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Seltsamer Fund im Blumentopf

Erdhex, (vor 8102 Tagen)

Hallo zusammen!

Gestern morgen fand ich in meiner verglasten Veranda in einem großen Blumenkübel mit einem ziemlich großen kletternden Philodendron plötzlich leuchtendgelbe Pilze auf der Blumenerde. Und das, obwohl diese Pflanze nur sehr wenig Wasser braucht und entsprechend sparsam gegossen wird. Ich habe zwar (noch) kein Bild von den Pilzen, da ich zur Zeit krank bin und keinen Film im Hause habe, aber hier eine Beschreibung:

Die Hüte der buttergelben Pilze sind, wenn sie voll geöffnet sind, flach mit einer kegelförmigen Spitze in der Mitte, wobei der Mittelpunkt der Spitze selber ockerfarbig ist. Von der Mitte ausgehend sind die Hüte feingeschuppt, was sich nach außen hin mehr und mehr verliert. Die unteren Ränder der Schuppen sind ebenfalls ockerfarben. Die voll geöffneten Schirme haben einen Durchmesser von etwa 2-4 cm, die Höhe der Pilze beträgt maximal 4-5 cm. Lamellen, Hut und Stiel haben allesamt diese leuchtend hellgelbe Farbe, in etwa so wie bei wirklich kräftig gelber Sommerbutter, bis hin zu beinahe der Farbe von Vanillepudding.

Ich habe natürlich sofort meine Pilzbücher gewälzt und heute auch die Pilzgalerie dieser Website durchstöbert, doch ohne Erfolg. Ich fand nichts, was auch nur annähernd so aussah. Stimmte die Form, so gab es nichts in dieser Farbe und umgekehrt. Oder es fehlte die Schuppung...

Kann mir irgendwer helfen? Ich will die Pilze nicht ohne Grund zerstören, doch wenn sie giftig oder auch nur stark darmreizend wären, müßte ich sie entfernen, da ich mit (zeitweise) "freilaufenden" Papageien zusammenlebe, die immer sehr neugierig sind, vor allem, wenn etwas bunt leuchtet.

Liebe Grüße,
Erdhex/Sabine

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Schau mal - hier ist die Lösung

Jogi, (vor 8102 Tagen) @ Erdhex

Klickst Du hier:

Beitrag 24793

Grüße

Jogi

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Re: Schau mal - hier ist die Lösung

Gerd-A, (vor 8102 Tagen) @ Jogi

Hallo Jogi,

bevor ich mich weiter äußere, zitiere ich mal die Beschreibung von „Erdhex/Sabine“:

„Gestern morgen fand ich in meiner verglasten Veranda in einem großen Blumenkübel mit einem ziemlich großen kletternden Philodendron plötzlich leuchtendgelbe Pilze auf der Blumenerde. ...
Die Hüte der buttergelben Pilze sind, wenn sie voll geöffnet sind, flach mit einer kegelförmigen Spitze in der Mitte, wobei der Mittelpunkt der Spitze selber ockerfarbig ist. Von der Mitte ausgehend sind die Hüte feingeschuppt, was sich nach außen hin mehr und mehr verliert. Die unteren Ränder der Schuppen sind ebenfalls ockerfarben. Die voll geöffneten Schirme haben einen Durchmesser von etwa 2-4 cm, die Höhe der Pilze beträgt maximal 4-5 cm. Lamellen, Hut und Stiel haben allesamt diese leuchtend hellgelbe Farbe, in etwa so wie bei wirklich kräftig gelber Sommerbutter, bis hin zu beinahe der Farbe von Vanillepudding.“
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Deine Bestimmung "Gelber Faltenschirmling" (heißt allerdings "aktuell" Leucocoprinus flos-sulphuris (Schnitzlein 1851) Ceip und nicht mehr L. birnbaumii (Corda) Singer ist vermutlich sogar richtig. Diese "tropisch eingeschleppte" Art fruktifiziert derzeit wohl häufiger. Aber, was mich an der sonst guten Beschreibung von Erdhex/Sabine irritiert ist, dass die "auffällige" Riefung am Hutrand ebenso wenig wie Aussagen über die Form des Stieles erwähnt werden. Und übrigens gibt's auch weitere "gelbe" Leucocoprinus-Arten, auch mit Riefung am Hutrand.
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Und, nun ein Zitat aus Deinem Link:

„Und zum Schluß für alle Leckermäuler eine schlechte Nachricht. Der Pilz ist schwer giftig, kann ein gastro-intestinales Umkippen auslösen und angeblich sogar zum Tode führen! Also wie so oft im Leben: Schön aber gefährlich!“

---> Da würde mich doch tatsächlich interessieren, aus welcher "glaubwürdigen" Quelle der Autor diese u. U. "letalen" Infos hat !!!!!
---> Und was ein "gastro-intestinales Umkippen" bedeutet, das würde mich natürlich auch interessieren.
---> Übrigens, "Gastro-Intestinal" = "flappsig ausgedrückt: Den "Magen-Darm-Trakt" testend oder anders ausgedrückt "Toilette lange Zeit freihalten"; in drastischen Fällen ist wohl auch ein Arztbesuch angebracht.
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Übrigens, der "Gelbe Faltenschirmling“ wurde in letzter Zeit schon mehrfach in Foren diskutiert, z. B.:

Grüße
Gerd

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Re: Seltsamer Fund im Blumentopf

Gerd-A, (vor 8102 Tagen) @ 1001

Hallo 1001,

da hast Du eine gute Auswahl vom "Gelber Faltenschirmling (Leucocoprinus
flus -sulphuris = L. birnbaumii) empfohlen:

1. Link: Junge Exemplare, bei denen Hutrandriefung und Buckel noch nicht so ausgeprägt sind.

2. Link: Etwas ältere Fruchtkörper, bei denen "Hutrandriefung", "Buckel", "zum Rand hin reduzierte Schuppung" gut sichtbar sind.

---> Und wenn man bei beiden Bildern genauer hinschaut, stellt man fest, dass der Stiel im unterer Teil verdickt ist.
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Eigentlich schade, dass man die Lamellen (Abstand/Anwuchs am Stiel) nicht sieht. Ist allerdings ausnahmsweise wohl nicht so wichtig.

Grüße
Gerd

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Re: Seltsamer Fund im Blumentopf

Erdhex, (vor 8102 Tagen) @ Erdhex

Hallo in die Runde,

na, das ging ja wirklich fix! Als ich das Photo unter

http://www.tom-rainy.de/FotoMyk01.jpg

sah, wußte ich sofort: Der isses!

Ich danke Euch für die prompte Hilfe! Ich werde einfach vorsichtshalber ein Netz über den Kübel spannen, wie man es zum Schutz von Erdbeeren oder Kirschen vor gierigen Amseln oder Schnecken benutzt. Dann muß ich weder die Pilze zerstören noch um die Gesundheit meiner "Monstergeier" fürchten.

Nochmals danke,
Erdhex/Sabine

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Re: Seltsamer Fund im Blumentopf

Gerd-A, (vor 8101 Tagen) @ Erdhex

Hallo Erdhex/Sabine,

Zitat:
Ich werde einfach vorsichtshalber ein Netz über den Kübel spannen, wie man es zum Schutz von Erdbeeren oder Kirschen vor gierigen Amseln oder Schnecken benutzt. Dann muß ich weder die Pilze zerstören noch um die Gesundheit meiner "Monstergeier" fürchten.

- Lobenswert, dass Du die Pilze (Gelbe Faltenschirmlinge) nicht zerstörst. Immerhin kannst Du dadurch einige Tage Fruchtkörper und das gelbe Myzel einer sicher nicht extrem häufigen Art beobachten/bewundern.

- Und was die „gesundheitliche Gefährlichkeit“ angeht, die wird m. E. in dem in einem Vorbeitrag angegebenen Link maßlos übertrieben dargestellt. Denn in ernstzunehmender Giftpilz-Literatur wird diese Art meist nicht einmal erwähnt.

===> Immerhin, ich bin fündig geworden in „R. Flammer & E. Horak (2003): Giftpilze – Pilzgifte, Schwabe & Co.AG, Basel“ :

- Zwar Fehlanzeige bei „Gastrointestinalem Frühsyndrom“; darunter fallen Pilzarten, die roh oder gekocht toxisch wirken und als Hauptsymptom Brechdurchfälle (teilweise ziemlich heftig) verursachen.

- Aber, die Art taucht im Kapitel „Pilze in Rasen, Hausgärten, Parks“ auf und ist dort mit (+) gekennzeichnet. (+) = bezeichnet giftige oder giftverdächtige (bzw. leicht verwechselbare) Pilzarten.

===> In der Normal-Literatur wird er m. E. zu Recht und fast ausschließlich als „ungenießbar, Speisewert unbekannt oder kein Speisepilz“ bezeichnet. Dies ist verständlich, da diese Pilzart sehr dünnfleischig ist und kaum jemand (Kleinkinder und „Monstergeier“ ausgenommen) auf die Idee kommen dürfte, diese Art roh zu essen oder in die Pfanne zu hauen.

Doch auch hier bin ich fündig geworden in „D. Arora (1986): Mushrooms Demystified, Ten Speed Press“:
„ Edibility: Poisonous to some people, according to some sources.“, sicher auch kein Hinweis, dass es sich um eine schwer giftige Art handelt.

Grüße
Gerd

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Giftigkeit für Tiere

Birgit, (vor 8101 Tagen) @ Gerd-A

Hallo Gerd,

- Und was die ,,gesundheitliche Gefährlichkeit" angeht, die wird m. E. in dem
in einem Vorbeitrag angegebenen Link maßlos übertrieben dargestellt. Denn
in ernstzunehmender Giftpilz-Literatur wird diese Art meist nicht einmal
erwähnt.
===> Immerhin, ich bin fündig geworden in ,,R. Flammer & E. Horak
(2003): Giftpilze - Pilzgifte, Schwabe & Co.AG, Basel" : - Zwar
Fehlanzeige bei ,,Gastrointestinalem Frühsyndrom"; darunter fallen
Pilzarten, die roh oder gekocht toxisch wirken und als Hauptsymptom
Brechdurchfälle (teilweise ziemlich heftig) verursachen.
- Aber, die Art taucht im Kapitel ,,Pilze in Rasen, Hausgärten, Parks" auf und
ist dort mit (+) gekennzeichnet. (+) = bezeichnet giftige oder
giftverdächtige (bzw. leicht verwechselbare) Pilzarten.
===> In der Normal-Literatur wird er m. E. zu Recht und fast
ausschließlich als ,,ungenießbar, Speisewert unbekannt oder kein
Speisepilz" bezeichnet. Dies ist verständlich, da diese Pilzart sehr
dünnfleischig ist und kaum jemand (Kleinkinder und ,,Monstergeier"
ausgenommen) auf die Idee kommen dürfte, diese Art roh zu essen oder in
die Pfanne zu hauen.

Nun ja, das bezieht sich auf den Menschen und wenn man dann die Masse dieses Pilzes und die Masse eines kleinen oder großen Menschen gegenrechnet, kann man in diesem Fall wohl davon ausgehen, daß die Gefährdung nicht sehr groß ist. Bei Tieren liegt der Fall vollkommen anders: Zum Einen ist bei vielen Dingen überhaupt nichts über die Toxizität bei Tieren bekannt, die meisten Daten erhält man da wohl noch für Nutztiere. Außerdem wirken manche Giftstoffe bei manchen Tieren erheblich heftiger bezogen aufs Körpergewicht als bei Menschen, z.B. Eibe bei Pferden. Bei Vögeln kommt das geringe Körpergewicht dazu, meine beiden Sittiche wiegen noch nicht mal 100g pro Schnabel, da sollte man noch nicht mal stark gedüngten Salat aus dem Treibhaus verfüttern.... Wenn meine beiden Geier freilaufen würden, würde ich auch ein Netz über die Pilze spannen. Sollten hingegen die beiden Ponies mal dran naschen wollen, nur zu. Die beiden Pferde fressen aber auch die Wiesenstäublinge auf ihrer Koppel nicht.

SChöne Grüße

Birgit

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Re: Giftigkeit für Tiere

Gerd-A, (vor 8101 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Nun ja, das bezieht sich auf den Menschen und wenn man dann die Masse dieses
Pilzes und die Masse eines kleinen oder großen Menschen gegenrechnet, kann
man in diesem Fall wohl davon ausgehen, daß die Gefährdung nicht sehr groß
ist.

- Da sind wir uns ja einig, dass die Gefährdung für Menschen in dem "Link" maßlos übertrieben dargestellt wird. Und genau dies wollte ich mit meinem Beitrag relativieren.
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Bei Tieren liegt der Fall vollkommen anders: Zum Einen ist bei vielen
Dingen überhaupt nichts über die Toxizität bei Tieren bekannt, die meisten
Daten erhält man da wohl noch für Nutztiere. Außerdem wirken manche
Giftstoffe bei manchen Tieren erheblich heftiger bezogen aufs
Körpergewicht als bei Menschen, z.B. Eibe bei Pferden. Bei Vögeln kommt
das geringe Körpergewicht dazu, meine beiden Sittiche wiegen noch nicht
mal 100g pro Schnabel, da sollte man noch nicht mal stark gedüngten Salat
aus dem Treibhaus verfüttern.... Wenn meine beiden Geier freilaufen
würden, würde ich auch ein Netz über die Pilze spannen. Sollten hingegen
die beiden Ponies mal dran naschen wollen, nur zu. Die beiden Pferde
fressen aber auch die Wiesenstäublinge auf ihrer Koppel nicht.

- Da kann ich Dir insbesondere bezüglich "Toxizität Mensch vs. Tiere" und "Giftmenge/Körpergewicht" nur zustimmen.
- Zuzufügen gibt's nur noch einen Punkt, der auch bekannt ist: Es gibt auch Pilzgifte, bei denen der Mensch (bezogen auf das Körpergewicht) erheblich heftiger reagiert als Tiere.
===> Deshalb zur Erinnerung: Finger weg von UNBEKANNTEN PILZEN MIT ODER OHNE FRAßSPUREN !!!

Liebe Grüße
Gerd