Hallo zusammen,
aus den letzten Tagen hab ich zwei (reine Foto-)Funde, bei denen ich an
Details scheitere: Der erste stand in einer Gruppe von 10 Fruchtkörpern
auf einem Quadratmeter am grasigen Rand eines Almweges auf etwa 1300 m
Höhe. Gegen (die favorisierte)Amanita ceciliae sprechen die fehlenden
Stielschuppen der in allen Altersstufen vorhandenen Fruchtkörper und
irgendwie würde ich auch mehr Bäume erwarten als die einzige mehrere Meter
entfernte kleine Fichte. Und gegen A. battarae steht das Wachstum über
Kalk. Im Foto gibt die linke Bildhälfte die zutreffende Hutfarbe wieder.
Und den zweiten halte ich für einen Grauen Langfüssler (Helvella macropus),
aber darf der denn auf Holz wachsen?
Viele Grüße
Dieter
Hallo Dieter,
Amanita ceciliae kann man definitiv ausschließen, den deren Velum ist PULVRIG und grau, niemals würde bei dieser Art ein stabiler großer Hüllrest auf dem Hut bleiben. Außerdem ist der Stiel bei dieser Art deutlich genattert. Dieser nicht genatterte Stiel spricht auch gegen Amanita submembranacea (Grauscheidiger Scheidenstreifling), für die ich deinen Pilz ansonsten halten würde. Amanita battarae (Zweifarbiger Sch.) kommt ebenfalls nicht in Betracht, denn dein Pilz ist nicht im Geringsten zweifarbig. Gerade bei noch aufschirmenden Pilzen ist das sonst gut zu sehen. Ferner müßt die Volva bei battarae rostfleckig sein, was ja logischerweise auch auf einen ausnahmsweise auf dem Hut hängengebliebenen Teil der Volva zutreffen müßte. Meine einizge Idee ist Amanita pachyvolvata (Dickscheidiger Sch.), der eigentlich in allen merkmalen passen würde. Selbst die auffallend dicke Volva dieser Art könnte man auf dem zweiten Bild erahnen. Ansonsten bleibt nur Amanita vaginata (Gemeiner Sch.), aber das würde mir irgendwie nicht wirklich gut gefallen.
Helvella macropus kann durchaus sein, muss aber nicht. man müßte die Sporen kennen, ob sie spindeförmig und leicht rauh sind. Sind sie dagegen ellpisoid und glatt, dann ist es eine Helvella aus dem Verwandtschaftskreis von H. villosa (jetzt wohl H. dissingii genannt).
Fast alle Saprobionten können auch auf morschem Holz wachsen.
Beste Grüße,
Andreas