Re: gelber Graustieltäubling nur im Moor?
Hallo ihr Lieben,
am Donnerstag fand ich im sauren Wald einige satt chromgelbe Täublinge.
Irgendwie kamen sie mir bekannt vor, aber der Groschen ist erst daheim
gefallen, als die Druckstellen an den Lamellen schwärzlich wurden.
Ich kenne Russula claroflava aber eigentlich als ausgesprochenen Moorpilz,
dort ist aber eigentlich nur eine etwas feuchtere Stelle, die dann auch
noch so ca. 10-20 m vom Wuchsort entfernt ist. (diejenigen, die den
Eibenwald in Paterzell kennen, kennen vielleicht die Stelle, die außerhalb
des Naturschutzgebietes liegt.) Birken stehen da aber neben Fichten und
Tannen auch. Vielleicht gefällt den Grauustieltäublingen ja gerade das
Wetter, letzten Montag ist mir bei der AMU-Sitzung in Ulm der weinrote
Graustieltäuubling (Russula vinosa) untergekommen. Vielleicht hat ja
jemand den gelben Graustieltäubling auch schon mal außerhalb von Nooren
gefunden.
Grüße
Birgit
Hallo Birgit,
ja, das gibt's! Ich weiß noch, wie Dr. Haas mir immer wieder seinen außergewöhnlichen Standort vor dem Freundenstädter Friedhof gezeigt hat. Mehrfach wurden diese Pilze nachmikroskopiert obwohl ja kein Zweifel bestehen konnte - und dann komm' ich in Polen (Schlesien, nw Legnica) in die Sandgebiete wie sie auch in der Lausitz zu finden sind und stehen massenweise Russula claroflava in den Kiefern-Birkenaufforstung im Sand. Strohtrocken, zusammen mit Preiselbeeren, Dauerporling, Erdritterling, Grünling etc.etc. Übrigens kommen dort immer wieder alle drei Graustieltäublinge zusammen vor, begleitet von Russula paludosa, der dort auch ins Trockene geht.
"Andre Länder, andre Sitten" gilt auch für Pilze bisweilen 
Beste Grüße,
Andreas