Risiko ist 0!
Moin Jogi,
ich kann dich beruhigen: Iss’ die leckeren Früpchte des Waldes und verbann’
den Fuchsbandwurm aus deinen Gedanken. Deine Gegend ist davon eh’ nicht
betroffen.
In der Tat stellt der Fuchsbandwurm, bzw. dessen Finne, eine ziemliche Gefahr
dar, wenn man ihn sich einfängt.
Ja, WENN! Aber das ist im Prinzip nur durch die orale Aufnahme von Fuchskot möglich. Und da Füchse ihren Kot nicht in die Gegend sprühen wie Nilpferde, sondern auf erhöhten Stellen zur Reviermarkierung ablegen (Baumstümpfe, Steine o.ä., aber sicherlich keine Himbeersträucher), kann so etwas eigentlich nur bei Kleinkindern im Krabbelalter passieren. Die wenigen gesicherten Fälle betrafen auch ausnahmslos Leute im Alter von ca. 25-35, was bei einer angenommenen Inkubationszeit von grob 20 Jahren und länger auch gut passen würde.
Der Mensch ist ein Fehl-Zwischenwirt, weil er sehr selten von
Füchsen gefressen wird. Er infiziert sich oral und auch beim Einatmen, da
die Eier des F. lungengängig sind. Aber wie groß das Infektionsrisiko über
die Atemwege ist, kann ich beim besten Willen nicht abschätzen.
Das Infektionsrisiko über die Lungenaufnahme ist eigentlich mit 0 anzusetzen. Bandwurmeier sind relativ groß und schwer und können nicht rumfliegen. Erst wenn sie ausgetrocknet sind sind sie dazu leicht genug und fliegen dann auch in großer Menge rum - allerdings sind sie dann eben auch tot ....
Es könnte bisher noch nie ein VITALES Bandwurmei auf irgendeiner Waldfrucht, Pilz oder ähnlichem nachgewiesen werden, wohl aber jede Menge toter Hüllen.
Eine Karte mit Schwerpunktgebieten gibt es, und du solltest sie über deinen
hausarzt oder auch über deinen Apotheker bekommen.
Um einer Infektion in F.-gefärlichen Gebieten vorzubeugen, sollten Früchte
immer nur gründlich gewaschen genossen werden. Besser ist es, aus ihnen
Marmelade herzustellen.
Halte ich für meinen Teil für überflüssig, zumal ich Marmelade nicht mag, aber wer noch sicherer als sicher sein will, der sollte es natürlich so machen.
So habe ich es immer gehalten während meiner
Studienzeit in Stgt. Ich mag heute eine Raucherlunge haben und eine
Fettleber vom guten Essen, aber der Fuchsbandwurm hat mich nicht erwischt.
Ich nehme auch nicht an, dass Du in Deiner Studienzeit Gelegenheit zur oralen Aufnahme von Fuchskot gehabt hast. Falls ja, müßten so ab dem 50. Lebensjahr langsam die Beschwerden anfangen (siehe Inkubationszeit).
Beste Grüße,
Andreas