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Re: Off Topic: Antwort zum Fingerhut

Thomas Pruß, (vor 8149 Tagen) 2.707 Beiträge @ Jogi

Moin Jogi,
hab’ mal ein bißchen rumgeguckt:

Der Rote Fingerhut war die erste Arzneipflanze der modernen Medizin. Seine günstige Wirkung bei Herzmuskelschwäche wurde von dem englischen Arzt William Withering im 18. Jahrhundert festgestellt. Die Anwendung des Fingerhutes war dabei durchaus nicht unproblematisch, da einerseits zwischen wirksamer und toxischer Dosis nur eine geringe Differenz von 60 Prozent liegt (therapeutische Bandbreite) und andererseits der Wirkstoffgehalt des Fingerhutes starken Schwankungen unterliegt. Man mußte sich somit durch langsame Steigerung der Dosis an die wirksame Menge herantasten. Heutzutage werden überwiegend die Glykoside des Wolligen Fingerhutes(Digitalis lanata) zur Therapie genutzt.

Zur Giftigkeit:

Der Rote Fingerhut enthält in den Blättern etwa 0,1% Glykoside vom Digitoxin-Typ und etwa 0,2% vom Gitoxin-Typ, d.h. die mit dem Aglykon verknüpften Zucker (bei den genannten Grundtypen handelt es sich jeweils um drei Digitoxose-Moleküle, eine Zuckerart, die speziell in den Fingerhut-Glykosiden vorkommt) können in Anzahl und Art innerhalb eines Typus varieren (lesen Sie das Kapitel über Pflanzeninhaltsstoffe für weitere Ausführungen zum Thema Glykoside). Zusammensetzung und Menge der Glykoside unterliegen bei allen Fingerhut-Arten starken Schwankungen.

[image]
Digitoxin:
Summenformel: C41H64O13
Molmasse: 765,0 g/mol
LD50 (Katze): 0,45 mg/kg (intravenös)

[image]
Gitoxin:
Summenformel: C41H64O14
Molmasse: 781,0 g/mol
LD50 (Katze): 0,65 mg/kg (intravenös)

Grüsslis
Thomas

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