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Pilzfunde vom "Wochenende"

Mebo, (vor 8143 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

am Vorwochenende (Freitag) hatte ich endlich mal wieder Zeit und Glück mit der für dieses Jahr ergiebigsten Ausbeute, obwohl es natürlich noch Reserven gibt :-).

Mitgenommen wurden:

- Perlpilz (Amanita rubescens): häufig, das ganze Farbspektrum von "schweinchenrosa" über gelbbraun bis hin zu dunkelbraun, leider mit Zwei-Drittel-Mehrheit vermadet
- Grauer Wulstling (Amanita excelsa)*
- Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron): häufig
- Stattlicher Rotfußröhrling (Xerocomus pruinatus)
- Marone (Xerocomus badius): Einzelexemplar
- Goldröhrling (Suillus grevillei): dito
- Körnchenröhrling (Suillus granulatus): mittlerweile recht häufig
- Frauentäubling (Russula cyanoxantha)

Ansonsten gab es u. a. noch:

- Kahler Krempling (Paxillus involutus)
- Grasgrüner Täubling (Russula aeruginea)**: unter Buchen
- Milder Glanztäubling (Russula puellaris)
- Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus): häufig
- Flatterreizker (?) (Lactarius thejogalus): der "Milchgibtgelbefleckenaufzeitungspapier"-Test fiel mir zu spät ein
- Ockerbrauner Trichterling (Clitocybe gibba): stellenweise häufig
- Tränender Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda)
- Stinkmorcheln (Phallus impudicus): massenhaft

sowie noch einige Süßliche Buchenmilchlinge (Lactarius subdulcis).

* Der Graue Wulstling war sowohl im Laub-, Nadel- und Mischwald der mit Abstand häufigste Pilz. Man hätte allein mit diesem Pilz einige Körbe füllen können (sofern man ihn mag und vor allem kennt). Für mich reicht er als "Füllpilz" mit maximal 2 oder 3 Stück.

** Meiner Meinung nach hat der Grasgrüne Täubling zwei Geschmacksvarianten: unter Birken immer etwas schärflich, unter Buchen (und ggfs. unter Nadelbäumen) zwar mild, aber irgendwie nicht wirklich angenehm (und darüberhinaus meistens bewohnt). Was sagt Ihr zum Speisewert von R. aeruginea?

@ Jürgen: Die Fotos der Rotfußröhrlinge sind leider nicht sehr aussagekräftig geworden (I have to put the blame on me).

Viele Grüße
Matthias

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Geschmack Grasgrüner Täubling

Thomas Pruß, (vor 8143 Tagen) @ Mebo

Moin Mattjias,
ich finde den Grasgrünen recht lecker. Das Fleisch ist vgl. fest, der Geschmack angenehm. Allerdings habe ich ihn nur unter Buchen, noch nicht unter Birken gefunden. Wobei ich auch etwas zweifle, ob der Grasgrüne da überhaupt wächst. Ich finde da eine Täublingsart, die etwas grünt und recht scharf ist. Aber auf den Gedanken, dass es der Grasgrüne T. sein könnte, bin ich noch nicht gekommen.
Grüsslis
Thomas

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Re: Geschmack Grasgrüner Täubling

Andreas ⌂, (vor 8143 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Mattjias,
ich finde den Grasgrünen recht lecker. Das Fleisch ist vgl. fest, der
Geschmack angenehm. Allerdings habe ich ihn nur unter Buchen, noch nicht
unter Birken gefunden. Wobei ich auch etwas zweifle, ob der Grasgrüne da
überhaupt wächst. Ich finde da eine Täublingsart, die etwas grünt und
recht scharf ist. Aber auf den Gedanken, dass es der Grasgrüne T. sein
könnte, bin ich noch nicht gekommen.
Grüsslis
Thomas

Hallo,

hmmm, also mir ist dagegen neu, dass der Grasgrüne Täubling unter Buchen wachsen soll! Meinst Du vielleicht den Grünen Speisetäubling (Russula heterophylla)?
Ich kenne Russula aeruginea ausschließlich unter Birke und sehr selten unter Fichte.
Ähnlich wie Russula ochroleuca, paludosa und noch ein paar andere Täublinge variiert der Geschmack bei dieser Art von mild bis deutlich schärflich. Dass der Geschmack mit dem Wirtsbaum korreliert sein soll höre ich zum ersten Mal, aber es wäre interessant, das weiter zu beobachten.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Grüner Speise-T. vs Grasgrüner T. Bilder *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8143 Tagen) @ Andreas

Hallo zusammen,

bei Funden des Grasgrünen Täublings im Laubwald oder der Ebene handelt es sich wie Andreas schon schreibt, fast hundertprozentig um R. heterophylla. R. aeruginea ist eine Charakterform der höhergelegenen Fichten-Tannenwäldern mit Birken auf sauren Böden. Die Art wächst oft mit dem Steinpilz und Fliegenpilz in rechten Mengen. R. heterophylla (Grüner Speisetäubling) hat insgesamt die ähnlichen Merkmale wie der übliche Speistäubling. (festfleischig, krause Lam. am Stielansatz, zugespitze St.-Basis, bräunende Stellen, und wenn's um die Wurscht geht: mikroskopisch die dickwandigen Haare in der HDS wie kürzlich hier abgebildet)

Hier ein paar Bilder des grünen Speisetäublings

[image]

[image]

und noch ein helles Exemplar:

[image]

Grüsse, Markus Wilhelm

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Re: Geschmack Grasgrüner Täubling

Thomas Pruß, (vor 8142 Tagen) @ Andreas

Moin Andreas,
mea culpa, muss ich sagen. In der Tat habe ich den Grasgrünen mit dem Grünen Speisetäubling verwechselt. Das ist mir gestern brutal deutlich geworden, als ich in meiner „Sandkiste“ mit reichlich Birken just den Grasgrünen T. reichlich gefunden, probiert und noch mal meine Bücher gewälzt habe.
Naja, so lange ich nicht den Panther- mit dem Perlpiz verwechsle, besteht ja noch Hoffnung.
Grüsslis
Thomas

Hallo,
hmmm, also mir ist dagegen neu, dass der Grasgrüne Täubling unter Buchen
wachsen soll! Meinst Du vielleicht den Grünen Speisetäubling (Russula
heterophylla)?
Ich kenne Russula aeruginea ausschließlich unter Birke und sehr selten unter
Fichte.
Ähnlich wie Russula ochroleuca, paludosa und noch ein paar andere Täublinge
variiert der Geschmack bei dieser Art von mild bis deutlich schärflich.
Dass der Geschmack mit dem Wirtsbaum korreliert sein soll höre ich zum
ersten Mal, aber es wäre interessant, das weiter zu beobachten.
Beste Grüße,
Andreas

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Re: Grüner Speise-T. vs Grasgrüner T. Bilder

Mebo, (vor 8142 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Thomas, Andreas und Markus,

danke zunächst einmal für die Aufklärung.

Um zu erläutern, warum ich bis heute den Grünen Speisetäubling (Russula heterophylla) für den Grasgrünen Täubling (Russula aeruginea) gehalten habe, muss ich etwas weiter ausholen: Bis zum letzten Jahr habe ich nur mehrheitlich GRÜNE Täublinge (sowie den Frauentäubling) mitgenommen, weil da das Risiko, einen scharfen zu erwischen, doch relativ gering ist (nebenbei bemerkt, prüfe ich nur Täublinge auf Essbarkeit durch Kostprobe).

Vor einigen Jahren habe ich in einem Buchen-Fichten-Mischwald (auf saurem Boden) mehrere Exemplare eines "grünen" Täublings gefunden, die mir später alle als Grasgrüne Täublinge bestimmt wurden. Mein Denkfehler wird dann wahrscheinlich so gewesen sein, dass ich die Buchen anstelle der Fichten als Mykorrhizapartner angesehen habe - und somit alle grünen Täublinge unter Buchen später auch als R. aeruginea abgestempelt habe. Da beide Arten essbar sind, gab es auch keinen Anlass diese Problematik weiter zu durchdenken...bis jetzt.

Was den Geschmack angeht, bleibe ich bei meiner Meinung.

Viele Grüße
Matthias