moorpilz, dort ist aber eigentlich nur eine etwas feuchtere Stelle, die dann auch noch so ca. 10-20 m vom Wuchsort entfernt ist. (diejenigen, die den Eibenwald in Paterzell kennen, kennen vielleicht die Stelle, die außerhalb des Naturschutzgebietes liegt.) Birken stehen da aber neben Fichten und Tannen auch. Vielleicht gefällt den Grauustieltäublingen ja gerade das Wetter, letzten Montag ist mir bei der AMU-Sitzung in Ulm der weinrote Graustieltäuubling (Russula vinosa) untergekommen. Vielleicht hat ja jemand den gelben Graustieltäubling auch schon mal außerhalb von Nooren gefunden.

Grüße

Birgit

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Re: gelber Graustieltäubling nur im Moor?

Andreas ⌂, (vor 8145 Tagen) @ Birgit

Hallo ihr Lieben,
am Donnerstag fand ich im sauren Wald einige satt chromgelbe Täublinge.
Irgendwie kamen sie mir bekannt vor, aber der Groschen ist erst daheim
gefallen, als die Druckstellen an den Lamellen schwärzlich wurden.
Ich kenne Russula claroflava aber eigentlich als ausgesprochenen Moorpilz,
dort ist aber eigentlich nur eine etwas feuchtere Stelle, die dann auch
noch so ca. 10-20 m vom Wuchsort entfernt ist. (diejenigen, die den
Eibenwald in Paterzell kennen, kennen vielleicht die Stelle, die außerhalb
des Naturschutzgebietes liegt.) Birken stehen da aber neben Fichten und
Tannen auch. Vielleicht gefällt den Grauustieltäublingen ja gerade das
Wetter, letzten Montag ist mir bei der AMU-Sitzung in Ulm der weinrote
Graustieltäuubling (Russula vinosa) untergekommen. Vielleicht hat ja
jemand den gelben Graustieltäubling auch schon mal außerhalb von Nooren
gefunden.
Grüße
Birgit

Hallo Birgit,

ja, das gibt's! Ich weiß noch, wie Dr. Haas mir immer wieder seinen außergewöhnlichen Standort vor dem Freundenstädter Friedhof gezeigt hat. Mehrfach wurden diese Pilze nachmikroskopiert obwohl ja kein Zweifel bestehen konnte - und dann komm' ich in Polen (Schlesien, nw Legnica) in die Sandgebiete wie sie auch in der Lausitz zu finden sind und stehen massenweise Russula claroflava in den Kiefern-Birkenaufforstung im Sand. Strohtrocken, zusammen mit Preiselbeeren, Dauerporling, Erdritterling, Grünling etc.etc. Übrigens kommen dort immer wieder alle drei Graustieltäublinge zusammen vor, begleitet von Russula paludosa, der dort auch ins Trockene geht.
"Andre Länder, andre Sitten" gilt auch für Pilze bisweilen ;-)

Beste Grüße,
Andreas

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Re: gelber Graustieltäubling nur im Moor?

Dedimyk, (vor 8144 Tagen) @ Birgit

Hallo ihr Lieben,
am Donnerstag fand ich im sauren Wald einige satt chromgelbe Täublinge.
Irgendwie kamen sie mir bekannt vor, aber der Groschen ist erst daheim
gefallen, als die Druckstellen an den Lamellen schwärzlich wurden.
Ich kenne Russula claroflava aber eigentlich als ausgesprochenen Moorpilz,
dort ist aber eigentlich nur eine etwas feuchtere Stelle, die dann auch
noch so ca. 10-20 m vom Wuchsort entfernt ist. (diejenigen, die den
Eibenwald in Paterzell kennen, kennen vielleicht die Stelle, die außerhalb
des Naturschutzgebietes liegt.) Birken stehen da aber neben Fichten und
Tannen auch. Vielleicht gefällt den Grauustieltäublingen ja gerade das
Wetter, letzten Montag ist mir bei der AMU-Sitzung in Ulm der weinrote
Graustieltäuubling (Russula vinosa) untergekommen. Vielleicht hat ja
jemand den gelben Graustieltäubling auch schon mal außerhalb von Nooren
gefunden.
Grüße
Birgit

Hallo Birgit,
auch in meinen bodensauren etwas feuchteren Birken -Kiefernwäldern, jedoch keineiswegs Moorgebieten,tritt Russula claroflava recht häufig auf.
Bei mir im Südteil der Lüneburger Heide sind ja sandige Kiefern /Laub- Mischwälder vorherrschend.
Gruß Dedimyk

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Re: gelber Graustieltäubling nur im Moor?

Huperzia ⌂, (vor 8144 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Ich kenne Russula claroflava bisher nur aus einem Buntsandsteinbruch in Niedersachsen - weit davon entfernt, ein Moor zu sein, aber mit Birken, arm und sauer.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Achtung auf den Ockerweissen T.!!

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8144 Tagen) @ Birgit

Liebe Pilzfreunde,

bei diesem Täubling muss man auf die Ähnlichkeit mit Russula ochroleuca (Ockerweisser Täubling) hinweisen! Die können praktisch genau gleich aussehen und sich im Gebiet (Moorränder) gerne überschneiden. Russula claroflava (Gelber Graustieltäubling) kommt fast nur bei Birke im Moor vor (s. Einhellinger)aber wächst selten auch in versauerten Stellen. Und saure Nadelwälder liebt ja auch der Ockerweisse Täubling. Makroskopisch ist also in erster Linie der Begleitbaum ein Hinweis (wenn Fichte und Birke gleichzeitig da stehen wie oft auch nicht sehr Hilfreich...) Und da beide fast gleich Aussehen (beide können schärflich bis mild sein, beide haben grauende Stiele) muss man, wenn man's genau wissen will, auch Mikroskopisch prüfen.
Hier wieder einmal der Aufruf zum Täublingsbestimmen: Ohne Sporenwurf geht es nicht seriös! (Anleitung: Auf ein Glas einen Objektträger legen, den Pilz drauf mit der Stielbasis im Wasser.Das ganze zudecken, es darf kein Windzug dazukommen. Den Sporenfilm nach 2-4 Stunden mit einer Rasierklinge zusammen kratzen--fertig!)
Russula ochroleuca: Spp. weiss, weisslich
Russula claroflava: Spp. hellocker
Schon ist (fast) alles klar.

Viel Spass bei den Täublingen, die ja jetzt kommen sollten, Markus

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Re: Achtung auf den Ockerweissen T.!!

Andreas ⌂, (vor 8144 Tagen) @ Markus Wilhelm

Liebe Pilzfreunde,
bei diesem Täubling muss man auf die Ähnlichkeit mit Russula ochroleuca
(Ockerweisser Täubling) hinweisen! Die können praktisch genau gleich
aussehen und sich im Gebiet (Moorränder) gerne überschneiden. Russula
claroflava (Gelber Graustieltäubling) kommt fast nur bei Birke im Moor vor
(s. Einhellinger)aber wächst selten auch in versauerten Stellen. Und saure
Nadelwälder liebt ja auch der Ockerweisse Täubling. Makroskopisch ist also
in erster Linie der Begleitbaum ein Hinweis (wenn Fichte und Birke
gleichzeitig da stehen wie oft auch nicht sehr Hilfreich...) Und da beide
fast gleich Aussehen (beide können schärflich bis mild sein, beide haben
grauende Stiele) muss man, wenn man's genau wissen will, auch
Mikroskopisch prüfen.

Hallo,

bisher hatte ich noch nie Zweifelsfälle ob ich einen Täubling ochroleuca oder claroflava zuordnen soll. Ich finde die Gelbtöne doch deutlich anders, vor allem die Intensität.
Was das Vorkommen in oder außerhalb von Mooren betrifft, so denke ich, dass im Norden und Nordosten Deutschlands/Europas die Art deutlich häufiger ist und ihre ökologische Amplitude weitaus weiter gefaßt als bei "uns" - jedenfalls im Süden.

Beste Grüße,
Andreas

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sichere makroskopische Unterscheidung

Birgit, (vor 8144 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

bei diesem Täubling muss man auf die Ähnlichkeit mit Russula ochroleuca
(Ockerweisser Täubling) hinweisen! Die können praktisch genau gleich
aussehen und sich im Gebiet (Moorränder) gerne überschneiden. Russula
claroflava (Gelber Graustieltäubling) kommt fast nur bei Birke im Moor vor
(s. Einhellinger)aber wächst selten auch in versauerten Stellen. Und saure
Nadelwälder liebt ja auch der Ockerweisse Täubling. Makroskopisch ist also
in erster Linie der Begleitbaum ein Hinweis (wenn Fichte und Birke
gleichzeitig da stehen wie oft auch nicht sehr Hilfreich...) Und da beide
fast gleich Aussehen (beide können schärflich bis mild sein, beide haben
grauende Stiele) muss man, wenn man's genau wissen will, auch
Mikroskopisch prüfen.

Makroskopisch gibt es ein ausgezeichnetes Unterscheidungsmerkmal, nämlich das Schwärzen bei Verletzung. Ich dachte ja auch an R. ochroleuca, aber die Farbe des Hutes wollte mir nicht gefallen, R. ochroleuca wird m.E. nicht so warm gelb. Beim Kratzen an der Stielrinde, verfärbt sich die Stielrinde erst rötlich, dann gräulich/schwärzlich (dauert +- 20 min), was Russula ochroleuca nicht macht. Das steht zwar in fast keinem Buch, stimmt aber und ich hab das so in Hornberg bei W. Pätzold gelernt. Meistens verfärben sich auch die abgeschnittenen Stielenden schwarz. Das funktioniert bei allen Graustieltäublingen (der grauende Speitäubling Russula griseascens gehört ja nicht dazu), deswegen sind die auch für Täublingsanfänger wie mich leicht bestimmbar.

Hier wieder einmal der Aufruf zum Täublingsbestimmen: Ohne Sporenwurf geht es
nicht seriös! (Anleitung: Auf ein Glas einen Objektträger legen, den Pilz
drauf mit der Stielbasis im Wasser.Das ganze zudecken, es darf kein
Windzug dazukommen. Den Sporenfilm nach 2-4 Stunden mit einer Rasierklinge
zusammen kratzen--fertig!)
Russula ochroleuca: Spp. weiss, weisslich
Russula claroflava: Spp. hellocker
Schon ist (fast) alles klar.

Ist wie gesagt bei diesem Täubling m.E. nicht nötig. Und wenn schon sollte man Russula fellea (Gallentäubling) auch nicht außer Acht lassen, insbesondere da die Bodenverhältnisse in einigen Wäldern (auch in diesem!) ziemlich schnell wechseln können. Lactarius scrobiculatus wächst z.B. auch in diesem Wald. Bei Russula fellea hilft dann aber sicher eine Kostprobe, da er ja wirklich brennend scharf ist.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: gelber Graustieltäubling nur im Moor?

Birgit, (vor 8144 Tagen) @ Birgit

Hallo,

vielen Dank an Euch alle. Ich finde es interessant wo dieser Täubling dann überall wächst. Der saure, magere Boden scheint wohl die Hauptvoraussetzung für Russula caroflava zu sein. Ich kannte ihn bisher nur von der Goitsche in Hornberg und vom Ebenwald in der Nähe der Wieskirche, beides richtig saure Moore.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: sichere makroskopische Unterscheidung

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8144 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

das stimmt im Prinzip schon, wenn alles typisch ist! Ist es aber nicht immer. Und ich weiss, dass wir einmal an einer Tagung sehr Mühe hatten, die 2 Arten zu trennen, weil sie wild durcheinander wuchsen und durch feuchtes Wetter alle schön gelb waren, auch die sonst typisch blassgelben ochroleuca, und bei Feuchte grauen diese dann eben auch fast ähnlich!

Grüssen, Markus

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Re: sichere makroskopische Unterscheidung

Werner2, (vor 8144 Tagen) @ Birgit

Hallo, ich müsste zuhause in meinen Notizen nochmal
nachsehen, aber ich glaube dass sich R. ochroleuca in der
Stielbasis mit KOH rötlich verfärbt.
Kann mich an irgend so was erinnern.
R. fellea ist eigentlich leicht von beiden Arten zu trennen.
Wenn man sich den konstant minimal rötlich-getönten Gelbton
der FK und der Lamellen mal eingeprägt hat, braucht man nicht mal mehr
probieren.

Gruss Werner2